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Die Kelten und wir 


Leuchtturmobjekt


Heute

19. Jahrhundert

Antike

Dieses Halsring-Fragment aus Eisen ist eines von mehreren tausend Objekten der Fundstelle La Tène bei Marin (NE). Der Bieler Friedrich Schwab entdeckt diese archäologische Stätte im Jahr 1857. Vor allem Ausrüstungsgegenstände keltischer Krieger, aber auch Alltagsobjekte und Knochen von Menschen und Tieren bereichern seine grosse «Pfahlbausammlung». Diese stösst international auf grosses Interesse.

Verschiedene Länder Europas entdecken in jener Zeit ihre eigene Vorgeschichte: In Frankreich, Deutschland und England entstehen grosse Universalmuseen, die auch Fundstücke von La Tène oder Kopien davon ausstellen. Gleichzeitig bringen Forscherinnen und Forscher Ordnung in die vorrömischen Funde Europas: Eine Dreiteilung in Stein-, Bronze- und Eisenzeit setzt sich durch.

In der Schweiz rückt die Urgeschichte ebenfalls in den Fokus. Der keltische Stamm der Helvetier und die Pfahlbauer werden im jungen Bundesstaat zum Symbol einer gemeinsamen Vergangenheit. 1867 präsentiert sich die Schweiz an der Weltausstellung in Paris sogar mit Funden dieser mythischen Vergangenheit – mittendrin die Bieler Sammlung!

Wer waren die Menschen, die in der Eisenzeit am Neuenburgersee all diese Gegenstände hinterlassen haben? Ohne keltische Schriftquellen kennt man lange nur die Sicht vor allem römischer Autoren – sie leben in der Ferne und sind von Jahrhunderten andauernden Konflikten beeinflusst.

Heute verfeinern Forscherinnen und Forscher aus ganz Europa das Bild der Kelten. Auch die Interpretation der Fundstelle La Tène steht wieder im Fokus: Die Funde sind demnach Reste eines Siegesdenkmals, bei dem die Waffen und die besiegten Gegner zur Schau gestellt werden.

GegenstandTorque
FundortLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Kaum ein anderes Objekt symbolisiert die Kelten so gut wie der «Torque», ein massiver verzierter Halsring aus Metall. Das ausgestellte Exemplar besitzt ein Stempelende sowie einen mit Knoten und geometrischen Dreiecksmotiven verzierten Reif. Der Halsring ist ursprünglich dreiteilig: Es fehlen das Gegenstück und die Verbindung dazwischen.

Torques findet man vor allem in reichen Gräbern, in denen Angehörige der herrschenden Elite – Männer wie Frauen – bestattet sind. Auch an Stein- und Holzskulpturen jener Zeit erkennt man oft einen Torque als auffälliges Attribut.

Eisen als Werkmaterial ist ungewöhnlich; die meisten dieser Halsringe sind aus Bronze oder Gold gefertigt. Bei der Steckverbindung stellt sich zudem die Frage, wie gut das hält. Wurde der Torque etwa gar nicht von einem keltischen Adligen getragen, sondern schmückte den Hals einer Statue?

Lange bevor 1857 bei La Tène die ersten Eisenfunde entdeckt werden, kennen Altertumsforscher die Kelten und Helvetier aus den Texten antiker Autoren. Sie berichten aus eigener Hand von ihren Reisen in Gallien oder tragen zusammen, was sie anderswo gelesen oder gehört haben.

Neben geographischen und ethnologischen Berichten, gibt es historische Texte, in denen die militärischen Konflikte zwischen den Römern und den gefürchteten Kelten festgehalten sind – natürlich aus römischer Sicht.

Detailliert Auskunft über die Lebensweise der Kelten – die Römer nennen sie Gallier – gibt uns Gaius Julius Cäsar, ausgerechnet in seinem Werk «De bello gallico», ein politisch motivierter Bericht über seinen 58 v. Chr. begonnenen Krieg gegen die Gallier.

Seine Ausführungen muss man deshalb sehr kritisch lesen: Die Beschreibung brutaler Menschenopfer zum Beispiel ist wohl eher dazu da, ein negatives Licht auf die Kelten zu werfen und die Leserschaft in Rom von seiner Sache zu überzeugen.


«Der Istros [Donau] fliesst vom Land der Kelten und der Stadt Pyrene mitten durch Europa. Die Kelten leben jenseits der Säulen des Herakles [Gibraltar] als Nachbarn der Kynesier, die als letzte von den Völkern Europas gegen Westen wohnen.»
Herodot (484–425 v. Chr.), Historien, Buch II, 33.3


«Die Helvetier waren reich und friedliebend. Als sie bemerkten, dass der Reichtum dieser Raubzüge den ihren weit übertraf, schlossen sich die Helvetier […] den Kimbern an. Doch alle wurden von den Römern besiegt.

