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Kunst, Kult und Prestige


Leuchtturmobjekt


Kult und Religion

Kunst und Prestige

Dieser Prunkpokal entsteht Ende des 16. Jahrhunderts: Er besteht aus einer reich verzierten Kokosnuss und wird vom Bieler Goldschmied Peter Scholl in vergoldetes Silber gefasst. Er ist ein Zeugnis globaler Handelswege in der frühen Neuzeit: Arabische und venezianische Händler bringen Kokosnüsse nach Westeuropa. Später werden sie auf Schiffen europäischer Kolonialmächte transportiert.

Prunkgefässe wie dieses tragen zum Ansehen ihrer Besitzerinnen und Besitzer bei – als Zeichen von Reichtum, Kunstsinn, Bildung oder religiösen Werten. Oft sind sie Geschenke für besondere Dienste und politisches Engagement. Manche erkaufen sich mit ihnen das Bürgerrecht einer Stadt. Auftraggeber und Besitzerin dieses Kokosnusspokals sind unbekannt. Die Reliefschnitzereien zeigen die biblische Parabel des barmherzigen Samariters.

Der Glasbecher aus dem Grab eines römischen Offiziers unter der heutigen Kirche von Biel-Mett ist ein weiteres Prestigeobjekt. Er ist rund 1500 Jahre älter und verfügt auch über ein religiöses Motiv. Zu sehen sind ein Zentaur und ein Panther, das Gefolge des Gottes Dionysos. Dieser wird oft mit der Ekstase und der ungebändigten, wilden Natur in Verbindung gebracht. Die Natur ist wichtiger Bestandteil der römischen Religion: Götter werden in heiligen Hainen und Quellen verehrt, oft mit Opfergaben in Tierform.

Andere Zugänge zu Natur und Glauben zeigen die Bibelillustrationen von Philippe Robert. Im Zentrum steht für ihn die göttliche Offenbarung der Natur, die den Menschen zum Dialog mit dem Schöpfer einlädt.

Hersteller/-inPeter Strobel (tätig 1573/1596 in Biel)
Unbekannter Bildschnitzer
GegenstandKokosnusspokal mit Szenen des Barmherzigem Samariter
DatierungUm 1580
MaterialSilber ziseliert, graviert, vergoldet.
Kokosnuss geschnitten, poliert, innen lackiert
Eigentümer/-inBHM Bernisches Historisches Museum, Inv. 21995
Geschenk des Vereins zur Förderung des Bernischen Historischen Museums

Der Prunkpokal, gefertigt aus einer reich verzierten Kokosnuss, die in vergoldetem Silber gefasst ist, gibt bis heute Rätsel auf. Die Kokosnuss ist im 16. Jahrhundert ein seltenes und kostbares Material, das als Prestigeobjekt in Kuriositätenkabinetten gesammelt und geschätzt wird. Die biblische Darstellung des Barmherzigen Samariters belegt zudem seine religiöse Bedeutung.

Ein Beschauzeichen mit dem Wappen und den Initialen «P.S.» verrät, dass der Pokal in Biel hergestellt wurde. Es wird Peter Strobel zugeschrieben, einem Goldschmied, der aus Süddeutschland nach Biel einwandert und hier zwischen 1573 und 1596 tätig ist. Bis heute ist unbekannt, wer den Pokal in Auftrag gegeben hat und wie er nach Deutschland gelangte. Der letzte bekannte Besitzer ist Alfred Pringsheim (1850–1941), Schwiegervater von Thomas Mann, der 1933 von den Nationalsozialisten enteignet wird. 1931 wird der Pokal der Stadt Biel für 12’000 Franken angeboten – eine zu hohe Summe für die Stadt. 1932 erwirbt ihn das Historische Museum Bern.

GegenstandBecher
FundortBiel-Mett, Kirche St. Stefan
DatierungForm: ab der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr.
Verzierung: zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr.
MaterialFarbloses Glas
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Der kunstvoll verzierte Glasbecher, der den Triumph des Dionysos zeigt, hat einen weiten Weg hinter sich. Sein Rohmaterial stammt aus Ägypten, doch der genaue Herstellungsort bleibt unbekannt. Vermutlich wird er bei Symposien genutzt, festlichen Gelagen, bei denen man Dionysos durch Trankopfer und Gebete verehrt.

