1.6.1

Von der Römerquelle zum Seewasserwerk Ipsach

Seit jeher müssen die Menschen ihr Geschäft verrichten. Biologisch gesehen ändert sich am Stuhlgang im Laufe der Jahrhunderte nichts. Technisch, medizinisch, sittlich und sozial hingegen schon.

Im Mittelalter gehen die Menschen in die «Schisshüser» oder in die Abort-Erker. Oder sie sitzen in einer Ecke der Wohnung auf ihren «Brunzchacheln». Später greifen sie zu Nachttöpfen, Bettpfannen oder Uringläsern aus Guss oder Glass. Die wohlhabenden können sich sogar ein Plumpsklo in der Form eines Throns mit zudeckbarer Schüssel leisten. Alle diese Gerätschaften müssen aber ohne fliessendes Wasser auskommen.

Eine Toilette mit Wasserspülung gibt es erst ab Beginn des 20. Jahrhunderts. Und das auch nur in den vornehmsten Haushalten und Hotels. Später können immer mehr Menschen ihr Geschäft auf Wasserklosetts verrichten: Diese sind besser bekannt unter der englischen Bezeichnung Water closet (WC). Mit dem Bau von Kanalisationen und Kläranlagen bricht ab den 1960er-Jahren eine neue Zeit für die Beseitigung des menschlichen Stuhlgangs an: Dadurch steigt aber auch der persönliche Wasserverbrauch massiv an.

Im Mittelalter bleiben Kot und Urin längere Zeit in der Schüssel oder auf Strassen (in den sogenannten Ehgräben) liegen. Die Bielerinnen und Bieler bemühen sich deshalb, die tierischen und menschlichen Exkremente so rasch als möglich in die Schüss abzuleiten. Diese spült den übelriechenden Abfall Richtung See weg. Dadurch will sich die Bevölkerung auch vor hochansteckenden Krankheiten wie Pest oder Cholera schützen, die immer wieder ausbrechen.


Hersteller/-in / Künstler/-inGabriel Bodenehr
GegenstandDruckgrafik
TitelBiel um 1642
Datierung1721–1722
TechnikKupferstich
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Kupferstich aus dem Buch «Europens Pracht und Macht in 200 Kupfer-Stücken», nach Matthäus Merian Topographia Helvetiae, 1642. An der nördlichen Stadtmauer sind deutlich Abtritterker zu erkennen.

Ausschnitt
Hersteller/-in / Künstler/-inCommission Sanitaire de Bienne
GegenstandDokument
TitelAvis au peuple: Choléra morbus
[Öffentliche Verkündung: Cholera morbus]
Datierung1832
MaterialPapier
TechnikBuchdruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Von 1831 bis 1832 erreicht die im indischen Subkontinent ausgebrochene bakterielle Infektionskrankheit Cholera Europa. Sie greift den Darm an. Damals weiss man noch nicht, wie sich diese tödliche Krankheit ausbreitet. Die Behörden sehen – nicht ganz zu Unrecht – einen Zusammenhang mit der aufgenommenen Nahrung. Auch die Aufforderung zur Einhaltung von Hygieneregeln erweist sich im Nachhinein als grundsätzlich richtig. Dennoch tappen die Behörden bei der Ursachenbeschreibung und den verordneten Massnahmen im Dunkeln. Einige Vorgaben – wie etwa den Alkoholkonsum und den Geschlechtsverkehr einzuschränken – zielen mehr auf die Sittlichkeit als auf die Krankheitsbekämpfung.

An der Cholera sterben im 19. Jahrhundert weltweit Tausende Menschen. 1854 gelingt es dem britischen Arzt John Snow, den Zusammenhang zwischen der Cholera und dem verunreinigten Wasser herzustellen. Seine Erkenntnisse markieren den Beginn der modernen Epidemiologie. Nun ist bekannt, wo man bei der effizienten Krankheitsbekämpfung ansetzen soll. Dennoch sterben in ärmeren Weltregionen wegen verunreinigtem Wasser noch heute Menschen an der Cholera.

GegenstandGlasgefäss
TitelUringlas für Knaben
MaterialGlas
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
TitelBettpfanne
Datierung1960
MaterialEmail
TechnikEmailarbeit
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inDruckerei Schüler A.G.
GegenstandBroschüre
TitelReglement betreffend die Nutzung des Inodors resp. geruchslose Abfuhr der Jauche
Datierung1875
MaterialPapier
TechnikDruck
Eigentümer/-inStadtarchiv Biel, Bestand Reglemente und Vorschriften
TitelToiletten-Stuhl
Datierung1860–1880
MaterialHolz, Metall
TechnikSchreiner-, Tischlerarbeit
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Bis 1953 nutzen die 48’000 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Biel Quellwasser für ihren Trinkwasserbedarf. Heute fliesst aus den Wasserhähnen hauptsächlich Seewasser.