Poseidonios (135–50 v. Chr.) zitiert bei Strabon (63 v. Chr.–23 n. Chr.), Geographie, Buch VII, 2.2


«Cäsar erinnerte sich daran, dass der Konsul Lucius Cassius getötet worden war und sein Heer von den Helvetiern geschlagen und gezwungen worden war, unter dem Joch hindurchzugehen […]»
Gaius Julius Cäsar (100-44 v. Chr.), Über den Gallischen Krieg, Buch I, 7.3


«Die ganze Nation der Gallier ist sehr abergläubisch. […] Sie glauben, dass die unsterblichen Götter nicht günstig gestimmt werden können, wenn nicht das Leben eines Menschen für das Leben eines anderen dargebracht wird. Sie haben sogar öffentliche Opfer dieser Art eingeführt.»
Gaius Julius Cäsar (100–44 v. Chr.), Über den Gallischen Krieg, Buch VI, 16.1–3


«Manche haben Figuren von gewaltiger Grösse, deren Gliedmassen aus Weidengeflecht bestehen und die sie mit lebenden Menschen füllen; diese werden dann in Brand gesteckt, wobei die Menschen in den Flammen umkommen.»
Gaius Julius Cäsar (100-44 v. Chr.), Über den Gallischen Krieg, Buch VI, 16.3–4

GegenstandZange
DatierungUm 1850
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Historische Sammlung der Stadt Biel

Diese Zange gehört einst dem Bieler Friedrich Schwab (1803–1869), Sohn eines wohlhabenden Indienne-Fabrikanten, Mitglied des Bieler Gemeinderats, leidenschaftlicher Jäger. Mit knapp 50 Jahren packt ich ihn das Sammelfieber: Von einem Ruderboot aus birgt er mit Hilfe von Zange und Schaufel prähistorische Funde aus gebranntem Ton, Knochen, Geweih, Stein und Bronze vom Grunde der Westschweizer Seen.

Schwab stellt auch Fischer ein, die für ihn mit geübtem Auge das Suchen übernehmen. Einer dieser Angestellten, Hans Kopp, entdeckt 1857 bei La Tène am Ausfluss des Neuenburgersees ein grosses Ensemble an Eisenfunden.

Schwab ist selber nicht in der Lage seine Funde zeitlich richtig einzuordnen – trotz Kontakten zu anderen Schweizer Altertumsforschern. Alles wird in einen Topf geworfen und «keltischen Pfahlbauern» zugeschrieben.

Künstler/-inEugène Ciceri (1813–1890), Philippe Benoist (1813–1896)
GegenstandLithografie
TitelOffizielle Ansicht aus der Vogelperspektive Weltausstellung von 1867 [Paris]
Datierung1867
Eigentümer/-inLibrary of Congress

An der Weltausstellung in Paris 1867 ist auch die Schweiz vertreten. Im Hauptgebäude, dem Eisernen Palast, im Bereich «Geschichte der Arbeit» präsentiert sie sich stolz mit ihren Pfahlbauten: Die gezeigten Funde sollen den Erfindergeist, Fleiss und Kunstfertigkeit der Schweizer Vorfahren bezeugen. Die Objekte stammen aus verschiedenen Sammlungen, allen voran die Sammlung von Friedrich Schwab, die damals grösste Pfahlbausammlung überhaupt!

Dass Schwabs Sammlung mit von der Partie ist, ist dem Neuenburger Geologen Éduard Desor (1811–1882) zu verdanken, der selber Aussteller ist und seine eigenen wissenschaftlichen Ziele verfolgt. Die prähistorische Archäologie steckt in jener Zeit nämlich noch in den Kinderschuhen. Und es sind Naturwissenschaftler wie Desor, die diese Disziplin weiter voranbringen.

Hersteller/-inPhotographische Anstalt J. Häuselmann, Biel
TitelAntiquarium oder zehn photographirte Tafeln, mit deutschem und französischem Text. Copieen der aus dem Museum Schwab in Biel, von dessen Gründer an die Pariser Ausstellung von 1867 gesandten, in den Pfahlbauten der Schweiz aufgefundenen Gegenstände.
Datierung1867
Eigentümer/-inArchives Nationales, Frankreich 

Die Funde, die Friedrich Schwab an die Weltausstellung in Paris schickt, werden für den Transport und das Ausstellen auf zehn Holztafeln montiert. Diese lässt er wohl als Andenken in Biel fotografieren und unter dem Namen «Antiquarium» veröffentlichen.

Die drei ausgestellten Fototafeln zeigen eisenzeitliche Funde von La Tène. Erkennen sie die Fundstücke in der grossen Vitrine wieder?

Künstler/-inPierre Petit (1831–1909)
GegenstandFotografie
TitelFunde aus den Pfahlbaustationen
Datierung1867
Eigentümer/-inArchives Nationales, Frankreich 

Das Foto zeigt einen Teil des Schweizer Beitrages an der Weltausstellung: In den Vitrinen sind Funde von sechs Sammlungen ausgestellt. Links im Bild erkennt man bronzezeitliche Funde der Sammlung von Friedrich Schwab.

Schwab selber erkennt keinen zeitlichen Unterschied innerhalb seiner Sammlung. Eduard Desor Aber realisiert, dass die in Dänemark entwickelte Dreiteilung der Urgeschichte in Stein-, Bronze- und Eisenzeit auch für die Schweiz gilt.

