Prägelz für Prêles und Locraz für Lüscherz: Die Doppelnamen geraten im Seeland zunehmend in Vergessenheit – doch sie sind typisch für Regionen entlang der Sprachgrenze. Mit ihrer Herkunft befasst sich die Sprachforschung: Sie stellt Zusammenhänge her zwischen historischen Schriftquellen und archäologischen Funden. Und sie zeichnet die Sprachgeschichte nach, indem sie verborgene Sprachfragmente früherer Epochen in den Ortsnamen freilegt.
Die Sprachlandschaft des Seelands ist geprägt durch die Eingliederung des heutigen Mittellandes ins Römische Reich um 15 v. Chr. Als Teil der neuen gallorömischen Kultur sprechen die Einheimischen bald auch Latein. Mit der Zeit entwickeln sich romanische Dialekte, woraus verschiedene Westschweizer Mundartformen hervorgehen. Diese «Patois» werden ab dem 18. Jahrhundert vom Französischen verdrängt.
Einschneidend ist ebenfalls die Ausbreitung der deutschen Sprache durch die Alemannen, die sich ab dem Ende des 6. Jahrhunderts von Süddeutschland aus im Mittelland ansiedeln. Das Romanische wird zurückgedrängt und das Alemannische erreicht zum Ende des 8. Jahrhunderts die Aare. Von da an ist die Region Biel zweisprachig, eine klare Sprachgrenze gibt es noch nicht.
Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert wird zuerst die Region südlich des Bielersees und später auch jene am Nordufer mehrheitlich deutschsprachig, im 16. Jahrhundert auch die Stadt Murten. Die heutige Sprachgrenze in der Drei-Seen-Region festigt sich schliesslich im 18. Jahrhundert.
| Gegenstand | Topf |
| Fundort | Twann, Bahnhof |
| Datierung | Jungsteinzeit, 3643–3631 v. Chr. |
| Material | Gebrannter Ton |
| Eigentümer/-in | Archäologischer Dienst des Kantons Bern |
In der Jungsteinzeit gibt es im Schweizer Mittelland zwei Töpfereitraditionen. Sie treffen sich zwischen Bielersee und Zürichsee: eine westliche, die durch den Mittelmeerraum beeinflusst wird, und eine östliche mit Impulsen aus Zentraleuropa. Mit seinem runden Boden und den Knubben am Rand ist der ausgestellte Kochtopf typisch für den lokalen, westlich beeinflussten Keramikstil am Bielersee.
| Gegenstand | Topf |
| Fundort | Twann, Bahnhof |
| Datierung | Jungsteinzeit, 3702–3687 v. Chr. |
| Material | Gebrannter Ton |
| Eigentümer/-in | Archäologischer Dienst des Kantons Bern |
Diversität ist in den Pfahlbausiedlungen keine Ausnahme, sondern die Regel. Fremde Gefässformen kommen in kleiner Zahl, aber regelmässig vor. Der Topf mit abgeflachtem Boden und den Knubben-Paaren an der deutlich profilierten Schulter ist typisch für den Keramikstil im heutigen Ostfrankreich in den Regionen Burgund und Franche-Comté. Der lokale Ton beweist aber, dass das Gefäss aus der Region um den Bielersee stammt.

| Gegenstand | Topf |
| Fundort | Twann, Bahnhof |
| Datierung | Jungsteinzeit, 3700–3550 v. Chr. |
| Material | gebrannter Ton |
| Eigentümer/-in | ADB Archäologischer Dienst des Kantons Bern |
In einem jungsteinzeitlichen Dorf gibt es jeweils eine vorherrschende Töpfereitradition. Daneben kommen aber immer auch viele Gefässe vor, die durch Stile anderer Regionen beeinflusst sind. Der flache Boden und die raue Oberfläche dieses Kochtopfs sind typisch für die Keramik im Osten der heutigen Schweiz. Diese fremden Elemente mischen sich mit dem lokalen Stil.

| Gegenstand | Alteuropäische Sprachschicht |
| Datierung | Prähistorisch |
Die Sprachforschung vermutet in den Gewässernamen die ältesten Fragmente alteuropäischer Sprachen. Auf eine solche geht wohl die indoeuropäische Wurzel *er-/*or- zurück, was mit «in Bewegung setzen, fliessen» übersetzt wird. Diese Wurzel hält sich durch die verschiedenen Sprachen hindurch bis heute: keltisch Aror, lateinisch Araris, heute «Aare».
Unklar bleibt, wie alt diese alteuropäischen Sprachen sind und welche Bevölkerungsgruppe sie spricht. Eine mögliche Erklärung ist, dass sie während der Jungsteinzeit durch Migration aus dem Osten zu uns gelangen.