Im Mittelalter versorgt die Römerquelle die neun öffentlichen Brunnen der Stadt und eine Reihe privater Brunnen. Das reine und kühle Wasser wird weit herum gelobt. 1854 liefert die Römerquelle noch viermal mehr Wasser als die Stadt benötigt. Zwei Jahrzehnte später stösst sie aber an ihre Grenzen: Die industrielle Entwicklung führt ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem starken Anstieg der Bevölkerungszahl. Innerhalb von 20 Jahren verdreifacht sich die Einwohnerzahl auf 16’500.

Die Stadt baut deshalb ein neues Versorgungsnetz auf und schliesst andere Quellen an: Merlin (1874), Leugene (1917) und Châtel (1939). Das Trinkwassernetz wird ständig erweitert und optimiert, bis auch seine Grenzen erreicht sind. Die Qualität (Verschmutzungsrisiken) und die Quantität (Dürrerisiken) des Quellwassers können nicht mehr gewährleistet werden. 1953 wird eine Grundwasserpumpstation in Worben und einige Jahre später eine weitere in Gimmiz errichtet. Die Römerquelle wird 1991 endgültig vom Netz genommen.

Heute liefert die Seewasseraufbereitungsanlage in Ipsach 92 Prozent des Trinkwassers der Stadt Biel. Die Innovationen rund um die Wassergewinnung und -aufbereitung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sind zahlreich. Diese benötigen hohe Investitionssummen. Die Distanzen, die das Wasser bis zum Hahn in Biel zurücklegt, werden immer grösser und die Reinigung ist wegen der Mikroverunreinigungen durch die Menschen immer anspruchsvoller und kostspieliger.

Hersteller/-in / Künstler/-inSamuel Frédéric Neuhaus, David Herrliberger
GegenstandDruckgrafik
TitelBrunquelle / Bey der Statt Biel
Datierung1758
MaterialPapier
TechnikRadierung
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Im ausgehenden 18. Jahrhundert ist die Römerquelle, die damals noch „Brunnquelle“ heisst, von Weinbergen umgeben. Ihr frisches und reichlich fliessendes Wasser treibt die Räder von zwei Mühlen an. Seit 1991 ist sie nicht mehr an das Trinkwassernetz angeschlossen. Die Genossenschaft Römerquelle ist jedoch bestrebt, ihr historisches Erbe zu bewahren und speist die Brunnen privater Gärten mit dem Wasser.

Hersteller/-in / Künstler/-inJohannes Augustin Verresius
GegenstandReproduktion
TitelDie Loblich Statt Biel in Uchtland in der Eydgnoschafft
Datierung1627

Die ältesten Bieler Brunnen sind aus Holz gefertigt und müssen sehr oft repariert und erneuert werden. 1535 wird auf dem Burgplatz vor dem neu erbauten Rathaus erstmals ein steinerner Brunnen errichtet. Allmählich werden auch die übrigen öffentlichen Brunnen durch Steinbrunnen ersetzt.

Um 1600 verfügt die Stadt über neun öffentliche Brunnen: Vennerbrunnen im Ring, Engelbrunnen in der Obergasse, Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Burgplatz, beim Abtenhaus (St. Gervais) an der Untergasse, am Fusse des Kirchhügels (Schmiedengasse), auf der Mühlebrücke und drei in der Neuenstadt – davon zwei in der Klostergasse (Marktgasse) und einer beim Nidautor (Dufourstrasse).

Nur vermögende Bürgerinnen und Bürger können sich damals einen privaten Brunnen im Hof ihres Hauses leisten. Die Errichtung von privaten Brunnen muss vom Rat bewilligt werden und unterliegen genauen Vorschriften. Das Brunnenrecht wird mit jährlichen Zinsen belegt. Bei Trockenheit dürfen die privaten Brunnen nicht mehr benutzt werden.

FundortReproduktion
[label-titel]Zentrale Betriebswarte im Gas- und Wasserwerk Biel
Datierung1979
TechnikFotografie

Die Betriebszentrale des Gas- und Wasserwerks Biel aus den 1970er-Jahren erinnert an die Kommandobrücke eines Raumschiffs. Es verspricht technologischen Fortschritt und unmittelbaren Komfort für Bürgerinnen und Bürger.