In der fein geschnittenen Szene erkennt man einen nach rechts galoppierenden Zentauren, der sich nach hinten umblickt. In der linken Hand hält er den Thyrsos – den Stab des Dionysos. Mit der rechten Hand hält er einen Kantharos (Trinkgefäss). Ihm folgt ein Panther, das treue Tier des dionysischen Gefolges, das den Siegeszug des Gottes nach Indien symbolisiert. Über dem Panther sind ein Rhyton (Trankopfergefäss) und ein Tamburin mit daran befestigten Zimbeln dargestellt.

Gefunden wurde der Becher in einem Mausoleum aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., das zu Ehren eines ranghohen Offiziers in Biel-Mett errichtet wurde. Die Lage an einer wichtigen römischen Verkehrsachse zwischen Italien und Gallien betont die strategische Bedeutung der Region.

Bei einem solch seltenen Becher kann es sich nur um besonders wertvollen Familienbesitz handeln, von dem man sich wohl nur beim Tod eines angesehenen Mitglieds trennt. Er zeugt eindeutig vom herausragenden Rang, den der Verstorbene in seinem politischen oder gesellschaftlichen Leben erreicht hatte.

GegenstandZwiebelknopffibel
FundortBiel-Mett, Kirche St. Stephan
Datierung2. Viertel des 4. Jahrhunderts n. Chr.
MaterialVergoldete Bronze
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Kreuzförmige Fibeln, die dazu dienen, den auf der Schulter getragenen Mantel zu befestigen, sind typisch für die Spätantike. Anfangs werden sie von Soldaten und kaiserlichen Beamten getragen, später sind sie Abzeichen hoher Würdenträger. Der in Biel-Mett bestattete Offizier trägt eine vergoldete, fein gearbeitete Kreuzfibel als Zeichen seines hohen Ranges. Zwei grosse Glasflaschen sowie der mit einer dionysischen Szene verzierte Glasbecher werden ebenfalls ins Grab gelegt.

Aus dem geopolitischen Kontext des 4. Jahrhunderts betrachtet, könnte der Verstorbene ein hoher Befehlshaber der römischen «Legio I Martia» gewesen sein. Diese ist damit beauftragt, die Grenzen des Römischen Reiches gegen die wiederholten Germaneneinfälle zu verteidigen. Eine anthropologische Analyse zeigt eine typische Verformung des Ohrs (Exostose) und deutet darauf hin, dass dieser Mann, der zwischen 52 und 60 Jahre alt wird, wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum stammt.

GegenstandGlöckchen
FundortStuden-Petinesca, Gumpboden
Datierung1.–3. Jahrhundert n. Chr.
MaterialBronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Der Klang der Glöckchen sollen die bösen Dämonen vertreiben. Sie werden vor allem von Kindern um das Handgelenk oder um den Hals getragen. Sie können auch an einem sogenannten «Tintinnabulum» aufgehängt sein, einem Gegenstand mit Glöckchen oder Schellen und unterschiedlichen Amuletten. Darüber hinaus werden sie häufig an Statuen des Gottes Merkur befestigt.


GegenstandVotivbeilchen
FundortStuden-Petinesca, Gumpboden
Datierung1.–3. Jahrhundert n. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Auf dem Gebiet der Helvetier sind die Votivbeilchen besonders zahlreich und werden während der gesamten römischen Epoche im Kultbereich verwendet. Sie sind häufig mit einem eingravierten Dreieck verziert und weisen manchmal eine Inschrift mit dem Namen einer Gottheit auf. Ihre Symbolik stammt sehr wahrscheinlich aus vorrömischer Zeit.


GegenstandOmega-Fibeln
FundortStuden-Petinesca, Gumpboden
Datierung1. Hälfte 1.–3. Jahrhundert n. Chr.
MaterialVersilberte Bronze und Bronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Auf dem Gebiet der Helvetier sind die Votivbeilchen besonders zahlreich und werden während der gesamten römischen Epoche im Kultbereich verwendet. Sie sind häufig mit einem eingravierten Dreieck verziert und weisen manchmal eine Inschrift mit dem Namen einer Gottheit auf. Ihre Symbolik stammt sehr wahrscheinlich aus vorrömischer Zeit.


