2.3.1

Bis weit ins 19. Jahrhundert sind Wasserläufe die schnellsten Transportwege für Güter und Passagiere. Aber sie sind gefährlich. Zwei grosse Katastrophen auf der Aare und auf dem Bielersee sind überliefert: Am 5. September 1687 ertrinken bei Lyss 111 Menschen in der Aare. Es sind verfolgte Hugenotten, südfranzösische Protestanten, die über das Seeland Richtung Solothurn flüchten. Einer von zwei miteinander vertäuten Weidlingen kentert. Die Passagiere retten sich auf den anderen und reissen diesen mit in die Tiefe.

Ein weiteres Unglück ereignet sich am 25. Juli 1880 auf dem Bielersee und sorgt landesweit für Aufsehen: Auf der Rückreise von der Petersinsel gerät der Dampfer «Neptun» vor Tüscherz in einen heftigen Gewittersturm. Das Schiff überläuft und sinkt. 15 Menschen sterben und nur zwei überleben. Für das Sinken sind nicht zuletzt die mangelnden Kenntnisse des Kapitäns im Navigieren verantwortlich, eines Lehrers mit dem Namen Karl Ziggerli.

Gefährliche Hochwasser, Gewitterstürme, aber auch Unachtsamkeiten führen immer wieder zu Unfällen am Wasser und finden auch Eingang in die Bieler Chronik. Am 6. Februar 1837 ertrinkt etwa Jean Schneider, Commis bei Verdan u. Cie, «ein wegen seines Humors […] äusserst beliebter Mann», in der Nacht in der Schüss. Das gleiche Schicksal widerfährt dem Schumacher Weber in der Neujahrsnacht 1859/1860.

Dass Reisen auf dem Wasser seit jeher ein Wagnis ist, davon zeugt eine römische Schiffsfibel, die in Studen gefunden wird. Dabei handelt es sich um eine Votivgabe für eine sichere Fahrt.

GegenstandReproduktion
TitelProtestantische Locarneser auf der Flucht nach Zürich, 1555
DatierungUm 1750
Eigentümer/-inPrivatbesitz

Bis weit ins 19. Jahrhundert sind Wasserläufe die schnellsten Transportwege für Güter und Passagiere. Auch französische Protestanten nutzen sie: Sie müssen wegen ihres Glaubens aus Frankreich flüchten. Der Französische König Ludwig XIV. wiederruft 1685 das Edikt von Nantes und beendet damit die fast hundertjährige religiöse Toleranz in Frankreich. Die Hugenotten, wie man die französischen Protestanten nennt, müssen entweder zum Katholizismus konvertieren oder fliehen. In den Folgejahren setzen sich deshalb zehntausende französische Glaubensflüchtlinge in protestantische Gebiete in Europa ab. Eine der Fluchtrouten führt durch das Seeland. Hier wechseln die Hugenotten mit ihrem wenigen Hab und Gut auf Boote (meist Weidlinge) von lokalen Schiffsleuten.

Hier dargestellt sind die im Jahre 1555 aus Locarno vertriebenen Protestanten auf ihrer Flucht nach Zürich. Die Flüchtlinge sind zwar nach der Mode des 17. Jahrhunderts gekleidet. Die Darstellung der fast schon komfortablen Schifffahrt vermittelt aber kein realistisches Bild. Schon gar nicht von den Fluchtbooten aus dem Unglücksjahr 1687. Der Transport auf dem Wasser ist zu der Zeit gefährlich. Beim tragischen Vorfall sind auf den beiden Unglückbooten 137 Personen zusammengepfercht!

Hersteller/-in / Künstler/-inJan Lelewel, Johannes Oppikofer, F. Trechsel
GegenstandReproduktion
TitelPlan général des Eaux du Jura et des inondations qu’elles produisent pendant la grande crue [Ausschnitt] [Generalplan der Juragewässer und der Überschwemmungen, die sie bei grosser Flut erzeugen]
Datierung1834
Eigentümer/-inStaatsarchiv des Kantons Bern
Ungefähre Unglückstelle

Bis zur Juragewässer-Korrektion (1868–1891) fliesst die Aare nicht in den Bielersee, sondern direkt nach Büren. Zwischen Aarberg und Büren verteilt sich die Aare auf ein ganzes Netz von Wasserläufen. Deren Wasserstände ändern sich häufig.