GegenstandReproduktion
TitelSeewasserwerk Ipsach
Datierung1979
TechnikFotografie

Seit 1975 liefert das Seewasserwerk in Ipsach fast das gesamte Wasser für Biel und Nidau. Das komplexe System der Wasserförderung und -aufbereitung ermöglicht die Versorgung der Bevölkerung in diesem grossen Einzugsgebiet.

Hersteller/-in / Künstler/-inAudioflair
GegenstandAudiostation
TitelRessource Quellwasser: natürlich, lebenswichtig und anfällig.
Datierung2021

Natürliche Quellen liefern lebenswichtiges Trinkwasser, sind aber anfällig und oftmals unbeständig. Davon zeugen Chroniken und andere historische Berichte, die den Zustand des Wassers der Römerquelle detailliert beschreiben. Dürreperioden und Überschwemmungen, überliefert seit dem 16. Jahrhundert, berichten über seine Qualität.

Seit dem 20. Jahrhundert kommt eine weiteres Problem hinzu: Obwohl dem Wasser Chlor und Javelwasser zum Desinfizieren beigefügt wird, ist die Quelle immer wieder bakteriell verschmutzt!

GegenstandEimer
Datierung19. Jahrhundert
MaterialHolz, Eisen

Der Eimer erinnert an die Anstrengungen, die unternommen werden mussten, um sich mit Wasser zu versorgen. Ende des 19. Jahrhunderts beträgt der häusliche Trinkwasserverbrauch pro Kopf etwa 15 bis 20 Liter pro Tag. Er liegt heute bei 163 Litern, wobei er Anfang der 2000er Jahre bei rund 265 Litern lag, also 25% höher.

Heute fliesst das Wasser einfach aus dem Wasserhahn. Der Trinkwasserverbrauch in Schweizer Haushalten spiegelt die Lebensgewohnheiten wider: von täglich 160 Litern Wasser, verwendet man 53 Liter zum Baden, Duschen und für die Körperpflege, 44 Liter für die Toilettenspülung, 30 Liter für die Waschmaschine und 28 Liter zum Kochen und Abwaschen. Nur ein einziger Liter wird getrunken!

GegenstandWasserflasche
MaterialGlas
«Jahr des Wassers»: Spezialabfüllung mit Wasser aus der Leugenenquelle.
1000 Flaschen wurden am 20. September 2003 in der Stadt Biel gratis verteilt.

Heute fliesst das Wasser einfach aus dem Wasserhahn. Der Trinkwasserverbrauch in Schweizer Haushalten spiegelt die Lebensgewohnheiten wider: von täglich 160 Litern Wasser, verwendet man 53 Liter zum Baden, Duschen und für die Körperpflege, 44 Liter für die Toilettenspülung, 30 Liter für die Waschmaschine und 28 Liter zum Kochen und Abwaschen. Nur ein einziger Liter wird getrunken!

Producteur/productrice / artisteSamuel Frédéric Neuhaus, David Herrliberger
ObjetImpression
TitreSources d’eaux vives / Prés de la ville de Bienne
Datation1758
MatièrePapier
TechniqueGravure
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

A la fin du 18e siècle, la source des Romains, alors appelée «Brunnquelle», est entourée de vignes. Son eau fraiche qui coule en abondance alimentait les roues de deux moulins. Depuis 1991, elle n’est plus raccordée au réseau d’eau potable. La coopérative «Genossenschaft Römerquelle» veille cependant à valoriser le patrimoine historique qu’elle représente, en y raccordant par exemple les fontaines de jardins privés.

Producteur/productrice / artisteVerresius Johannes Augustin
ObjetReproduction
Datation1627

Les plus anciennes fontaines de Bienne étaient en bois et devaient être réparées et renouvelées très souvent. En 1535, on érige pour la première fois une fontaine en pierre sur la place du Bourg, devant l’hôtel de ville nouvellement construit. Peu à peu, les autres fontaines publiques sont remplacées par des fontaines en pierre.

Vers 1600, la ville possédait neuf fontaines publiques : la fontaine du Banneret au Ring, la fontaine de l’Ange à la rue Haute, la fontaine de la Justice à la place du Bourg, vers la maison de l’économe du cloître (Saint-Gervais) à la rue Basse, au pied de la colline de l’église (rue des Maréchaux), au Pont-du-Moulin et trois dans la ville nouvelle: deux à la rue du Cloître (rue du Marché) et une près de la porte de Nidau (rue Dufour).

Seuls les riches citoyennes et citoyens pouvaient s’offrir une fontaine privée dans la cour de leur maison. La construction de celles-ci devait être approuvée par les autorités et était soumise à une réglementation précise. En période de sécheresse par exemple, il était interdit d’utiliser les fontaines privées.