| Gegenstand | Animation: SIFON, Biel |
| Titel | Schwert des Korisios |
| Fundort | Aus der Zihl bei Port |
| Datierung | Eisenzeit, 180–50 v. Chr. |
| Material | Eisen, geschmiedet |
| Eigentümer/-in | Bernisches Historisches Museum |
Vor der Ankunft der Römer reden die Bewohnerinnen und Bewohner des Schweizer Mittellands (Helvetier) Keltisch. Eine Sprachgrenze gibt es nicht, höchstens leicht unterschiedliche Dialekte. Die Kelten haben auch keine eigene Schrift. Wollen sie etwas schriftlich festhalten, verwenden sie in der Regel das griechische Alphabet. So lässt Korisios, der Besitzer dieses Eisenschwerts, seinen Namen in griechischen Buchstaben in die Klinge eingravieren. Das kleine Bild daneben zeigt zwei Ziegen oder Steinböcke, die an einem Baum emporsteigen.
| Gegenstand | Keltische Sprachschicht |
| Datierung | Eisenzeit |
Keltische Schriftquellen sind relativ selten. Die heutigen Kenntnisse der keltischen Sprache sind deshalb nur sehr lückenhaft. Orts-, Fluss- oder andere Landschaftsnamen aus dieser Zeit sind nicht einfach zu identifizieren. Erst wenn eine alemannische, romanische oder lateinische Herkunft ausgeschlossen werden kann, ist eine keltische Herkunft wahrscheinlich. So wird hinter dem Gewässernamen Schüss das keltische Adjektiv segusia, «die Kräftige», vermutet – eine passende Beschreibung des Flusses, dessen Wasserkraft bis in die Neuzeit genutzt wird.



| Gegenstand | Weihinschrift |
| Fundort | Frinvillier, Martinsklafter |
| Datierung | Römerzeit |
| Material | Kalkstein |
| Eigentümer/-in | NMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab |

MARTI M MACCIUS SABINUS EX VISSU
«Marcus Maccius Sabinus hat [diese Inschrift] nach einem Traum dem Mars geweiht»
Nach der Eingliederung ins römische Reich übernimmt zuerst die einheimische, keltische Oberschicht und dann auch der Rest der Bevölkerung die lateinische Sprache. Römische Händler, Angehörige des Militärs und die lokale Elite können lesen und schreiben – so wie wohl auch der Stifter dieser Inschrift. Einfache, kurze Inschriften in Grossbuchstaben verstehen wahrscheinlich auch Teile der einfachen Bevölkerung.
| Gegenstand | Ziegel mit Graffito |
| Fundort | Studen-Petinesca |
| Datierung | Römerzeit |
| Material | Gebrannter Ton |
| Eigentümer/-in | Sammlung Schmid, Diessbach b. Büren |

In den noch weichen Ton dieses Ziegels ritzt jemand den Anfang des lateinischen Alphabets ein. Auf dem erhaltenen Fragment sind die Grossbuchstaben A bis D noch lesbar, C und D sind miteinander verbunden. Scheinbar nutzt ein Ziegeleiarbeiter seine Pause für eine kurze Schreibübung.
Die einfache Bevölkerung spricht eine Art Volkslatein, das sogenannte Vulgärlatein. Lesen und Schreiben können aber längstens nicht alle – oft beschränken sich die Kenntnisse auf das Nötigste.
| Gegenstand | Römische Sprachschicht |
| Fundort | Römerzeit |
Eine der häufigsten gallorömischen Formen findet sich in Ortsnamen, die heute im Deutschen auf «-ach» und im Französischen auf «-ier» enden. Ein Beispiel dafür ist Erlach (französisch Cerlier).
Hinter der Endung steckt das Besitz anzeigende, gallorömische Suffix -acum. Diesem geht der Name des ursprünglichen Besitzers eines Landguts (praedium) voraus. Im Fall von Erlach vermutet die Sprachforschung die ursprünglichen Form Cyrilliacum, «Landgut des Cyrillius».



| Gegenstand | Spruchbecher |
| Fundort | Studen-Petinesca |
| Datierung | Römerzeit, 3. Jh. n. Chr. |
| Material | gebrannter Ton |
| Eigentümer/-in | Archäologischer Dienst des Kantons Bern |
Der schwarze Becher mit weisser Bemalung stammt aus einem Steingebäude im Handwerkerquartier der römischen Siedlung Petinesca. In Grossbuchstaben trägt er die Aufschrift FRATRI, «dem Bruder». Aus antiken Schriftquellen weiss man, dass sich Mitglieder von Berufsvereinen als fratres bezeichnen. Gut möglich, dass das Haus als Versammlungslokal eines solchen Vereins dient. Das Lesen dieses Trinkspruchs bereitet den Mitgliedern wohl keine Mühe.

| Gegenstand | Gürtelschnalle mit Beschläg |
| Fundort | Kallnach, Bergweg |
| Datierung | 7. Jahrhundert n. Chr. |
| Material | Eisen, silbertauschiert |
| Eigentümer/-in | Archäologischer Dienst des Kantons Bern |

