Bilder des Fremden
Leuchtturmobjekt
Dieses Bild ist typisch für den Maler Rudolf Weiss (1846–1933). Der gebürtige Basler lebt später in Biel und setzt sich im späten 19. Jahrhundert wie viele europäische Künstlerinnen und Künstler mit dem «Orient» auseinander. Als Wandergeselle arbeitet er in Kairo (Ägypten). Hier entwickelt er einen authentischeren Blick als viele seiner Zeitgenossen: Davon zeugen etwa die leuchtenden Farben der Orangen und der Kleidung. Dennoch gehört sein Werk in den Kontext des «Orientalismus» – jener Denkweise, die Edward Said (1935–2003) als westliches Konstrukt eines fremden «Anderen» beschreibt.
Auch der Bieler Maler und Bühnenbildner Karl Walser unternimmt 1908 eine Reise: Sein Aufenthalt in Japan prägt sein künstlerisches Schaffen nachhaltig. In einer Art künstlerischem Eskapismus sucht er bewusst nach dem verschwindenden, traditionellen Japan. Die modernen industriellen Entwicklungen und den westlichen Imperialismus blendet er aus.
Mit ihren teils über zwei Monate dauernden Reisen nach Algerien ab 1930 steht die Bieler Malerin Betty Fankhauser ebenfalls in dieser Tradition. Zahlreiche Skizzen und Aquarelle zeugen von ihrem echten Interesse für Land und Leute und einem aufrichtigen Austausch.
Viele orientalistisch geprägte Gemälde schmücken in dieser Epoche bürgerliche Haushalte in der Schweiz. Gleichzeitig verbreiten sich Produkte wie Kaffee, Tabak, Kakao und Zucker aus den Kolonien. Die Werbung dafür verwendet eine stereotypisierende Bildsprache, die heute klar als rassistisch einzustufen ist. Auch mit Kinderspielzeug oder in Zeitschriften werden die teils abwertenden Vorurteile verstärkt.
| Künstler/-in | Johann Rudolf Weiss (1846–1933) |
| Gegenstand | Gemälde |
| Titel | Orangenträgerin in Kairo |
| Datierung | Um 1875 |
| Material | Öl auf Leinwand |
| Eigentümer/-in | NMB Neues Museum Biel |
«Ein anderes Mal setzen wir uns in ein Kaffeehaus an der Musski und betrachten beim duftenden Mokka und gurgelnden Nargyle das vorbei wogende Getriebe auf der Strasse. Da kommt ein Sackatschy und spritzt seinen Sack Wasser auf die Strasse zur Abkühlung, denn Spritzwagen gibt es hier keine. Dann kommt eine Orangenhändlerin uns ihre Früchte anbietend sehr billig, man sieht von ihr nur die Augen, ihre Kleidung ist das Einfachste, was man sich denken kann, ein einfaches dunkle blaues Hemd, über dem Kopf hinten hinunter ebenfalls ein blaues Tuch, und an einem Spulenartigen Klötzchen auf der Stirn hängt wieder ein langes dunkles Tuch über die Nase herunter, so lange wie das Hemd[…]»
aus: Ah! Dieses Leben, diese Farbenglut! Zwei Schweizer auf Gesellenwalz im Orient (1865–1874)
Die «orientalische» Frau wird zum Objekt eines westlichen Blicks, der weniger an tatsächlichen Menschen als an der Projektion eines «Anderen» interessiert ist.
Weiss bedient, trotz seines längeren Aufenthalts im Orient, koloniale Bildtraditionen und Machtstrukturen. Seine Malerei funktioniert als Teil jenes «Otherings», das den «Orient» als Gegenbild zum «Westen» konstruiert. Weiss’ Darstellung der Kairoer Frau mit Orangen offenbart den problematischen Versuch, durch einen «Szenenwechsel» die traditionelle und im 19. Jahrhundert bereits im Niedergang befindliche Genremalerei wiederzubeleben. Der Orientalismus diente hier als exotische Kulisse, um der Malerei eine neue dramatische Spannung zu verleihen. Doch dieser Versuch scheiterte letztlich, wie auch der Orientalismus in der Schweizer Kunst ohne nachhaltige Wirkung blieb.
| Künstler/-in | Karl Walser (1877–1943) Bernhard Kellermann (1879–1951) |
| Gegenstand | Buch mit Titelblatt und Frontispiz |
| Titel | «Sassa yo Yassa. Japanische Tänze», Berlin: Paul Cassierer |
| Datierung | 1911 |
| Eigentümer/-in | NMB Neues Museum Biel |
Der deutsche Kunsthändler und Verleger Paul Cassirer finanziert zwei vielversprechenden jungen Künstlern, dem Schriftsteller Bernhard Kellermann und Karl Walser, dem die Aufträge in Berlin nur so zuströmen, 1908 eine Reise nach Japan. Der Japonismus liegt in der europäischen Kultur damals im Trend. Reich illustrierte Zeitschriften präsentieren Japan und die japanische Kultur.