Lieu de découverteReproduction
[label-titel]Poste de commandement central des usines à gaz et hydrauliques à Bienne
Datation1979
TechniquePhotographie

Avec son allure de vaisseau spatial, le poste de commandement central des usines à gaz et hydrauliques, construit dans les années 1970, évoque les progrès technologiques les plus modernes pour assurer la productivité des entreprises et le confort immédiat de toutes les citoyennes et de tous les citoyens.

ObjetReproduction
TitreStation de conditionnement d’eau du lac d’Ipsach
Datation1979
TechniquePhotographie

Depuis 1975, la station de conditionnement d’eau du lac d’Ipsach fournit la quasi totalité de l’eau des villes de Bienne et de Nidau. Le système complexe de pompage et de traitement de l’eau est à la mesure des enjeux qui se jouent autour de l’alimentation en eau de grands bassins de population.

De la source des Romains à la station de conditionnement d’eau
du lac à Ipsach

Jusqu’en 1953, les 48’000 habitantes et habitants de la ville de Bienne ne consommaient que l’eau des sources pour leurs besoins en eau potable. Désormais, c’est principalement l’eau du lac qui s’écoule des robinets.

Au Moyen Âge, la source des Romains approvisionnait les neuf fontaines publiques de la cité ainsi que des puits privés. Cette eau fraîche et pure était vantée loin à la ronde. En 1854, elle fournissait encore quatre fois plus d’eau qu’il n’en fallait à la ville. Deux décennies plus tard, les limites étaient atteintes: dès la fin du 19e siècle, le développement industriel a généré une forte augmentation de la population, laquelle a triplé en vingt ans pour s’établir à 16’500 habitants.

La ville s’est alors dotée d’un nouveau réseau d’approvisionnement incluant d’autres sources: Merlin (1874), Leugène (1917) et Châtel (1939). Constamment agrandi et optimisé, ce nouveau réseau finit lui aussi par atteindre ses limites. Comme on ne peut plus garantir ni la qualité (risques de pollution) ni la quantité (risques de sécheresse) de l’eau de source, une station de pompage de la nappe phréatique est installée à Worben en 1953, puis une autre à Gimmiz quelques années plus tard. La source des Romains sera définitivement coupée du réseau d’eau potable en 1991.

Aujourd’hui, la station de conditionnement d’eau du lac à Ipsach fournit 92% de l’eau potable de la ville de Bienne. Les innovations réalisées depuis la fin du 19e siècle en matière de captage et de traitement de l’eau sont nombreuses. Elles nécessitent d’importants investissements financiers. L’eau est pompée de plus en plus loin de la ville et sa purification devient toujours plus complexe en raison des micropolluants d’origine humaine.

L’être humain doit nécessairement faire ses besoins. Il en fut et il en sera toujours ainsi. Si, sur le plan biologique, les choses n’ont guère changé au fil des siècles, techniquement, médicalement, en matière d’us et de coutumes, les évolutions furent multiples.

Au Moyen Âge, les gens utilisaient encore des cabinets d’aisance, les «toilettes turques», des vespasiennes en encorbellement, ou se contentaient d’une simple cuvette disposée dans un coin du logement. Plus tard, ils recouraient à des pots de chambre, des bassins hygiéniques ou des vases de lit, en fonte ou en verre. La bourgeoisie aisée préférait les chaises percées pouvant adopter la forme d’un trône muni d’un couvercle ouvrant. Tous ces ustensiles devaient néanmoins encore se passer d’eau courante.

Les premières toilettes avec chasse d’eau ne sont apparues qu’au début du 20e siècle dans les maisons et les hôtels les plus distingués. Peu à peu, les toilettes modernes à chasse d’eau se sont répandues dans toutes les couches de la population et furent plus couramment désignées par l’abréviation anglaise W.-C. (water closet). Une ère nouvelle s’est ouverte à l’évacuation des excréments humains à partir des années 1960, par la construction de réseaux d’égoûts et de stations d’épuration. Cela entraîna par contre une augmentation massive de la consommation personnelle d’eau.

Dans la Bienne médiévale, les matières fécales et l’urine restaient longtemps dans la cuvette ou dans le ruisseau central des rues. Les habitants incommodés s’efforcèrent ainsi d’évacuer le plus rapidement possible les excréments animaux et humains dans la Suze, qui les charriait ensuite dans le lac. Par ce biais, la population tentait également de se protéger contre des épidémies encore récurrentes comme la peste ou le choléra.