GegenstandStierförmige Fibel
FundortStuden-Petinesca, Gumpboden
DatierungMitte des 2. Jahrhunderts n. Chr.
MaterialBronze, Email
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Als Symbol für Kraft, Fruchtbarkeit und Herrschaft in der Antike wird der Stier häufig mit Zeus-Jupiter, dem König des griechisch-römischen Pantheons, verbunden. Diese im Heiligtum von Petinesca gefundene Fibel könnte ihr Besitzer oder ihre Besitzerin verloren haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie als Opfergabe hinterlegt wird, um den Schutz oder die Gunst einer Gottheit zu erlangen – von Jupiter?


GegenstandMiniatur-Hufschuh
FundortStuden-Petinesca, Gumpboden
DatierungZweite Hälfte des 1. Jahrhunderts – 4. Jahrhundert n. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Zu klein für den tatsächlichen Gebrauch, werden diese Hufschuhe häufig mit der Göttin Epona in Verbindung gebracht. Sie ist sehr beliebt und wird meistens auf einem Pferd reitend dargestellt. Hier gilt das Gleiche wie für die anderen im Heiligtum entdeckten Objekte: Ein einziger Fund reicht nicht aus, um die Verehrung einer bestimmten Gottheit zu belegen.


GegenstandHahnenkopf
FundortStuden-Petinesca, Gumpboden
Datierung1.–3. Jahrhundert n. Chr.
MaterialTerrakotta von Allier
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Der Hahn ist das Attribut von Merkur, dem Beschützer der Reisenden, Händler und Diebe. Diese Statuetten kommen häufig in Wohngebieten, Nekropolen und Heiligtümern vor.


GegenstandHalbierter As
FundortStuden-Petinesca, Gumpboden
DatierungDomitian, 85–96 n. Chr.
MaterialBronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Die beiden Teile stammen von derselben Münze und sind wohl Votivgaben. Durch die Beschädigung wird die Münze dem profanen Gebrauch entzogen und ist wirtschaftlich wertlos. Damit wird ihre Bedeutung als Opfergabe sichergestellt.


GegenstandAs mit Teilungsmarken
FundortStuden-Petinesca, Gumpboden
DatierungTiberius, 22/23–30 n. Chr.
MaterialBronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab
Hersteller/-inRobert Ehrler (Regisseur)
GegenstandFilm
TitelEncre et papier
Datierung18. Januar 1960
Eigentümer/-inLes archives de la RTS

Gedreht 1960 in den Räumlichkeiten der Imprimerie de la Concorde in Lausanne (rue des Terreaux 29) stellt diese Reportage der Sendung «Présence protestante» Schritt für Schritt die notwendigen Etappen zur Herstellung einer Bibel vor. Von der Textsetzung bis zur Buchbindung folgen mehrere Handwerksschritte aufeinander: Monotypie, Stereotypie, Korrektorat, Layout, Offsetdruck.

Anfang der 1960er-Jahre ist Drucken noch ein echtes Handwerk und weit entfernt vom Fotosatz, der in den 70er-Jahren aufkommt, und von der Desktop-Publishing-Technik, die sich ab 1984 durchsetzt.

Künstler/-inPhilippe Robert (1881–1930)
Hersteller/-inImprimerie de la Concorde, Lausanne
GegenstandBuch
TitelDie Bibel: Altes und Neues Testament. Synodale Version / [Mit Kopfleisten, Initialen und Schlussvignetten von Philippe Robert]
Datierung1930
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Die göttliche Offenbarung in der Natur – eine Bibel-Exegese made in Biel
Von 1930 bis in die 1980er-Jahre erhielt jedes protestantische Brautpaar in der Westschweiz eine vom Bieler Künstler Philippe Robert illustrierte Bibel: 53 Versalien sowie je 66 Anfangs- und Schlussvignetten schmücken jedes Exemplar. Robert greift dabei Zitate oder Kernaussagen des Textes auf und setzt sie bildlich um. Im Zentrum steht das Göttliche, das sich in der Natur offenbart und den Menschen zum Dialog einlädt. Schon der Einband zeigt christliche Symbolik: Ein Lamm schreitet mit Kreuzbanner durch die Nacht. Auf dem Vorsatzblatt liegt es auf einem Kreuz, umrankt von Lilien als Zeichen neuen Lebens. Die Rückseite trägt ein Omega, Verweis auf das letzte Kapitel der Offenbarung: Christus als Alpha und Omega, Anfang und Ende.