Nach ihrer Rückkehr werden «Ein Spaziergang in Japan» (1910) und «Sassa yo Yassa. Japanische Tänze» (1911), zwei von Walser illustrierte Erzählungen Kellermanns, zu wahren Bestsellern.
| Künstler/-in | Betty Fankhauser |
| Gegenstand | Zeichnung |
| Titel | Mohami et Sara, Bou-Saada |
| Datierung | 1951 |
| Technik | Aquarell auf Papier |
| Eigentümer/-in | NMB Neues Museum Biel |
Ab 1930 verbringt die Bielerin Betty Fankhauser mehrere Monate in Algerien. Die lokale Presse verfolgt ihre Reisen und wünscht der Künstlerin 1951 «eine reichhaltige malerische Ausbeute». Diese kommt sowohl der Künstlerin als auch ihrer Geburtsstadt zugute, die über Fankhausers Werke «den Alltag und die Bräuche der Menschen von dort» kennenlernt.
Mit Einfühlungsvermögen porträtiert sie Land und Leute. Sitten und Alltagsrituale der arabischen Welt nehmen in ihren Aquarellen Gestalt an. Sie entdeckt neue Bräuche, die sie amüsieren oder erstaunen. Im Mittelpunkt stehen menschliche Figuren – sie interessiert sich für «Land und Leute» statt für Museen.
In einer algerischen Oase schafft sie authentische Aquarelle von Männern in traditioneller Tracht und elegant gekleideten Frauen.
| Künstler/-in | Philippe Robert (1881–1930) |
| Gegenstand | Notizhefte |
| Titel | Einige Gemälde von meiner Reise nach Ägypten |
| Datierung | 1924 |
| Eigentümer/-in | Stiftung Sammlung Robert, NMB |
Der Bieler Künstler Philippe Robert unternimmt mehrere Reisen in den Süden: nach Rom (1913/1914), Griechenland (1920) und Ägypten (1924). Nach seiner Rückkehr schreibt er seine Reiseerlebnisse nieder und fertigt zahlreiche Gemälde an, die Sehenswürdigkeiten, Denkmäler und Landschaften zeigen. Seine Reiseeindrücke fliessen auch in seine zahlreichen Wandbilder ein, wie beispielsweise im Bahnhof des Wartesaales Biel.
| Hersteller/-in | Gebr. Hoffmann AG, Thun |
| Gegenstand | Kaffeedose |
| Titel | Kaffeerösterei Enzmann-Oster |
| Datierung | Um 1940 |
| Eigentümer/-in | NMB Neues Museum Biel |
Die Kaffeerösterei Enzmann-Oster befindet sich ab 1930 bis mindestens 1945 an der Bahnhofstrasse 39 in Biel. Ab dem 19. Jahrhundert entstehen Kolonialwarenläden überall in der Schweiz. Diese Kaffeedose soll das «Exotische» hervorheben, bedient jedoch stereotype und rassistische Bilder: Ein schwarzer Mann mit überzeichneten Gesichtszügen, kaum bekleidet und eine Schale mit Kaffee tragend, wirkt, als folge er einem ekstatischen Tanz, in den ihn der Duft der gerösteten Kaffeebohnen versetzt. Kaffee ist dank des transatlantischen Warenhandels zum erschwinglichen Grundnahrungsmittel geworden. Durch versklavte Arbeitskräfte auf den Plantagen werden Kolonialwaren wie Zucker und Kakao auch hierzulande günstiger und für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich.