Die keltischen Funde von La Tène spielen für Desor eine besondere Rolle: Sie sind der missing link zwischen den historisch fassbaren Römern und der Epoche der Pfahlbauten. Die Weltausstellung in Paris ist eine einmalige Gelegenheit, Funde aus verschiedenen Sammlungen der Schweiz an einem Ort einem internationalen Fachpublikum präsentieren zu können, geordnet nach seinen Vorstellungen; in ein «Zeitalter der bearbeiteten Steine», ein «Bronzealter» und in eine «Helvetische Periode».

GegenstandGussform
DatierungUm 1863
Eigentümer/-inMusée Archéologie Nationale FR

Die Sammlung von Friedrich Schwab wird bald bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Vertreter europäischer Museen nehmen in den 1860er-Jahren Kontakt auf und besichtigen die Sammlung in seinem Wohnhaus in Biel. Unter ihnen ist kein geringerer als der französische Kaiser Napoleon III., der sich selber sehr für die gallische, also keltische Vergangenheit Frankreichs interessiert.

Für den Aufbau des neuen Musée des Antiquités nationales in Saint-Germain-en-Laye bei Paris lässt er in den umliegenden Ländern Funde dieser Epoche oder Abgüsse davon beschaffen. Schwab willigt ein, dass Abgüsse seiner Sammlungsstücke gemacht werden. Die Abgüsse und Gussformen existieren noch heute. Die gezeigte Gussform gehört zum ebenfalls hier ausgestellten Fragment eines Torque.

Künstler/-inLudwig Lindenschmit (1809–1893)
GegenstandInventarbuch
DatierungNach 1860
Eigentümer/-inLeibniz-Zentrum für Archäologie, Mainz DE

In den 1860er-Jahren suchen Prähistoriker aus namhaften europäischen Museen den Kontakt mit Friedrich Schwab.

Ludwig Lindenschmit (1809–1893), der Mitbegründer und erste Direktor des «Römisch-Germanische Centralmuseum» in Mainz, lässt mit Schwabs Erlaubnis Abgüsse von Funden in der Bieler Sammlung erstellen. Ziel ist der Aufbau einer wissenschaftlichen Vergleichssammlung in Mainz. Das Inventarbuch von Lindenschmit dokumentiert diese Fundstücke: Bronzeobjekte in Grün, Eisenfunde aus La Tène in Rot. Abgüsse und Gussformen gehen jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren.

Gleich zweimal erhält Schwab Besuch von August Franks (1826–1897), Prähistoriker am British Museum in London. Sein Interesse gilt vor allem der keltischen Kunst der Eisenzeit. Als einer der Ersten erkennt er, dass die Funde von La Tène dieser Epoche zuzuordnen sind. Unter den Beständen des British Museum befinden sich bis heute Objekte, die auf Geschenke Schwabs zurückgehen. 

Künstler/-inO. Jewitt
GegenstandLithografie
TitelSchild und Schwert aus der Themse
Datierung1863

In den 1860er-Jahren suchen Prähistoriker aus namhaften europäischen Museen den Kontakt mit Friedrich Schwab. Ludwig Lindenschmit (1809–1893), der Mitbegründer und erste Direktor des «Römisch-Germanische Centralmuseum» in Mainz, lässt mit Schwabs Erlaubnis Abgüsse von Funden in der Bieler Sammlung erstellen. Ziel ist der Aufbau einer wissenschaftlichen Vergleichssammlung in Mainz. Das Inventarbuch von Lindenschmit dokumentiert diese Fundstücke: Bronzeobjekte in Grün, Eisenfunde aus La Tène in Rot. Abgüsse und Gussformen gehen jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren.

Gleich zweimal erhält Schwab Besuch von August Franks (1826–1897), Prähistoriker am British Museum in London. Sein Interesse gilt vor allem der keltischen Kunst der Eisenzeit. Als einer der Ersten erkennt er, dass die Funde von La Tène dieser Epoche zuzuordnen sind. Unter den Beständen des British Museum befinden sich bis heute Objekte, die auf Geschenke Schwabs zurückgehen.

Künstler/-inFriedrich Ludwig von Rütte (1829–1903)
GegenstandAquarell
TitelMuseum Schwab
Datierung1870
Eigentümer/-inHochbau der Stadt Biel

Die Geburtsstunde zahlreicher grosser europäischer Museen fällt ins 19. Jahrhundert: das British Museum in London zwischen 1823 und 1846, das Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz 1852, das Musée des Antiquités nationales in Saint-Germain-en-Laye bei Paris 1867. Sie alle präsentieren auch die Geschichte der Menschheit von ihren Anfängen an, insbesondere die Vergangenheit der eigenen Nation.  

1873 feiert Biel die Eröffnung des Museums Schwab. Es ist in der Schweiz erst das dritte eigens dafür errichtete Museum und zeugt vom starken Selbstverständnis des Bildungsbürgertums der wirtschaftlich aufstrebenden und schnell wachsenden Stadt.

Kern des Museums ist die Namensgebende «Sammlung von Waffen, Zierrathen, häuslichen und anderen Geräthschaften aus sogenannten Pfahlbaufunden», die Friedrich Schwab 1864 der Stadt geschenkt hat.

Ganz dem Zeitgeist entsprechend beherbergt das Universalmuseum auch eine ethnologische, eine historische, ein naturhistorische und eine Kunstsammlungen vor. Die Sammlung Schwab ist nun geordnet nach Stein-, Bronze- und Eisenzeit.