Künstler/-inPhilippe Robert (1881–1930)
GegenstandEntwürfe für «Die Bibel: Altes und Neues Testament Synodale Version»
Datierung1929/1930
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-inGeorg Brechtel (✝ 1632)
GegenstandRatsbecher /Schlangenhautbecher
Datierung1595
MaterialSilber, vergoldet
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Die Aufnahme in eine Zunft, die Burgergemeinde oder den Rat muss verdient sein. In den Bieler Sammlungen sind kunstvoll gefertigte Trinkgefässe überliefert, mit denen bis ins 18. Jahrhundert das Bieler Burgerrecht oder die Mitgliedschaft im Rat bezahlt werden. Diese aufwendig gestalteten Gefässe dienen der Stadt nicht nur als Wertanlage, sondern spiegeln auch den gesellschaftlichen Status der Schenkenden wider.

Ein Beispiel ist der Schlangenhautbecher, den der Glasmaler Hans Aprell (✝ 1618) der Stadt Biel im Jahr 1595 bei seiner Aufnahme in den Kleinen Rat schenkt. Gefertigt wurde der Becher vom Augsburger Goldschmied Georg Brechtel. Im Innern des Bechers befindet sich das Familien-Wappen Aprells zusammen mit der Inschrift «H Hanns Abrell Anno 1595».

Schlangenhautbecher verdanken ihren Namen der kunstvoll ziselierten Goldoberfläche, die an die Struktur von Schlangenhaut erinnert.

Hersteller/-inAbraham Breitner (1700–1775)
GegenstandFusschale
Datierung1743
MaterialSilber, vergoldet
Eigentümer/-inHistorische Sammlung der Stadt Biel

Diese Fussschale ist das Geschenk des Abtes Grégoire Joliat von Bellelay (1703–1771) an die Stadt Biel. Anlass dafür ist die Erneuerung seines Burgerrechts am 30.10.1743. Das Gefäss ist das Werk des Bieler Gold- und Silberschmieds Abraham Breitner (1700–1775). Die Schaleninnenseite zeigt das Wappen Biels.

Hersteller/-inGeorg Adam Rehfues (1784–1858)
GegenstandSchüssel mit Deckel auf Présentoir
DatierungUm 1828
MaterialSilber
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Dauerleihgabe Christoph Lanz

Nach dem Ende der französischen Besetzung Biels 1813 ist Georg Friedrich Heilmann (1785–1862) Teil der provisorischen Stadtregierung. Er ist zwischen 1813 und 1815 auf verschiedenen diplomatischen Missionen in Frankreich, Basel, Zürich und schliesslich am Wiener Kongress, wo er sich als Sondergesandter für die Interessen Biels bei der Neuordnung der Schweiz einsetzen soll.  Als Dank schenkt ihm die Stadt diese prächtige Silberschale. Sie stammt aus der Werkstatt des Berner Gold- und Silberschmieds Georg Adam Rehfues (1784–1858).

Das Gefäss zieren zwei Henkel in Gestalt von geflügelten Frauenfiguren mit Fischschwanz sowie auf dem Deckel der junge Ganymed, der Zeus in Adlergestalt tränkt. Die Inschrift auf dem Sockel jener Figurengruppe lautet: «Die Stadt Biel ihrem Mitbürger Herrn Georg Friedrich Heilmann, als Zeichen ihrer Erkenntlichkeit für die besonders anno 1814 & 1815 geleisteten Dienste.»

Cette coupe d’apparat date de la fin du 17e siècle. Elle est composée d’une noix de coco richement décorée, sertie dans de l’argent doré par l’orfèvre biennois Peter Scholl. Objet prestigieux, elle témoigne des routes commerciales mondiales à l’époque moderne: d’abord introduites en Europe occidentale par des marchands arabes et vénitiens, les noix de coco sont ensuite transportées à bord des navires des puissances coloniales européennes.
Les gobelets somptueux comme celui-ci contribuent au prestige de leurs propriétaires. Ils reflètent leur richesse, leur goût artistique, leur culture ou encore leurs convictions religieuses. Souvent, ces objets sont offerts en récompense de services rendus ou d’engagement politique. Certains les utilisent même pour obtenir le droit de cité dans une ville. Le commanditaire et propriétaire de cette coupe en noix de coco demeure inconnu, mais il a choisi d’y faire représenter la parabole biblique du Bon Samaritain.

Un autre gobelet prestigieux, en verre cette fois-ci, a été découvert dans la tombe d’un officier romain de haut rang sous l’église actuelle de Bienne-Mâche.