Am 5. September 1687 besteigen 137 hugenottische Flüchtlinge zwei Weidlinge Richtung Büren. Die Fahrt endet bei Lyss mit einer Tragödie. Die ca. 13 Meter langen Boote sind völlig überladen. Zudem wird berichtet, dass die beiden Schiffsleute betrunken sind. Bei Lyss fährt ein Boot auf einen Baumstrunk auf und birst auseinander. In Panik versuchen die Passagiere des sinkenden Weidlings, auf den anderen zu flüchten. Dabei reissen sie auch diesen in die Tiefe.

Bei diesem tragischen Vorfall kommen 111 Menschen ums Leben, darunter auch einer der Schiffsleute. Einzig 26 Personen überleben. Dazu gehört der vom Unglücksort geflüchtete zweite Bootsführer. Es handelt sich um eines der grössten Binnenschifffahrt-Unglücke in der Geschichte Europas.

GegenstandManuskript [Faksimile]
TitelListe der in Lyss tot geborgenen Hugenotten
Datierung1687
TechnikFaksimile
Eigentümer/-inStaatsarchiv des Kantons Bern

Von den 111 Toten können am Unglücksort einzig 15 geborgen und bestattet werden. Die restlichen leblosen Körper treiben mit der Aare fort. Das Dokument listet die 15 Toten auf, wobei einzig sieben namentlich identifiziert sind. Die restlichen acht legt man in ein anonymes Grab. Darunter hat es ein, wie es in Quelle heisst, «schön jung Mägtli von ungefehr 7 Jahren, mit Indin-Rökli be[…] Fürtüchli».

Transkription des Verzeichnisses der Ertrunkenen
«1.1 junge Weibs Persohn [Catrina Burdau] mit 1 blumbten indianisch Manton und Fürtuch Greppen, hate 3. Taller und 21 Bz und 3 Kr, hat fünf beschloßene Schreiben und Attestation und andere Schreiben.
2.1 Weibspersohn mit schlechtem grünem Habit, mit einem [guld.] Ring ohne Stein, 9 Bz und 11⁄2 Kr.
3.1 Weibspersohn, grauw bekleit mit 1 Ring von einem rohten Stein, hat nichts bei ihr.
4.1 laut Attest von 24 Jahren alters.
1 Schneider, grauw Kleit, nahmens Estiene Dupouy, hat in den Hosen 2 französische Dupl.
5.1 Jean Avernier de la Mure en Dauphine, soll 2 Kinder in den Armen gehabt haben.
6.1 andere Weibs Persohn mit 1 Ring von blauwem Durcir [Türkis] und 6 kleinen weisen Saffiren, hatte 3 Taller und 21⁄2 Bz, 1 braunen Mantau, hatt noch 2 Hafften von Mösch.
7.1 Manns Persohn einem Schmid gleichsehend hatte nichts als 31⁄2 Bz.
8.1 Manns Persohn hatte ein grauen Gasag [Kasak], 1 weiss neüw Wulhemd, und grauw Hosen.
9.1 Frau in schlechten braunen Kleidern, namens Anne de Beau de Nîmes laut ihrer Attestation, 1 faltscher Ring.
10.1 schön jung Mägtli von ungefehr 7 Jahren, mit Indin-Rökli be… Fürtüchli.
11.1 andere Frau, grauw wullig Kleit hat 3 Bz 3 Kr sonst nichts. hat 2 Ring ie mit 6 rothen Steinen und 1 silbernen.
12.1 andere Frau oder Tochter mit einem braunen Manton und rothem Wulhemd und rothen Rubin, ein faltscher Tre…ig, 1 hoch schwarze granatlich Corallen.
13.1 brafer Jungling. Junger Knab ungefehr 22 Jahre, sein Halstuch mit 1 bösch [?] schwartze Reibändern buch [?] schwartzen … namens Estiene Vaut laut Passes von Basel. All seine 3 Secke sind ofen oder zerrissen.
14.1 langer junger Cerl hat ein silbern Bütschafft auf Fasson wie ein Rohr. Sein Bruder wahre zugegen, sagt habe 3 Dupl. bey sich gehabt. Sind noch funden worden und seinem Bruder geben worden; namens Eseschier la rite [?]
15.1 alter Mann namens Anthoine Syburd hatte 171⁄2 Bz ist weis leinig Kleitatzen.»