| Hersteller/-in | Maurice Schlesinger, Verl. |
| Gegenstand | Notenbuch von Fanny Neuhaus |
| Titel | «Revue et gazette musicale de Paris – Album de chant»: Félicien David, L’Egyptienne |
| Datierung | 1842 |
| Eigentümer/-in | NMB Neues Museum Biel |
Hauskonzerte und Musik sind in der Familie Neuhaus gang und gäbe. Dieses Notenbuch gehört einst der Tante von Dora Neuhaus: Fanny Neuhaus. Das Musizieren zu Hause wird fester Bestandteil der bürgerlichen Kultur, gleich wie Literatur oder Kulturreisen. Insbesondere für Töchter aus besserem Hause gehören Klavierspielen und Singen zum Bildungskanon. So auch bei der Familie Neuhaus, deren Notensammlung heute im Neuen Museum Biel aufbewahrt wird. Fanny Neuhaus spielt demnach diese Melodie des französischen Komponisten Félicien David (1810–1876). Nach seiner Ägyptenreise prägt er den musikalischen Orientalismus. «L’Égyptienne» (1841) aus seinen «Mélodies orientales» führt exotische Klänge in die französische Salonmusik ein und erreicht so auch Bieler Hauskonzerte.
| Hersteller/-in | Spear & Söhne Verlag, Nürnberg |
| Gegenstand | Gesellschaftsspiel |
| Titel | Um die weite Welt |
| Datierung | 1909 |
| Eigentümer/-in | NMB Neues Museum Biel |
Der Nürnberger Verlag der Familie Spear zählt zu den grossen Namen in der Geschichte der Gesellschafts- und Beschäftigungsspiele. Auf dem geografischen Lotto von ca. 1910 manifestiert sich die Weltordnung europäischer Mächte, die die Welt unter sich aufgeteilt haben. Ein Kolonialherr schiesst auf einen Tiger und ein Trapper macht Jagd auf Pelztiere. Dazu gibt sich ein Reigen weisser, gut gekleideter Kinder die Hand rund um den Globus. Stereotypisierte und rassistische Darstellungen Menschen aus dem globalen Süden vervollständigen das Weltbild. So werden kolonialistischen Motive von Überlegenheit und Herrschaft den Kindern in den bürgerlichen Stuben vermittelt.
| Hersteller/-in | Mido AG., Uhrenfabrik, Biel |
| Gegenstand | Heft |
| Titel | Mido’s Abenteuer in Afrika |
| Datierung | Um 1952 |
| Eigentümer/-in | NMB Neues Museum Biel |
Das Maskottchen der Bieler Uhrenmarke Mido, der MIDO Roboter, wird 1939 zum ersten Mal verwendet.Er tritt als Botschafter und Symbol für Fortschritt und Robustheit in Erscheinung. In diesem Heft, das speziell an Kinder adressiert ist, reist Robi nach Afrika, wird dort von Beduinen verschleppt, von der Wüstenpolizei mit dem Flieger befreit, der jedoch abstürzt. So landet Mido bei den Eigeborenen, die ihn auf Grund seines Glanzes als neuen König verehren, ihn mit Geschenken überschütten, die er dann zurück in die Schweiz bringt. Die Zeichnungen zeigen die Bewohnenden des Afrikanischen Kontinents in stereotypisierten und rassistischen Darstellungen.
| Künstler/-in | Louis Aubert |
| Gegenstand | Zauberlaterne |
| Titel | Buddha |
| Datierung | 1879 |
| Eigentümer/-in | Kinosammlung Piasio, NMB Neues Museum Biel |
Ursprünglich werde Zauberlaternen in kleiner Zahl hergestellt. Im 18. Jahrhundert entstehen zwei Qualitätsniveaus: anspruchsvolle Laternen für professionellen Gebrauch und einfache Spielzeug-Laternen für Kinder. Obwohl billiger als ihre professionellen Vorbilder, bleiben sie Luxusprodukte. Der Pariser Blechschmied Louis Aubert ist einer der virtuosesten Hersteller von «Spielzeug-Laternen». Seine Zauberlaternen aus Weissblech, verziert mit Alkohollack, revolutionieren die Kinderunterhaltung. 1854 patentiert er ein innovatives Beleuchtungssystem. Berühmt wird er mit fantasievollen Zauberlaternen, unter anderem seiner «Buddha-Laterne», die weniger einen Buddha darstellt als vielmehr eine stereotypische Darstellung eines sitzenden, lächelnden, schnurrbärtigen Mandarins.
| Künstler/-in | Unbekannt |
| Gegenstand | Glasbilder für Zauberlaterne |
| Titel | Darstellungen Süd- und Nordamerika |
| Datierung | Um 1910 |
| Eigentümer/-in | Kinosammlung Piasio, NMB Neues Museum Biel |
Die Glasbilder ermöglichten Kindern wohlhabender Schichten Reisen in ferne Länder und die Betrachtung exotischer Tierwelten – neben lehrreichen Sujets dienten farbenfrohe Märchen- und Genrebilder dem reinen Vergnügen.