Producteur/productrice / artisteGabriel Bodenehr
ObjetGravure
TitreBienne vers 1642
Datation1721–1722
TechniqueGravure sur cuivre
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Détail

Gravure sur cuivre tirée du livre «Europens Pracht und Macht in 200 Kupfer-Stücken» d’après Matthäus Merian (Topographia Helvetiae, 1642). Des toilettes dites gardes-robes sont clairement visibles sur le mur nord de la ville.

Producteur/productrice / artisteCommission Sanitaire de Bienne
ObjetDocument
TitreAvis au peuple: Choléra morbus
Datation1832
MatièrePapier
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Le choléra, une maladie infectieuse bactérienne apparue dans le sous-continent indien, s’est répandu en Europe en 1831 et 1832. Il s’attaque à l’intestin. À l’époque, l’on ne connaissait pas encore le mode de propagation de cette maladie mortelle. Les autorités voyaient, non sans raison d’ailleurs, un lien avec la nourriture consommée. A posteriori, la consigne visant le respect des règles d’hygiène s’avère fondamentalement correcte, mais l’approche des autorités était encore purement intuitive tant en ce qui concerne la description des causes que les mesures à édicter. Certaines instructions, comme le fait de limiter la consommation d’alcool et les rapports sexuels, avaient des buts plus moraux que prophylactiques.

Des milliers de personnes sont mortes du choléra dans le monde au 19e siècle. En 1854, le médecin britannique John Snow est parvenu à démontrer le lien entre le choléra et l’eau contaminée. Ses découvertes marquent le début de l’épidémiologie moderne. Désormais, la lutte contre la maladie repose sur des bases scientifiques. Le choléra fait néanmoins encore de nombreuses victimes aujourd’hui dans les régions les plus pauvres du monde suite à la consommation d’une eau non potable.

ObjetRécipient en verre
TitreUrinoir pour garçons
MatièreVerre
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
TitreBassin hygiénique
Datation1960
MatièreEmail
TechniqueEmaillage
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
TitreChaise percée
Datation1860–1880
MatièreBois, métal
TechniqueTravail de menuiserie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productrice / artisteDruckerei Schüler A.G.
ObjetBrochure
TitreRèglement sur l’usage de l’inodore et le transport des matières fécales
Datation1875
MatièrePapier
TechniqueImpression
PropriétaireArchives municipales Bienne, Fonds règlements et prescriptions
Producteur/productrice / artisteAudioflair
ObjetAudiostation
TitreLa fragilité de l’eau, ressource naturelle vitale
Datation2021

L’inconstance et la vulnérabilité de l’eau, ressource naturelle vitale, est présentée ici sous l’angle de chroniques historiques et de compte-rendus qui détaillent l’état de l’eau de la source des Romains. L’alternance d’épisodes de sécheresse et d’inondations, relatés dès le 16e siècle, montre la fragilité de cette ressource.

Les aléas climatiques font place au 20e siècle à une toute autre difficulté: une pollution bactérienne récurrente, malgré la désinfection de l’eau au chlore et à l’eau de Javel!

ObjetSeau
Datation19e siècle
Matièrebois, fer

Ce seau de puits évoque l’effort consenti pour s’approvisionner en eau. À la fin du XIXe siècle, la consommation domestique d’eau potable par habitant était d’environ 15 à 20 litres par jour. Elle s’élève aujourd’hui à 163 litres, alors qu’elle avoisinait les 265 litres jusqu’au début des années 2000, soit 25% de plus.

L’eau coule aujourd’hui du robinet sans le moindre effort. La consommation d’eau potable dans les ménages suisses reflète les habitudes de vie: sur 160 l d’eau consommés quotidiennement, 53 sont utilisés pour les bains, les douches et les soins corporels, 44 pour la chasse d’eau, 30 pour le lave-linge, 28 pour la cuisine et la vaisselle. Un seul litre est consommé comme boisson !

ObjetBouteille d’eau
MatièreVerre
«Année de l’eau»: mise en bouteille spéciale avec de l’eau de la source de Leugenen. 1000 bouteilles ont été distribuées gratuitement dans la ville de Bienne le 20 septembre 2003.

L’eau coule aujourd’hui du robinet sans le moindre effort. La consommation d’eau potable dans les ménages suisses reflète les habitudes de vie: sur 160 litres d’eau consommés quotidiennement, 53 sont utilisés pour les bains, les douches et les soins corporels, 44 pour la chasse d’eau, 30 pour le lave-linge, 28 pour la cuisine et la vaisselle. Un seul litre est consommé comme boisson!