Hersteller/-in / Künstler/-inJean-Frédéric Ostervald, Jean Christoph Heilmann
GegenstandBuch
TitelLa sainte Bible [Die Heilige Schrift]
Datierung1771
MaterialPapier, Karton
TechnikBuchdruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Die Fluchtroute der Hugenotten führt unter anderem über den Bielersee und die Aare. Das Seeland und Biel sind für die allermeisten Flüchtlinge nur eine Durchgangsstation. Nur wenige lassen sich hier dauerhaft nieder. Dennoch prägen die hugenottischen Flüchtlinge die Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Region. Davon zeugt diese 84 Jahre nach dem Schiffsunglück vom Bieler Verleger Jean Christoph Heilmann gedruckte Bibel. Sie stammt vom Theologen Jean-Frédéric Ostervald, der zu Zeiten des Schiffsunglücks bereits bekannt ist.

GegenstandSchiffsfibel
FundortStuden-Petinesca
Datierung1.–2. Jahrhundert n. Chr.
MaterialBronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Aus dem Tempelbezirk oberhalb der römischen Siedlung Petinesca stammt diese filigrane, ursprünglich versilberte Gewandnadel in Schiffsform – sehr wahrscheinlich eine Opfergabe. Denn in römischer Zeit ist es üblich, für ein Wagnis wie eine Schiffsfahrt den Schutz der Götter zu erbitten oder sich nach gutem Ausgang mit einem Opfer zu bedanken. Schiffsfahrten sind in römischer Zeit also keineswegs Erholungsfahrten!

Hersteller/-in / Künstler/-inCharles Favre, Jean Frei
GegenstandModell
TitelModell der Neptun und Zange zur Bergung
Datierung1980
MaterialHolz, Eisen, Draht
Eigentümer/-inMusée d’art et d’histoire La Neuveville

Das Modell entstand 1980 nach den Plänen von Charles Favre.

Hersteller/-in / Künstler/-inFlavia Travaglini
GegenstandReproduktion
Titel«Die Hebung» aus der Bildergeschichte «Die Katastrophe der Neptun»
Datierung1991
MaterialPapier, Tusche
Eigentümer/-inFlavia Travaglini

Für eine Ausstellung über die «Fischerei und Schifffahrt auf den Juraseen» im Rebhaus Wingreis erstellt Falvia Travaglini 1991 eine Geschichte in 23 Bildern über den Untergang der Neptun. Diese sind an die detaillierte Chronik des Neuenstadter Notars Charles Favre aus dem Unglücksjahr 1880 angelehnt.

Hersteller/-in / Künstler/-inFlavia Travaglini, Audioflair Tonstudio; SIFON
GegenstandAnimationsfilm
TitelDie Katastrophe der Neptun
Datierung2021
TechnikDigitale Animation

Am 25. Juli 1880 kentert der kleine Schraubendampfer «Neptun» in einem Gewittersturm zwischen Wingreis und Tüscherz. Von den 17 Personen an Bord ertrinken 15, nur zwei können sich retten. Seit dieser Katastrophe hat der Bielersee den Ruf, unberechenbar zu sein. Auch wenn das übertrieben ist: Die sommerlichen Gewitterstürme können in Sekundenschnelle mit Urgewalt über den See hereinbrechen. Man nennt sie auch «Grüne Jäger», die sich lange vor Ausbruch mit einer schwarzen Wolkenwand über dem Jura ankünden.

Hersteller/-in / Künstler/-inJean Deppeler
GegenstandFotografie
TitelCatastrophe du Neptun
Datierung1880
MaterialPapier
TechnikFotografie
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Das Wrack der «Neptun» mit 14 Toten an Bord finden zwei Barken mit zehn Ruderern. Sie schleppen eine lange Kette über den Seegrund. Das Schiff liegt in einer Tiefe von 75 Metern, was für die Bergung mit Tauchern zu tief ist. Auf der Suche nach Lösungen hat der Notar Charles Favre aus La Neuveville die Idee, eine überdimensionale Metallzange zu konstruieren, die das Schiff aus dem Wasser hebt. Einen Monat nach dem Unfall kann der Dampfer mit nur geringen Schäden gehoben werden. Die «Neptun» wird nach Strassburg verkauft.