Fabriqué quelque 1400 ans avant la coupe en noix de coco, il arbore lui aussi un motif religieux. On y reconnaît un centaure et une panthère, figures du cortège de Dionysos, dieu souvent associé à l’extase et à la nature sauvage, indomptée. Dans la religion romaine, la nature occupe une place centrale : les déesses et les dieux sont vénéré·e·s non seulement dans les temples, mais aussi dans des bosquets sacrés et près de sources. Les offrandes en forme d’animaux symbolisent la divinité honorée.

Les illustrations bibliques de Philippe Robert proposent un autre regard sur la nature et la foi. Au cœur de son œuvre se trouve la révélation divine de la nature, qui invite les êtres humains à entrer en dialogue avec le Créateur.

Producteur/productricePeter Strobel (actif 1573/1596 à Bienne)
Sculpteur inconnu
ObjetCoupe en noix de coco avec scènes du Bon Samaritain
DatationVers 1580
MatièreArgent ciselé, gravé, doré. Noix de coco taillée, polie, intérieur laqué
PropriétaireBHM Musée d’Histoire de Berne, inv. 21995
Don de l’Association pour la promotion du Musée historique de Berne

Ce gobelet d’apparat, réalisé à partir d’une noix de coco richement décorée et sertie d’argent doré, conserve jusqu’à aujourd’hui sa part de mystère. Au 16ᵉ siècle, la noix de coco est un matériau rare et précieux, convoité comme objet de prestige dans les cabinets de curiosités. La représentation biblique du Bon Samaritain témoigne également de la signification religieuse de cette coupe.

Un poinçon portant les armoiries et les initiales « P.S. » révèle que le gobelet a été fabriqué à Bienne. Il est attribué à Peter Strobel, un orfèvre originaire d’Allemagne du Sud, installé à Bienne et actif entre 1573 et 1596.

On ignore encore qui a commandé le gobelet et comment il est parvenu en Allemagne. Son dernier propriétaire connu est Alfred Pringsheim (1850–1941), beau-père de Thomas Mann, exproprié par les nazis en 1933. En 1931, le gobelet est proposé à la ville de Bienne pour 12’000 francs, une somme trop élevée pour la municipalité. En 1932, c’est finalement le Musée Historique de Berne qui en fait l’acquisition.

ObjetGobelet
Lieu de découverteBienne-Mâche, Église St-Étienne
DatationForme: dès la 1re moitié du 2e siècle apr. J.-C.
Décor: seconde moitié du 2e siècle apr. J.-C.
MatièreVerre incolore
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

Orné d’une scène gravée représentant le cortège de Dionysos, ce gobelet en verre a parcouru un long chemin. Sa matière première provient d’Égypte, mais on ignore son lieu exact de fabrication. Ses dimensions hors norme signifient qu’il a probablement été utilisé lors de symposia, des banquets où Dionysos était généralement honoré par des libations et des prières.

Sur la panse du gobelet, on reconnaît un centaure galopant vers la droite et regardant derrière lui. Dans sa main gauche, il tient le thyrse – le sceptre de Dionysos. Dans sa main droite, il tient un canthare (vase à boire). Il est suivi d’une panthère, fidèle animal du cortège dionysiaque, qui symbolise l’expédition triomphale du dieu en Inde. Au-dessus de la panthère sont représentés un rhyton (vase à libations) et un tambourin auquel sont accrochées des cymbales.

Le gobelet a été découvert dans un mausolée daté du 4e siècle apr. J.-C., construit en l’honneur d’un officier de haut rang à Bienne-Mâche. Sa situation, le long d’un important axe de communication entre l’Italie et la Gaule, souligne l’importance stratégique de la région.

Un gobelet d’une telle rareté ne pouvait être qu’un bien familial de grande valeur, auquel on n’aurait consenti à renoncer qu’à la mort d’un membre éminent. Il témoigne sans équivoque du rang remarquable qu’avait atteint le défunt dans sa vie politique ou sociale.

ObjetFibule cruciforme
Lieu de découverteBienne-Mâche, Église St-Étienne
DatationDeuxième quart du 4e siècle apr. J.-C.
MatièreBronze doré
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

Utilisées pour fixer le manteau porté sur l’épaule, les fibules cruciformes sont emblématiques de l’Antiquité tardive. Portées initialement par les militaires et fonctionnaires impériaux, elles deviennent ensuite l’apanage des hauts-dignitaires. L’officier inhumé à Bienne-Mâche portait une fibule cruciforme dorée, finement travaillée, signe de son rang élevé. À ses côtés se trouvaient deux grandes bouteilles en verre ainsi que le gobelet gravé d’une scène dionysiaque.