Dabei werden durch Glasbilder auch koloniale Weltanschauungen und rassistische Vorstellungen als scheinbar objektives Wissen an die Kinder herangetragen.
| Artiste | Johann Rudolf Weiss (1846–1933) |
| Objet | Peinture |
| Titre | Porteuse d’oranges au Caire |
| Datation | Vers 1875 |
| Matière | Huile sur toile |
| Propriétaire | NMB Nouveau Musée Bienne |
« Une autre fois, nous nous installons dans un café sur la Musski et, tout en savourant un moka parfumé et une narguilé gargouillante, nous observons le flot animé de la rue. Voilà qu’arrive un Sackatschy, qui jette son sac d’eau sur la chaussée pour la rafraîchir — ici, il n’y a pas de voiture-citerne. Puis vient une marchande d’oranges, proposant ses fruits à très bon prix. D’elle, on ne voit que les yeux; ses vêtements sont les plus simples qu’on puisse imaginer : une simple chemise bleu foncé, un foulard, lui aussi bleu, tombant derrière sa tête, et, suspendu à un petit bloc en forme de bobine posé sur son front, un long tissu sombre retombe sur son nez, aussi long que la chemise […] »
Extrait de: Ah! Dieses Leben, diese Farbenglut! Zwei Schweizer auf Gesellenwalz im Orient (1865–1874)
Ici, la femme « orientale » devient l’objet d’un regard occidental, qui s’intéresse moins aux personnes en tant que telles qu’à une projection fantasmée de l’«Autre». En dépit de son long séjour en Orient, Weiss n’échappe pas aux imaginaires visuels et aux structures de pouvoir hérités du colonialisme. Sa peinture participe à ce processus d’othering qui construit l’« Orient » comme contre-image de l’« Occident ».
La représentation que Weiss fait de cette marchande d’oranges cairote révèle une tentative problématique de raviver la peinture de genre, alors déjà en déclin, par un « changement de décor ». L’orientalisme sert ici de toile de fond exotique, censée insuffler une nouvelle tension dramatique à la peinture. Mais cette tentative finit par échouer, tout comme l’orientalisme dans l’art suisse, qui ne laissera pas d’empreinte durable.
Cette œuvre est emblématique du peintre Rudolf Weiss (1846–1933). Originaire de Bâle et plus tard installé à Bienne, il partage, comme de nombreux·ses artistes européen·ne·s de la fin du 19e siècle, un intérêt pour ce que l’on nomme alors l’« Orient ». Compagnon artisan, il séjourne un temps au Caire (Égypte), où il développe un regard plus nuancé que bien des artistes de son époque – en témoignent les couleurs vives des oranges et des vêtements. Son travail s’inscrit néanmoins dans le courant orientaliste, cette représentation fantasmée de l’« Autre », telle que l’a analysée Edward Said.
Le peintre et scénographe biennois Karl Walser entreprend lui aussi un voyage en 1908 : son séjour au Japon marque durablement sa production artistique. Dans une forme d’évasion esthétique, il cherche à saisir un Japon traditionnel en voie de disparition, occultant les réalités de l’industrialisation et de l’impérialisme occidental.
À partir de 1930, la peintre biennoise Betty Fankhauser s’inscrit elle aussi dans cette tradition avec ses voyages en Algérie, parfois longs de plusieurs mois. De nombreuses esquisses et aquarelles témoignent de son réel intérêt pour le pays et ses habitant·e·s, ainsi que d’échanges marqués par la réciprocité et le respect.