Hersteller/-in / Künstler/-inFlavia Travaglini, Charles Favre, Druckerei Gassmann
GegenstandBuch
TitelDie Katastrophe der Neptun
Datierung1999
MaterialPapier, Karton
TechnikBuchbinder-, Kartonnagearbeit; Buchdruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Eine Bildergeschichte gezeichnet von Flavia Travaglini nach dem Originalbericht von Charles Favre.

Jusqu’au milieu du 19e siècle, les cours d’eau représentent encore les voies de transport les plus rapides pour les marchandises et les passagers. Mais ce sont également les plus périlleuses. L’Aar et le lac de Bienne sont notamment le théâtre de deux catastrophes mémorables: 111 personnes périssent dans l’Aar près de Lyss le 5 septembre 1687. Il s’agit de huguenots persécutés, des protestants fuyant le sud de la France pour rejoindre Soleure en passant par le Seeland. L’une de deux embarcations accrochées ensemble chavire. Les passagères et les passagers tentent alors de se réfugier sur le deuxième bateau, lequel sombre également.

Quant à la deuxième catastrophe, elle se produit le 25 juillet 1880 sur le lac de Bienne et retient l’attention de tout le pays: alors qu’il revient de l’Île Saint-Pierre, le bateau à vapeur «Neptun» est pris dans une violente tempête au large de Daucher. Le navire est submergé et coule. Quinze passagers périssent et il n’y a que deux survivants. Le naufrage est dû notamment à l’inexpérience du capitaine, un instituteur nommé Karl Zigerli.

Des crues dangereuses, des orages ainsi que des imprudences sont régulièrement à l’origine d’accidents en lien avec l’élément aquatique et relatés dans la Chronique biennoise. C’est ainsi que le 6 février 1837, un certain Jean Schneider, commis chez Verdan & Cie, «un homme extrêmement apprécié pour son humour […]», se noie pendant la nuit dans la Suze. Le cordonnier Weber connaît le même sort dans la nuit du Nouvel An 1859/1860. De tout temps, se déplacer sur l’eau a été une entreprise téméraire, comme en témoigne une fibule en forme de bateau d’époque romaine retrouvée à Studen. Cette offrande votive devait protéger les voyageurs qui s’aventuraient sur l’eau.

ObjetReproduction
TitreProtestants de Locarno en fuite vers Zurich, 1555
DatationVers 1750
PropriétaireCollection privée

Jusque vers la fin du 19e siècle, les voies de transport sur l’eau étaient les plus rapides pour le déplacement de marchandises et de passagers. Des protestants français les utilisaient également pour fuir leur pays en raison des persécutions. En 1685, le roi de France Louis XIV avait révoqué l’édit de Nantes, mettant ainsi fin à près d’un siècle de tolérance religieuse. Les huguenots furent alors forcés soit de se convertir au catholicisme soit de fuir. Dans les années qui suivirent, des dizaines de milliers de Français persécutés pour leur religion se sont établis dans des régions protestantes d’Europe. L’une des routes de l’exil passait par le Seeland. Les huguenots poursuivaient ici leur voyage, avec les maigres biens qu’ils avaient pu emporter, sur des embarcations appartenant à des autochtones, des bateaux de pêche généralement.

Hier dargestellt sind die im Jahre 1555 aus Locarno vertriebenen Protestanten auf ihrer Flucht Ce tableau représente la fuite vers Zurich de protestants expulsés de Locarno en 1555. Même si les costumes des exilés correspondent aux usages du 17e siècle, la scène n’est pas réaliste en évoquant une traversée presque confortable. Elle n’a surtout aucun rapport avec les embarcations empruntées lors de la catastrophe de 1687. À cette époque, la navigation était toujours périlleuse. Lors de l’événement tragique, 137 personnes s’étaient entassées sur les deux embarcations qui ont fait naufrage.

Producteur/productrice / artisteJan Lelewel, Johannes Oppikofer, F. Trechsel
ObjetReproduction
TitrePlan général des Eaux du Jura et des inondations qu’elles produisent pendant la grande crue [Extrait]
Datation1834
PropriétaireArchives de l’Etat de Berne
Lieu approximatif du naufrage

Jusqu’à la correction des eaux du Jura (1868–1891), l’Aar ne s’écoulait pas dans le lac de Bienne, mais en direction de Büren. Entre Aarberg et Büren, elle se divisait pour former un réseau de cours d’eau dont le niveau changeait fréquemment.