Selon le contexte géopolitique du 4ᵉ siècle, le défunt a probablement été un haut commandant de la légion romaine I Martia, unité chargée de défendre les frontières de l’Empire contre les incursions répétées des peuples germaniques. L’analyse anthropologique, révélant une déformation caractéristique de l’oreille (exostose), suggère en outre que cet homme, décédé entre 52 et 60 ans, était probablement d’origine méditerranéenne.

ObjetClochettes
Lieu de découverteStuden-Petinesca, Gumpboden
Datation1er–3e siècle apr. J.-C.
MatièreBronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab

Le son de ces clochettes devait écarter les démons malfaisants. Elles étaient portées au poignet ou autour du cou, surtout par les enfants. Elles pouvaient aussi être suspendues à des « tintinnabula », arrangements de clochettes ou de grelots avec des amulettes de toute sorte. De plus, elles étaient souvent fixées aux statues du dieu Mercure.


ObjetHachettes votives
Lieu de découverteStuden-Petinesca, Gumpboden
Datation1er–3e siècle apr. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab

Particulièrement nombreuses sur le territoire des Helvètes, les hachettes votives ont été utilisées en contexte sacré durant toute l’époque romaine. Elles sont souvent décorées d’un triangle incisé et comportent parfois l’inscription du nom d’une divinité. Leur symbolique a très certainement une origine celtique.


ObjetFibules en omega
Lieu de découverteStuden-Petinesca, Gumpboden
DatationPremière moitié du 1er siècle – 3e siècle apr. J.-C.
MatièreBronze argenté et bronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab

ObjetFibule en forme de taureau
Lieu de découverteStuden-Petinesca, Gumpboden
DatationMilieu du 2e siècle apr. J.-C.
MatièreBronze, émail
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab

Symbole de force, de fertilité et de souveraineté dans l’Antiquité, le taureau est fréquemment associé à Zeus-Jupiter, roi du panthéon gréco-romain. Découverte dans le sanctuaire de Petinesca, cette fibule a pu être égarée par son ou sa propriétaire, mais il est plus probable qu’elle ait été déposée en offrande pour obtenir la protection ou les faveurs d’une divinité, peut-être de Jupiter.


ObjetHipposandales miniatures
Lieu de découverteStuden-Petinesca, Gumpboden
DatationDeuxième moitié du 1er siècle – 4e siècle apr. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab

Objets trop petits pour être fonctionnels, ces hipposandales ont souvent été associées à Epona, divinité celtique très populaire en Gaule et généralement représentée montant à cheval. Comme pour les autres objets mis au jour dans le sanctuaire, un seul indice ne permet toutefois pas d’attribuer un culte à une divinité précise.


ObjetTête de coq
Lieu de découverteStuden-Petinesca, Gumpboden
Datation1er–3e siècle apr. J.-C.
MatièreTerre cuite blanche de l’Allier
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab

Le coq est l’attribut de Mercure, protecteur des voyageur·euse·s, des commerçant·e·s et des voleur·euse·s. Ces statuettes sont courantes dans les zones d’habitat, les nécropoles et les sanctuaires.


ObjetAs divisé en deux
Lieu de découverteStuden-Petinesca, Gumpboden
DatationDomitien, 85–96 apr. J.-C.
MatièreBronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab

Les deux parties de cette même monnaie ont été retrouvées dans le sanctuaire et sont un indice probable de son caractère votif. Les monnaies dégradées sont ainsi soustraites à l’usage profane. En démonétisant une monnaie, on s’assurait de la pérennité du don.


ObjetAs avec marques de division
Lieu de découverteStuden-Petinesca, Gumpboden
DatationTibère, 22/23–30 apr. J.-C.
MatièreBronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab
Producteur/productriceRobert Ehrler (Réalisateur)
ObjetFilm
TitreEncre et papier
Datation18 janvier 1960
PropriétaireLes archives de la RTS

Tourné en 1960 dans les locaux de l’Imprimerie de la Concorde à Lausanne (rue des Terreaux 29), ce reportage de l’émission « Présence protestante » présente, pas à pas, les étapes nécessaires à la fabrication d’une bible. Entre la composition du texte et la reliure, plusieurs métiers interviennent : monotypiste, stéréotypeur, correcteur, metteur en page, conducteur de machine à imprimer offset.