À cette époque, de nombreux tableaux empreints d’orientalisme ornent les intérieurs bourgeois suisses. En parallèle, des produits coloniaux comme le café, le tabac, le cacao ou le sucre se diffusent largement. La publicité recourt alors à un langage visuel stéréotypé, aujourd’hui reconnu comme raciste. Ces représentations imprègnent aussi les jouets ou les magazines pour enfants, renforçant les préjugés, en partie dévalorisants, liés aux populations du Sud global.
| Artiste | Karl Walser (1877–1943) Bernhard Kellermann (1879–1951) |
| Objet | Livre avec page de titre et frontispice |
| Titre | «Sassa yo Yassa. Japanische Tänze [Danses japonaises]», Berlin : Paul Cassierer |
| Datation | 1911 |
| Propriétaire | NMB Nouveau Musée Bienne |
En 1908, deux jeunes artistes prometteurs, l’écrivain Bernhard Kellermann et le peintre Karl Walser, dont les œuvres sont alors très recherchées à Berlin, se voient offrir un voyage au Japon, financé par le marchand d’art et éditeur allemand Paul Cassirer.
À cette époque, le japonisme est en vogue dans la culture européenne : des revues richement illustrées présentent le Japon et sa culture.
À leur retour, ils publient Ein Spaziergang in Japan (1910) ainsi que Sassa yo Yassa. Japanische Tänze (1911), deux récits de Kellermann illustrés par Walser, qui deviennent de véritables best-sellers.
| Artiste | Betty Fankhauser |
| Objet | Dessin |
| Titre | Mohami et Sara, Bou-Saada |
| Datation | 1951 |
| Technique | Aquarelle sur papier |
| Propriétaire | NMB Nouveau Musée Bienne |
À partir de 1930, la Biennoise Betty Fankhauser passe plusieurs mois en Algérie. La presse locale suit ses voyages et lui souhaite, en 1951, « une riche moisson picturale». Celle-ci profitera autant à l’artiste qu’à sa ville natale, qui découvre, à travers les œuvres de Fankhauser, «les us et coutumes des gens de là-bas ».
Avec une grande sensibilité, elle brosse le portrait d’un pays et de sa population. Dans ses aquarelles, les mœurs et les rituels du quotidien dans le monde arabe prennent forme. Elle y découvre des coutumes qui l’amusent ou l’étonnent. L’humain est au centre de son art : elle s’intéresse au pays et à ses habitant·e·s bien plus qu’aux musées.
Dans une oasis algérienne, elle réalise des aquarelles authentiques représentant des hommes en costumes traditionnels et des femmes élégamment vêtues.
| Artiste | Philippe Robert (1881–1930) |
| Objet | Carnets de notes |
| Titre | Quelques tabelaux de mon voyage en Egypte |
| Datation | 1924 |
| Propriétaire | Fondation Collection Robert, NMB |
Philippe Robert effectue plusieurs voyages qui le mènent vers le Sud: à Rome (1913/1914), en Grèce (1920) puis en Égypte (1924). En résultent de nombreuses toiles représentant des sites et monuments, des paysages ainsi que des portraits.
| Producteur/productrice | Gebr. Hoffmann AG, Thun |
| Objet | Boîte à café |
| Titre | Kaffeerösterei Enzmann-Oster |
| Datation | Vers 1940 |
| Propriétaire | NMB Nouveau Musée Bienne |
De 1930 jusqu’à au moins 1945, la torréfaction de café Enzmann-Oster est installée au numéro 39 de la rue de la Gare à Bienne. À partir du 19ᵉ siècle, des magasins spécialisés dans la vente de marchandises coloniales ouvrent leurs portes dans toute la Suisse. Cette boîte de café entend mettre en valeur « l’exotisme », mais véhicule des représentations stéréotypées et racistes. Un homme noir, aux traits fortement exagérés, à peine vêtu et portant un bol de café, semble se livrer à une danse extatique provoquée par l’odeur des grains torréfiés. Grâce au commerce transatlantique, le café est devenu un produit de base bon marché. Le recours à une main-d’œuvre asservie dans les plantations a permis de rendre les denrées coloniales comme le sucre ou le cacao meilleur marché – y compris en Suisse – et accessibles à de larges couches de la population.