Künstler/-inAlbert Anker (1831–1910)
GegenstandGemälde
TitelPfahlbauerin
Datierung1873
MaterialÖl auf Leinwand
Eigentümer/-inMusée des beaux-arts de La Chaux-de-Fonds
Foto: Pierre Bohrer, Le Locle

Die Pfahlbausammlungen sind ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im noch jungen Bundesstaat mit seinen inneren Spannungen willkommene Zeugen einer scheinbar gemeinsamen, weit zurückliegenden Vergangenheit. Künstler erschaffen daraus das Bild tapferer, fleissiger, tugendhafter und erfinderischer Vorfahren, die das nationale Selbstverständnis stärken.

Auf der einen Seite die Pfahlbauer, die auf Plattformen im See leben, im Einklang mit der Natur sind, die Felder bestellen, Vieh züchten, neue Techniken wie den Bronzeguss hervobringen.

Auf der anderen Seite der keltische Stamm der Helvetier, die die Römern um 107 v. Chr. glorreich besiegen, die das Schweizer Mittelland 58 v. Chr. Richtung Westen verlassen wollen, von Caesar bei Bibracte besiegt und zurückgeschickt werden.

Diese idealisierten Bilder finden Eingang in die Schweizer Schulbücher und halten sich dort bis weit ins 20. Jahrhundert. Auch an historischen Umzügen dürfen die Helvetier:innen und Pfahlbauer:innen nicht fehlen.

Künstler/-inKarl Jauslin (1842–1904)
GegenstandAutotypie
TitelAuszug der Helvetier nach Gallien. 53 Jahre vor Christo
Datierung1885
Eigentümer/-inMuseen Muttenz, Sammlung Karl Jauslin

Die Pfahlbausammlungen sind ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im noch jungen Bundesstaat mit seinen inneren Spannungen willkommene Zeugen einer scheinbar gemeinsamen, weit zurückliegenden Vergangenheit. Künstler erschaffen daraus das Bild tapferer, fleissiger, tugendhafter und erfinderischer Vorfahren, die das nationale Selbstverständnis stärken.

Auf der einen Seite die Pfahlbauer, die auf Plattformen im See leben, im Einklang mit der Natur sind, die Felder bestellen, Vieh züchten, neue Techniken wie den Bronzeguss hervobringen.

Auf der anderen Seite der keltische Stamm der Helvetier, die die Römern um 107 v. Chr. glorreich besiegen, die das Schweizer Mittelland 58 v. Chr. Richtung Westen verlassen wollen, von Caesar bei Bibracte besiegt und zurückgeschickt werden.

Diese idealisierten Bilder finden Eingang in die Schweizer Schulbücher und halten sich dort bis weit ins 20. Jahrhundert. Auch an historischen Umzügen dürfen die Helvetier:innen und Pfahlbauer:innen nicht fehlen.

Hersteller/-inJohanne Dussez, Journalistin
GegenstandInterview (Nachgesprochen)
TitelMonumental: Geschichte der archäologischen Fundstelle von La Tène
Datierung2023
Eigentümer/-inRTS Radio Télévision Suisse

Seit der Entdeckung 1857 wird über die Interpretation der Fundstelle von La Tène gerätselt. Nach den ersten Ausgrabungen im frühen 20. Jh. reichen die Deutungen vom Waffenarsenal über Handelsposten bis zur Zollstation. Funde in Dänemark, Deutschland und Frankreich beeinflussen die Interpretation. Man sieht in den Funden nun die Waffen besiegter Gegner, die als Opfergaben für die Götter in der Zihl versenkt oder an einer Brücke befestigt werden. Menschenknochen gelten als Hinweis auf Menschenopfer, wie das schon antike Quellen berichten.

Seit 2007 untersucht ein grosses, internationales und interdisziplinäres Projekt sämtliche Objekte und Dokumente – Grabungsberichte, Briefe, Fotos, Zeichnungen, Abgüsse – neu. Marc-Antoine Kaeser, Direktor des Laténiums, spricht über die Ergebnisse und wagt eine neue Deutung der Fundstelle.

Von der ganzen Schwertscheide bis zum kleinsten Nagel – Friedrich Schwab nimmt während rund zehn Jahren alles auf, was seine Arbeiter ab 1857 in La Tène finden. Über 1000 Objekte kommen so in seine Sammlung, fast ein Viertel aller bisher geborgenen Funde, die sich heute weltweit in Museen befinden.

Die meisten Stücke stammen aus der Welt des keltischen Kriegers: Schwerter, Lanzenspitzen, Schildbuckel, Gürtelteile, Fibeln, Armringe, Elemente von Wagen- und Zaumzeug. Daneben gibt es Alltagsobjekte aus dem Bereich des Essens und Trinkens, des weiteren Werkzeuge sowie Münzen. Nicht ausgestellt sind Tier- und Menschenknochen. In der Bieler Sammlung befinden sich die Überreste von mindestens sechs Personen. Knochen von zwanzig weiteren Individuen, teilweise mit Spuren von Gewalt, werden in anderen Museen aufbewahrt. 