Au début des années 1960, le monde de l’imprimerie se révèle encore très artisanal et bien loin de la photocomposition qui interviendra dans les années 70 et de la PAO qui se démocratise dès 1984.

ArtistePhilippe Robert (1881–1930)
Producteur/productriceImprimerie de la Concorde, Lausanne
ObjetLivre
TitreLa Bible : Ancien et Nouveau Testament. Version synodale / [Avec en-têtes, initiales et culs de lampe par Philippe Robert]
Datation1930
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

La révélation divine dans la nature – une exégèse biblique « made in Bienne »
De 1930 aux années 1980, les jeunes marié·e·s protestant·e·s de Suisse romande reçoivent une Bible illustrée par l’artiste biennois Philippe Robert. Chaque exemplaire est orné de 53 lettrines et de 66 vignettes de début et de fin, mettant en images des citations ou messages clés du texte. Au centre de l’œuvre de Robert : le divin, qui se révèle dans la nature et invite l’être humain au dialogue. Déjà la couverture témoigne de cette symbolique chrétienne : un agneau avance avec une bannière à croix dans la nuit. Sur la page de garde, il repose sur une croix entourée de lys, signe de vie nouvelle. Au verso figure un Omega, référence au dernier chapitre du livre de l’Apocalypse : le Christ comme Alpha et Omega, comme commencement et fin.


ArtistePhilippe Robert (1881–1930)
ObjetEbauches pour « La Bible : Ancien et Nouveau Testament
Version synodale »
Datation1929/1930
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productriceGeorg Brechtel (✝ 1632)
ObjetGoblet de magistrat / gobelet à peau de serpent
Datation1595
MatièreArgent doré
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Intégrer une corporation, devenir bourgeois de Bienne ou entrer au conseil de ville, cela se mérite! Dans les collections biennoises, on conserve des coupes finement décorées. Jusqu’au 18ᵉ siècle, celles-ci devaient être offertes à la ville pour acquérir le droit de bourgeoisie ou pour accéder à une fonction politique

Ces objets ont alors pour la ville une valeur patrimoniale tout en reflétant le statut social des donateurs.

Ce gobelet à peau de serpent, ainsi nommé en référence à sa surface en or finement ciselée rappelant la texture de la peau du reptile, en est un exemple. Le maître-verrier Hans Aprell (✝ 1618) en fait cadeau à la ville de Bienne en 1595 afin de pouvoir entrer dans le Petit Conseil. Sur le fond intérieur du gobelet, réalisé par l’orfèvre augsbourgeois Georg Brechtel, on peut voir le blason de la famille Aprell ainsi que l’inscription «H Hanns Abrell Anno 1595».

Producteur/productriceAbraham Breitner (1700–1775)
ObjetCoupe
Datation1743
MatièreArgent doré
PropriétaireCollection historique de la ville de Bienne

Offerte par l’abbé Grégoire Joliat de Bellelay (1703–1771) à la ville de Bienne lors du renouvellement de son droit de bourgeoisie, le 30 octobre 1743, cette coupe à pied est l’œuvre de l’orfèvre biennois Abraham Breitner (1700–1775). On retrouve les armoiries de Bienne à l’intérieur.

Producteur/productriceGeorg Adam Rehfues (1784–1858)
ObjetSoupière avec couvercle sur présentoir
DatationVers 1828
MatièreArgent
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienn, prêt permanent Christoph Lanz

Au terme de la période d’occupation française, Georg Friedrich Heilmann (1785–1862) intègre le gouvernement de transition de la ville de Bienne. Entre 1813 et 1815, il accomplit plusieurs missions diplomatiques en France, à Bâle, à Zurich et enfin au Congrès de Vienne, où il représente les intérêts de Bienne dans la réorganisation de la Suisse. En signe de gratitude, la ville lui offre cette coupe en argent, réalisée dans l’atelier de l’orfèvre bernois Georg Adam Rehfues (1784–1858).

La pièce est ornée de deux anses figurant des sirènes ailées. Sur le couvercle, le jeune Ganymède sert à boire à Zeus métamorphosé en aigle.
L’inscription gravée sur le socle se lit : « La ville de Bienne à son concitoyen Monsieur Georg Friedrich Heilmann, en gage de gratitude pour les services rendus, notamment en 1814 et 1815. »

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