Le 5 septembre 1687, 137 réfugiés huguenots ont pris la direction de Büren dans deux embarcations. Leur voyage se termina par une tragédie près de Lyss. Longues d’environ 13 mètres chacune, les deux embarcations étaient beaucoup trop lourdement chargées. Selon les récits, les deux matelots auraient en outre été ivres. Près de Lyss, l’un des bateaux heurta une souche d’arbre et se disloqua. Dans la panique, les passagers tentèrent de monter à bord de la deuxième embarcation qu’ils entraînèrent également vers le fond.

Cent onze personnes ont perdu la vie dans cet événement tragique, dont l’un des matelots. Seules vingt-six personnes ont survécu, parmi lesquelles le deuxième conducteur de bateau qui avait fui le lieu de l’accident. Ce fut l’une des plus grandes catastrophes de l’histoire de la navigation intérieure en Europe.

ObjetManuscrit [fac-similé]
TitreListe des huguenots retrouvés morts à Lyss
Datation1687
Technique Fac-similé
PropriétaireArchives de l’Etat de Berne

Des 111 victimes au total, seuls 15 corps ont pu être retrouvés sur les lieux de l’accident et enterrés. Les autres corps sans vie furent emportés par l’Aar. Le document dresse la liste des quinze corps retrouvés, dont seuls sept ont pu être identifiés nommément. Les huit autres corps furent enterrés dans une tombe anonyme. La source précise qu’il y avait notamment une «jolie fillette d’environ 7 ans dans une robe en indienne, pas de […] tablier».

Transcription de la liste des personnes qui se sont noyées:
«1.1 Jeune femme [Catrina Burdau], vêtue d’un manteau à fleurs en indienne et d’un tablier, possédait 3 thalers, 21 batz et 3 kreutzer, avait cinq lettres scellées, une attestation et d’autres lettres.
2.1 Personne de sexe féminin portant un mauvais habit vert, avec une bague en or sans pierre, 9 batz et 11⁄2 kreutzer.
3.1 Personne de sexe féminin vêtue de gris, 1 bague à pierre rouge, n’avait rien avec elle.
4.1 Âgée de 24 ans selon l’attestation.
1 Tailleur, habit gris, dénommé Estiene Dupouy, avait dans son pantalon 2 doublons français.
5.1 Jean Avernier de la Mure en Dauphine, aurait porté 2 enfants dans ses bras.
6.1 Autre personne de sexe féminin avec 1 bague sertie d’une turquoise et de 6 petits saphirs blancs, possédait 3 thalers et 21⁄2 batz, vêtue d’un manteau brun avec deux boucles en laiton.
7.1 Personne de sexe masculin ressemblant à un forgeron, n’avait rien hormis 3 1⁄2 batz.
8.1 Personne de sexe masculin dans une casaque grise, 1 chemise neuve en laine blanche et 1 pantalon gris.
9.1 Femme dans de mauvais habits bruns, dénommée Anne de Beau de Nîmes selon son attestation, 1 bague de pacotille.
10.1 Jolie fillette d’environ 7 ans dans une robe en indienne, pas de tablier.
11.1 Autre femme dans une robe en laine grise, possédait 3 batz et 3 kreutzer, rien d’autre. Avait 2 bagues avec 6 pierres rouges chacune et 1 en argent.
12.1 Autre femme ou fille dans un manteau brun, chemise en laine rouge, un rubis rouge, coraux grenat et noir.
13.1 Un brave adolescent. Jeune homme d’env. 22 ans, dénommé Estiene Vaut selon un passeport de Bâle. Les 3 poches de son pantalon étaient ouvertes ou déchirées.
14.1 Un grand jeune homme, possédait un sceau en argent en forme de tube. Son frère présent a déclaré qu’il avait 3 doublons sur lui. Ceux-ci ont pu être retrouvés et remis au frère; dénommé Eseschier la rite [?].
15.1 Vieil homme dénommé Anthoine Syburd, dans un habit en lin blanc, possédait 171⁄2 kreutzer.»