GegenstandSchwert mit Schmiedemarke und Hiebspuren, Schwertscheiden
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandLinzenspitzen und Lanzenschuh
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandSchildbuckel (Umbo) mit emaillierten Nieten, Griff
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen, Emaille
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandRinge eines Schwertgürtels mit plastischen Verzierungen
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandRinge eines Schwertgürtels mit plastischen Verzierungen
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen, Emaillle
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandRinge von Lederriemen
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandGürtelhaken
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandFibeln
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandArmband
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialGebrannter Ton
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandZierelement, Pferdetrense und Achsnagel
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen, Bronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandRasiermesser und Pinzetten
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen, Bronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandSense, Beilklingen und Schafschere
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandFleischgabel und Messer
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandKessel
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialEisen
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandWürfel und Spielsteine
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialKnochen, Stein
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandViertelstater, Potinmünze, massilische Obole
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 4.–1. Jahrhundert v. Chr.
MaterialGold, Kupferlegierung, Silber
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandGewebefragmente
FundortLa Tène, Marin-Epagnier NE
DatierungEisenzeit, 250–200 v. Chr.
MaterialLindenbast
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

Ce fragment de collier rigide ou torque en fer fait partie des milliers d’objets découverts sur le site lacustre de La Tène, près de Marin-Épagnier (NE). Ce site est mis au jour en 1857 par le Biennois Friedrich Schwab. Sa vaste collection d’objets dits «lacustres» comprend principalement des équipements de guerriers celtes, mais aussi des objets du quotidien, ainsi que des ossements humains et animaux. Cette collection suscite rapidement un vif intérêt à l’échelle internationale.

À cette époque, plusieurs pays d’Europe découvrent leur propre préhistoire. En France, en Allemagne et en Angleterre, de grands musées universels voient le jour et exposent également des objets, ou des copies d’objets, issus du site de La Tène. Parallèlement, les chercheur·euse·s commencent à organiser les découvertes européennes antérieures à la période romaine selon une division en trois âges : pierre, bronze et fer.

En Suisse aussi, la préhistoire gagne en importance. La tribu celte des Helvètes et les populations des villages lacustres deviennent les symboles d’un passé commun pour le jeune État fédéral. En 1867, la Suisse se présente même à l’Exposition universelle de Paris avec des objets de cette époque mythique – et en son cœur: la collection biennoise!

Mais qui étaient ces personnes qui, durant l’âge du Fer, ont abandonné ces objets sur les rives du lac de Neuchâtel? Faute de témoignages écrits celtiques, notre connaissance de ces peuples a longtemps reposé sur le regard des auteurs romains. Or ces derniers, vivant dans d’autres régions et influencés par des siècles de conflits avec les Celtes, en transmettent une image souvent biaisée.

Aujourd’hui, des chercheur·euse·s de toute l’Europe affinent l’image que nous avons de ces peuples. Le site de La Tène fait lui aussi l’objet de nouvelles interprétations: les objets découverts pourraient être les vestiges d’un monument commémoratif destiné à inscrire la bataille dans la postérité en exposant les armes et les corps des vaincu·e·s.

ObjetTorque
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250-200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

Peu d’objets symbolisent les Celtes aussi clairement que le «torque», un collier massif en métal richement orné. L’exemplaire présenté se distingue par une extrémité à tampons et un jonc orné de nodosités et de motifs triangulaires. À l’origine tripartite, il a perdu sa pièce complémentaire et l’élément de jonction.

Les torques apparaissent surtout dans de riches sépultures de l’élite – hommes et femmes – et figurent également comme attribut marquant sur des sculptures en pierre ou en bois de la même époque.

Le choix du fer comme matériau surprend, car la plupart de ces colliers sont en bronze ou en or. Quant à la solidité de l’attache, elle demeure incertaine: ce torque a-t-il vraiment orné le cou d’un noble celte, ou plutôt celui d’une statue?

Bien avant la mise au jour, des premiers objets en fer à la Tène en 1857, les spécialistes connaissaient déjà les Celtes et les Helvètes à travers les récits des auteurs antiques.

Ces derniers rapportent leurs propres voyages en Gaule ou relaient ce qu’ils on lu ou entendu ailleurs. Outre les descriptions géographiques et ethnographiques, on trouve aussi des textes historiques relatant les affrontements militaires entre Romains et Celtes – toujours, bien entendu, d’un point de vue romain.

Des informations détaillées sur le mode de vie des Celtes – appelés Gaulois par les Romains – nous sont transmises par Caius Julius César dans son De bello gallico, récit politiquement motivé de la guerre qu’il entreprend contre eux à partir de 58 av. J.-C.

Ses propos doivent être lus avec un regard critique: ainsi, la description de prétendus sacrifices humains sanglants vise sans doute moins à rendre compte d’une réalité qu’à discréditer les Celtes et à convaincre l’opinion romaine de la légitimité de son action.


«L’Istros [Le Danube] prend sa source dans le pays des Celtes, auprès de la ville de Pyrène, et traverse l’Europe par son milieu. Les Celtes vivent au-delà des Colonnes d’Héraclès [Gibraltar], voisins des Cynésiens, qui sont les derniers peuples de l’Europe du côté du couchant.»
Hérodote (484–425 av. J.-C.), Histoires, Livre II, 33.3


«Les Helvètes, bien que forts riches eux-mêmes et d’humeur pacifique, séduits par la prospérité des Cimbres […] entreprirent d’imiter leur exemple. Ils quittèrent donc leur pays, mais furent défaits par les Romains.»