| Producteur/productrice | Maurice Schlesinger, Ed. |
| Objet | Partition de Fanny Neuhaus |
| Titre | « Revue et gazette musicale de Paris – Album de chant » : Félicien David, L’Egyptienne |
| Datation | 1842 |
| Propriétaire | NMB Nouveau Musée Bienne |
Dans la famille Neuhaus, les salons musicaux et la pratique musicale font partie intégrante du quotidien. Ce recueil de partitions appartenait autrefois à Fanny Neuhaus, la tante de Dora Neuhaus. Dans les foyers bourgeois, la musique s’impose alors comme un élément central de la vie culturelle, au même titre que la littérature ou les voyages. Dans les milieux aisés, les jeunes filles apprennent à jouer du piano et à chanter. Il en va de même chez les Neuhaus, dont la collection de partitions est aujourd’hui conservée au Nouveau Musée Bienne. Fanny Neuhaus interprète notamment cette mélodie du compositeur français Félicien David (1810–1876). Après un voyage en Égypte, celui-ci devient une figure emblématique de l’orientalisme musical. « L’Égyptienne » (1841), issue de ses « Mélodies orientales », introduit des sonorités dites « exotiques » dans la musique de salon française — des échos qui résonne aussi jusqu’à Bienne.
| Producteur/productrice | Spear & Söhne Verlag, Nürnberg |
| Objet | Jeu de société |
| Titre | Autour du vaste monde |
| Datation | 1909 |
| Propriétaire | NMB Nouveau Musée Bienne |
La famille Spear, à Nuremberg, compte parmi les plus importantes maisons d’édition de jeux de société de l’histoire. Ce loto géographique, datant d’environ 1910, met en lumière l’ordre mondial imaginé par les puissances européennes qui se sont partagé le globe. Un colon abat un tigre, un trappeur chasse des animaux à fourrure. S’ajoute à cela une ronde d’enfants à la peau blanche, bien habillés, qui se tiennent par la main en faisant le tour de la Terre. L’image est complétée par des représentations stéréotypées et racistes des populations du Sud global. Ainsi, les motifs coloniaux de supériorité et de domination sont transmis dans les salons bourgeois dès le plus jeune âge.
| Producteur/productrice | Mido S.A., Fabrique d’Horlogerie, Bienne |
| Objet | Carnet |
| Titre | Les Aventures de Mido en Afrique |
| Datation | Vers 1952 |
| Propriétaire | NMB Nouveau Musée Bienne |
La mascotte de la marque horlogère biennoise Mido, le robot MIDO, fait sa première apparition en 1939. Il incarne alors le progrès et la robustesse, en tant qu’ambassadeur de la marque. Dans ce livret spécialement destiné aux enfants, Robi voyage en Afrique, où il est enlevé par des Bédouins, puis libéré par la police du désert grâce à un avion – qui s’écrase peu après. Robi atterrit ainsi chez les « indigènes », qui, éblouis par son éclat, le vénèrent comme un nouveau roi et le couvrent de cadeaux qu’il ramène ensuite en Suisse. Les illustrations présentent les habitant·e·s du continent africain à travers des représentations stéréotypées et racistes.
| Artiste | Louis Aubert |
| Objet | Lanterne magique |
| Titre | Bouddha |
| Datation | 1879 |
| Propriétaire | Cinecollection Piasio, NMB Nouveau Musée Bienne |
À l’origine, les lanternes magiques sont fabriquées en petits nombre. Dès le 18ᵉ siècle, deux gammes distinctes apparaissent : des modèles sophistiqués, conçus pour les professionnels, et de simples lanternes-jouets destinées aux enfants. Bien que plus accessibles que les versions professionnelles, ces dernières demeurent des objets de luxe. Parmi les maîtres de cet art, le ferblantier parisien Louis Aubert se distingue par son savoir-faire et son inventivité. Réalisées en fer-blanc et rehaussées de vernis à l’alcool, ses créations transforment les divertissements enfantins. En 1854, il dépose un brevet pour un système d’éclairage innovant. Toujours plus imaginatif, Aubert signe alors une série de lanternes d’une grâce et d’un raffinement remarquables, dont la célèbre « lanterne Bouddha » — qui évoque moins un Bouddha qu’une représentation stéréotypée d’un mandarin moustachu, assis et souriant.
| Artiste | Inconnu |
| Objet | Plaques en verre pour lanterne magique |
| Titre | Représentations Amérique du Sud et du Nord |
| Datation | Vers 1910 |
| Propriétaire | Cinecollection Piasio, NMB Nouveau Musée Bienne |
Ces plaques de verre permettaient aux enfants issus de milieux aisés d’accéder à des contrées lointaines et à une faune exotiques. Aux côtés de sujets à visée éducative, des scènes de genre ou des contes hauts en couleur servent avant tout à divertir.
Mais des images véhiculent également une vision coloniale du monde, tout comme des représentations racistes, présentées aux enfants comme un savoir objectif.