Producteur/productrice / artisteJean-Frédéric Ostervald, Jean Christoph Heilmann
ObjetLivre
TitreLa sainte Bible
Datation1771
MatièrePapier, carton
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Le chemin d’exil des huguenots passait notamment par le lac de Bienne et l’Aar. Pour la plupart des réfugiés, le Seeland et Bienne n’étaient toutefois que des points de passage, très peu d’entre eux s’y sont établis durablement. Les réfugiés huguenots ont néanmoins marqué l’histoire économique et culturelle de la région, ainsi qu’en témoigne cette bible imprimée quatre-vingt-quatre ans après le naufrage par l’éditeur biennois Jean Christoph Heilmann. Nous la devons au théologien Jean-Frédéric Ostervald, lequel était déjà connu à l’époque du naufrage.

ObjetFibules en forme de bateau
Lieu de découverteStuden-Petinesca
DatationÉpoque romaine, 1er – 2e apr. J.-C.
MaterialBronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Cette fibule en forme de bateau, décorée en filigrane et à l’origine argentée, provient du sanctuaire de Petinesca, situé au-dessus de l’agglomération romaine. Il s’agissait très probablement d’une offrande. À l’époque romaine, il était courant de demander la protection des dieux avant une action périlleuse telle qu’un voyage en bateau ou de les remercier par une offrande après une issue heureuse. Les voyages en bateau n’avaient en tout cas rien d’une sinécure en ces temps-là.

Producteur/productrice / artisteCharles Favre, Jean Frei
ObjetModèle
TitreModèle réduit du Neptune et pince de sauvetage
Datation1980
MatièreBois, fer, fil de fer
PropriétaireMusée d’art et d’histoire La Neuveville

Le modèle réduit a été réalisé en 1980 d’après les plans de Charles Favre.

Producteur/productrice / artisteFlavia Travaglini
ObjetReproduction
Titre«Le soulèvement» de l’histoire illustrée «La Catastrophe du Neptune»
Datation1991
MatièrePapier, encre
PropriétaireFlavia Travaglini

En 1991, Flavia Travaglini a réalisé un récit en 23 tableaux sur le naufrage du Neptune pour une exposition consacrée à la pêche et la navigation sur les lacs du Jura à la maison vigneronne de Wingreis. Les oeuvres se réfèrent à la chronique détaillée rédigée par le notaire neuchâtelois Charles Favre en 1880, l’année de l’accident.

Producteur/productrice / artisteFlavia Travaglini, Audioflair Tonstudio; SIFON
ObjetFilm d’animation
TitreLa Catastrophe du Neptune
Datation2021
TechniqueAnimation numérique

Le 25 juillet 1980, le Neptune, petit vapeur à vis, chavire pendant une tempête entre Twann et Tüscherz . Il transportait dix-sept personnes, dont quinze se sont noyées et deux ont pu être sauvées. Depuis cette catastrophe, le lac de Bienne a la réputation d’être imprévisible. Même si cela est un peu exagéré, des orages estivaux d’une force élémentaire ancestrale peuvent s’abattre sur le lac en quelques secondes. Surnommés les «chasseurs verts», ils sont précédés d’un mur de nuages noirs au-dessus du Jura, lesquels se forment bien avant qu’ils n’éclatent.

Producteur/productrice / artisteJean Deppeler
ObjetPhotographie
TitreCatastrophe du Neptun [Die Katastrophe der Neptun]
Datation1880
MatièrePapier
TechniquePhotographie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

L’épave du Neptune, avec 14 victimes à bord, a été localisée par dix rameurs sur deux barques, grâce à de longues chaînes accrochées aux embarcations. Reposant à 75 mètres sous la surface de l’eau, l’épave était trop en profondeur pour pouvoir être récupérée par des plongeurs. C’est le notaire Charles Favre de La Neuveville qui eut l’idée de fabriquer une immense pince métallique pour extraire le bateau de l’eau. Un mois après le naufrage, le vapeur put être soulevé en ne subissant que des dégâts minimes. Le Neptune a ensuite été vendu à la ville de Strasbourg.

Producteur/productrice / artisteFlavia Travaglini, Charles Favre, Druckerei Gassmann
ObjetLivre
TitreLa Catastrophe du Neptune
Datation1999
MatièrePapier, carton
TechniqueImpression, reliure
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Une histoire illustrée par Flavia Travaglini d’après le rapport original de Charles Favre.