Poseidonios (135–50 av. J.-C.) cité par Strabon (63 av. J.-C.–23 apr. J.-C.), Géographie, Livre VII, 2.2


«César, se rappelant que les Helvètes avaient tué le consul Lucius Cassius et repoussé son armée qu’ils avaient fait passer sous le joug […].»
Jules César (100–44 av. J.-C.), La Guerre des Gaules, Livre I, 7,3


«Toute la nation gauloise est très superstitieuse. […] Ils pensent que la vie d’un homme est nécessaire pour racheter celle d’un homme, et que les dieux immortels ne peuvent être apaisés qu’à ce prix; ils ont même institué des sacrifices publics de ce genre.»
Jules César (100–44 av. J.-C.), La Guerre des Gaules, Livre VI, 16.1–3


«Ils ont quelquefois des mannequins d’une grandeur immense et tressés en osier, dont ils remplissent l’intérieur d’hommes vivants; ils y mettent le feu et font expirer leurs victimes dans les flammes.»
Jules César (100–44 av. J.-C.), La Guerre des Gaules, Livre VI, 16.3–4

ObjetPince
DatationVers 1850
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection historique de la Ville de Bienne

Cette pince appartenait autrefois au Biennois Friedrich Schwab (1803–1869), fils d’un riche fabricant d’indiennes, membre du conseil communal de Bienne et passionné de chasse.
À la cinquantaine, il est saisi d’une véritable frénésie de collectionneur: depuis une barque, muni de cette pince et d’une pelle, il repêche du fond des lacs de Suisse occidentale des objets préhistoriques en terre cuite, en os, en bois de cerf, en pierre ou en bronze.

Schwab recrute également des pêcheurs, qui, l’œil exercé, mènent les recherches à sa place. L’un d’eux, Hans Kopp, découvre en 1857, à La Tène, à l’embouchure du lac de Neuchâtel, un important ensemble d’objets en fer.

Malgré ses échanges avec d’autres antiquaires suisses, Schwab ne parvient toutefois pas à dater correctement ses trouvailles: il les met toutes dans le même panier et les attribue aux «palafittes celtiques».

ArtisteEugène Ciceri (1813–1890), Philippe Benoist (1813–1896)
ObjetLithografie
TitreVue officielle à vol d’oiseau de l’exposition universelle de 1867 [Paris]
Datation1867
PropriétaireLibrary of Congress

La Suisse participe à l’Exposition universelle de Paris en 1867. Dans le bâtiment principal, le Palais de Fer, au sein de la section «Histoire du travail», elle se présente fièrement à travers ses habitations lacustres: les objets exposés illustrent l’ingéniosité, l’assiduité et l’habileté des ancêtres de la Nation. Ces pièces proviennent de diverses collections, mais principalement de celle de Friedrich Schwab, alors la plus vaste collection d’objets lacustres existante.

Si la collection de Schwab est présente, c’est grâce au géologue neuchâtelois Édouard Desor (1811-1882), qui expose lui-même, poursuivant en parallèle ses propres objectifs scientifiques. À une époque où l’archéologie préhistorique n’en est encore qu’à ses prémices, des naturalistes comme Desor contribuent au développement de cette discipline.

Producteur/productricePhotographische Anstalt J. Häuselmann, Biel
TitreAntiquarium oder zehn photographirte Tafeln, mit deutschem und französischem Text. Copieen der aus dem Museum Schwab in Biel, von dessen Gründer an die Pariser Ausstellung von 1867 gesandten, in den Pfahlbauten der Schweiz aufgefundenen Gegenstände.
Datation1867
PropriétaireArchives Nationales, France

Les objets que Friedrich Schwab envoie à l’Exposition universelle de Paris sont montés sur dix panneaux en bois, à la fois pour le transport et pour l’exposition. Il fait photographier ces panneaux à Bienne, probablement comme souvenir, et les fait publier sous le nom d’«Antiquarium».

Les trois planches photographiques présentés ici montrent des objets de l’âge du Fer provenant de La Tène. Reconnaissez-vous les pièces exposées dans la grande vitrine?

ArtistePierre Petit (1831–1909)
ObjetPhotographie
TitreTrouvailles des stations lacustres
Datation1867
PropriétaireArchives Nationales, France

La photo montre une partie de la contribution suisse à l’Exposition universelle: les vitrines présentent des objets provenant de six collections. Sur la gauche, on reconnaît des pièces de l’âge du Bronze issues de la collection de Friedrich Schwab.

Schwab lui-même n’organise pas sa collection selon un ordre chronologique. Édouard Desor, en revanche, comprend que la Préhistoire peut être divisée, comme au Danemark, en trois grandes périodes: âge de Pierre, âge du Bronze et âge du Fer, et que ce découpage s’applique aussi à la Suisse.

Les découvertes de La Tène tiennent pour Desor une place particulière: elles comblent le «chaînon manquant» entre les Romains, connus par les sources historiques, et l’époque des villages lacustres. L’Exposition universelle de Paris lui offre alors l’occasion unique de présenter, à un public international constitué de spécialistes, des objets provenant de différentes collections suisses, organisés selon sa propre conception: un «âge des Pierres travaillées», un «âge du Bronze» et une «Période helvétique».

ObjetMoule
DatationVers 1863
PropriétaireMusée Archéologie Nationale FR

La collection de Friedrich Schwab acquiert bientôt une renommée dépassant les frontières suisses. Dans les années 1860, des représentants de musées européens prennent contact avec lui et visitent sa collection à Bienne. Parmi eux se trouve nul autre que l’empereur français Napoléon III, qui s’intéresse lui-même au passé gaulois, c’est-à-dire celtique, de la France.

Pour constituer le nouveau Musée des Antiquités nationales à Saint-Germain-en-Laye, près de Paris, il fait acquérir dans les pays voisins des objets de cette époque ou des moulages de ceux-ci. Schwab accepte que des moulages de ses pièces soient réalisés. Ces moulages et leurs moules existent encore aujourd’hui. Le moule présenté ici correspond à un fragment de torque également exposé.

ArtisteLudwig Lindenschmit (1809–1893)
ObjetLive d’inventaire
DatationAprès 1860
PropriétaireLeibniz-Zentrum für Archäologie, Mayence DE

Dans les années 1860, des spécialistes de la Préhistoire, actifs dans des musées européens renommés, cherchent à entrer en contact avec Friedrich Schwab.

Ludwig Lindenschmit (1809–1893), cofondateur et premier directeur du «Römisch-Germanisches Centralmuseum» de Mayence, fait réaliser, avec l’autorisation de Schwab, des moulages des découvertes de la collection biennoise. L’objectif est de constituer à Mayence une collection de référence. Le livre d’inventaire de Lindenschmit documente ces pièces: les objets en bronze sont signalés en vert, ceux en fer de La Tène en rouge. Les moulages et leurs moules disparaissent toutefois pendant la Seconde Guerre mondiale.

À deux reprises, Schwab reçoit également la visite d’August Franks (1826–1897), préhistorien au British Museum de Londres. Son intérêt porte avant tout sur l’art celtique de l’âge du Fer. Il est l’un des premiers à reconnaître que les découvertes de La Tène appartiennent à cette période. Les collections du British Museum conservent encore aujourd’hui des objets provenant des dons de Schwab.

ArtisteO. Jewitt
ObjetLithographie
TitreBouclier et épée de la Tamise
Datation1863

Dans les années 1860, des spécialistes de la Préhistoire, actifs dans des musées européens renommés, cherchent à entrer en contact avec Friedrich Schwab.Ludwig Lindenschmit (1809–1893), cofondateur et premier directeur du «Römisch-Germanisches Centralmuseum» de Mayence, fait réaliser, avec l’autorisation de Schwab, des moulages des découvertes de la collection biennoise. L’objectif est de constituer à Mayence une collection de référence. Le livre d’inventaire de Lindenschmit documente ces pièces: les objets en bronze sont signalés en vert, ceux en fer de La Tène en rouge. Les moulages et leurs moules disparaissent toutefois pendant la Seconde Guerre mondiale.

À deux reprises, Schwab reçoit également la visite d’August Franks (1826–1897), préhistorien au British Museum de Londres. Son intérêt porte avant tout sur l’art celtique de l’âge du Fer. Il est l’un des premiers à reconnaître que les découvertes de La Tène appartiennent à cette période. Les collections du British Museum conservent encore aujourd’hui des objets provenant des dons de Schwab.

ArtisteFriedrich Ludwig von Rütte (1829–1903)
ObjetAquarelle
TitreMusée Schwab
Datation1870
PropriétaireDépartement des constructions de la Ville de Bienne

Le 19ᵉ siècle voit naître les grands musées: le British Museum à Londres, entre 1823 et 1846, le Römisch-Germanisches Zentralmuseum de Mayence en 1852, ou encore le Musée des Antiquités nationales de Saint-Germain-en-Laye, près de Paris, en 1867. Tous retracent l’histoire de l’humanité depuis ses origines, en mettant particulièrement en valeur le passé de leur propre nation.

En 1873, Bienne inaugure le Musée Schwab, troisième édifice construit en Suisse à des fins muséales. Il illustre l’engagement culturel de la bourgeoisie cultivée dans une ville en plein essor.

Au cœur du musée se trouve la «collection des armes, parures, ustensiles domestiques et autres objets provenant des stations lacustres», offerte par Friedrich Schwab à la ville en 1864. Conformément à l’esprit de l’époque, le musée universel rassemble également des collections ethnologiques, historiques, d’histoire naturelle et artistiques. Quant à la collection Schwab, elle est désormais organisée selon les âges de la Pierre, du Bronze et du Fer.

ArtisteAlbert Anker (1831–1910)
ObjetPeinture
TitreFemme lacustre
Datation1873
MatièreHuile sur toile
PropriétaireMusée des beaux-arts de La Chaux-de-Fonds
Photo: Pierre Bohrer, Le Locle

Dès la seconde moitié du 19ᵉ siècle, dans le jeune État fédéral encore marqué par des tensions internes, les collections palafittiques deviennent les témoins précieux d’un passé commun. Les artistes y voient l’image d’ancêtres courageux, travailleurs, vertueux et inventifs, contribuant à renforcer l’identité nationale.

D’un côté, les Lacustres: ils vivent sur des plateformes bâties au-dessus des lacs, en harmonie avec la nature, cultivent la terre, élèvent du bétail et mettent au point de nouvelles techniques, comme la fonte du bronze.

De l’autre, la tribu celte des Helvètes: elle affronte glorieusement les Romains vers 107 av. J.-C., tente de quitter le Plateau suisse en 58 av. J.-C., mais est défaite par César à Bibracte et contrainte de rentrer.

Ces images idéalisées trouvent leur place dans les manuels scolaires suisses, où elles continuent de figurer durant une bonne partie du 20ᵉ siècle. Helvètes et lacustres demeurent également des figures incontournables des cortèges historiques.

ArtisteKarl Jauslin (1842–1904)
ObjetAutotypie
TitreAuszug der Helvetier nach Gallien. 53 Jahre vor Christo
Datation1885
PropriétaireMuseen Muttenz, Sammlung Karl Jauslin

Dès la seconde moitié du 19ᵉ siècle, dans le jeune État fédéral encore marqué par ses tensions internes, les collections palafittiques deviennent les témoins précieux d’un passé commun. Les artistes y voient l’image d’ancêtres courageux, travailleurs, vertueux et inventifs, contribuant à renforcer l’identité nationale.

D’un côté, les lacustres: ils vivent sur des plateformes bâties au-dessus des lacs, en harmonie avec la nature, cultivent la terre, élèvent du bétail et mettent au point de nouvelles techniques, comme la fonte du bronze.

De l’autre, la tribu celtique des Helvètes: elle affronte glorieusement les Romains vers 107 av. J.-C., tente de quitter le Plateau suisse en 58 av. J.-C., mais est défait par César à Bibracte et contrainte de rentrer.

Ces images idéalisées trouvent leur place dans les manuels scolaires suisses, où elles continuent de figurer durant une bonne partie du 20ᵉ siècle. Helvètes et lacustres demeurent également des figures incontournables des cortèges historiques.

Producteur/productriceJohanne Dussez, journaliste
ObjetInterview (Nachgesprochen)
TitreMonumental: Lʹhistoire du site archéologique de La Tène
Datation2023
PropriétaireRTS Radio Télévision Suisse

Depuis sa découverte en 1857, l’interprétation du site de La Tène fait l’objet de débats. Après les premières fouilles menées au début du 20ᵉ siècle, les hypothèses vont de l’arsenal militaire au comptoir commercial, en passant par le poste de douane. Les découvertes réalisées au Danemark, en Allemagne et en France ont ensuite permis une nouvelle lecture des vestiges: on y a vu des offrandes aux dieux celtes, des armes d’armées vaincues jetées dans la Thielle ou fixées à un pont. Les ossements humains ont été considérés comme la preuve de sacrifices, tels que les mentionnent déjà les sources antiques.

Depuis 2007, un vaste projet international et interdisciplinaire réexamine l’ensemble du corpus lié à La Tène – objets, rapports de fouilles, correspondances, photographies, dessins, moulages. Marc-Antoine Kaeser, directeur du Laténium, en présente les résultats et propose une nouvelle lecture du site.

Des fourreaux d’épée entiers jusqu’au plus petit clou – dès 1857 et pendant une dizaine d’années, Friedrich Schwab collecte tout ce que ses ouvriers découvrent à La Tène. Plus de mille objets rejoignent ainsi sa collection, soit près d’un quart des trouvailles mises au jour depuis. Aujourd’hui, ils sont répartis dans des musées du monde entier.

La plupart renvoient à l’univers du guerrier celte: épées, pointes de lance, ombo de bouclier, éléments de ceintures, fibules, bracelets, pièces de chars et de harnais. On trouve aussi des objets du quotidien liés à l’alimentation, des outils et des monnaies. Les os humains et animaux ne sont pas exposés. La collection de Bienne conserve les restes d’au moins six personnes, tandis que ceux de vingt autres individus – certains portant des traces de violence – se trouvent dans d’autres musées.


ObjetÉpée avec estampilles et traces de coups, fourreaux
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetFers de lance et talon de lance
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetUmbo de bouclier avec rivets ornés en émail rouge, manipule
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer, émail
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetAnneaux de ceinturon ou harnais avec décor plastique
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetAnneaux de ceinturon ou harnais  avec décor en émail rouge
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer, émail
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetAnneaux de ceinturon ou harnais 
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetAgrafes de ceinture
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetFibules
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetBrassard
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreArgile cuite
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetApplique décorative, mors et clavette d’essieu
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreBronze, fer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetRasoir et pincettes
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer, bronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetFaux, haches et forces
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetFourchette à viande et couteaux
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetChaudron
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreFer
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetDés et jetons
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreOs, pierre
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetQuart de statère, potin, oboles massaliètes
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 4e–1e siècle av. J.-C.
MatièreOr, alliage de cuivre, argent
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetFragments de vannerie
Lieu de découverteLa Tène, Marin-Épagnier NE
DatationÂge du Fer, 250–200 av. J.-C.
MatièreLiber de tilleul
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

Les Celtes et nous


Objet Phare


Aujourd’hui

19e siècle

Antiquité