Die grosse, mit Silber verzierte Gürtelschnalle stammt aus einem Frauengrab des frühmittelalterlichen Gräberfelds von Kallnach. Sie ist typisch für die romanische Frauentracht des 7. Jahrhunderts. Auch die restlichen Grabfunde, die Bauweise der Gräber und die Körperlage der Bestatteten sind Zeugnisse einer Bevölkerung, die im westlichen Mittelland die gallorömischen Traditionen weiter pflegt.
Östlich von Solothurn kommen solche grossen Gürtelschnallen nicht mehr vor: Die hier lebenden Alemanninnen tragen schmale Gürtel mit einfachen Schnallen, dafür reiche Gürtelgehänge und bronzene Zierscheiben.
| Gegenstand | Dreiteilige Gürtelgarnitur |
| Fundort | Kallnach, Bergweg |
| Datierung | 7. Jahrhundert n. Chr. |
| Material | Eisen, silbertauschiert |
| Eigentümer/-in | Archäologischer Dienst des Kantons Bern |
Diese mit Silber verzierte Gürtelgarnitur eines in Kallnach bestatteten Romanen ist dreiteilig. Drei Eisenbeschläge mit Verzierungen aus Silberdrähten und -plättchen sind am Ledergürtel fixiert – die zwei trapezförmigen vorne, der quadratische hinten im Rücken.
Im Gegensatz zu den Gürtelschnallen der Frauentracht sind jene der Männer nicht kulturspezifisch.
| Gegenstand | Romanische Sprachschicht |
| Datierung | Frühmittelalter, 5.–8. Jahrhundert n. Chr. |
Der Ortsname von Mörigen (französisch Morenges) muss zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert n. Chr. entstanden sein. Die Romanen benennen ihre Dörfer gerne nach den ersten Menschen, die sich an einem Ort niederlassen. Dabei wird einem Personennamen die Endung -ingos angefügt, was so viel bedeutet wie «bei den Leuten des …». Für Mörigen lautete die romanische Form womöglich Mauringos, «bei den Leuten des Maurus».



| Gegenstand | Abschrift einer Besitzurkunde des Klosters Bellelay (Faksimile) |
| Datierung | 1413/14 |
| Material | Pergament, Wachs |
| Eigentümer/-in | Staatsarchiv Bern |
Um die Herkunft von Ortsnamen zu klären, stützt sich die Sprachforschung auf die ältesten schriftlichen Erwähnungen eines Ortes. Diese sind oft noch nicht so stark verändert wie die modernen Versionen.
Die erste Nennung Biels findet man in dieser Abschrift einer Urkunde von 1142. Darin sind die Besitztümer des neu gegründeten Klosters Bellelay aufgeführt. Diese umfassen scheinbar auch Weinberge bei Biel, vineas aput Belnam (11. Zeile von unten). Diese Namensform ist noch sehr nahe am keltischen Ursprung belena, also «die starke Quelle». Damit ist eventuell die Quelle oberhalb der Altstadt gemeint.
| Gegenstand | Bündnisbrief zwischen Biel und Bern (Faksimile) |
| Datierung | 1279 |
| Material | Pergament, Wachs |
| Eigentümer/-in | Staatsarchiv Bern |
«Wir, Richard, Ritter, Meier von Biel, sowie Rat und Gemeinde desselben Ortes, tun männiglich kund, dass wir uns nach einhelligem Ratschluss vereinigt und verbündet haben durch einen von uns leiblich geleisteten Eid mit jenen von Bern, das heisst Schultheiss, Rat und Gemeinde dieses Ortes, vom heutigen Tage bis zur kommenden Weihnacht und von Weihnachten an auf fünf Jahre ununterbrochen.»
So beginnt der Bündnistext zwischen Bern und der noch jungen Stadt Biel. Beide Städte sind deutschsprachig. Politische und kirchliche Texte werden aber noch häufig auf Lateinisch verfasst. Personen- und Ortsnamen werden dabei latinisiert: Richardus, de Biello, de Berno.
Das älteste Stadtsiegel Biels zeigt wohl einen der Herren von Biel als Vertreter der Stadtgemeinde. Scheinbar ist ihr Wappen mit den gekreuzten Beilen später auf die Stadt übergegangen. Das Wappen führt in jüngster Zeit zur falschen Herleitung des Stadtnamens vom deutschen Wort «Beil».
(Übersetzung der Urkunde durch Margrit Wick, Biel)
| Gegenstand | Alemannische Sprachschicht |
| Datierung | Hochmittelalter |
Die jüngsten Ortsnamen gehen oft auf Rodungen, Feldarbeiten oder Flurnamen zurück und sind in der Region für Deutschsprechende noch gut verständlich. So wird aus einer alten Flurbezeichnung ze den Studun («bei den Stauden») im Hochmittelalter der heutige Dorfname Studen.


Prägelz pour Prêles et Locraz pour Lüscherz: dans la région du Seeland, les doubles noms ont tendance à tomber dans l’oubli, alors qu’ils en sont l’une des caractéristiques. La recherche linguistique s’intéresse à leur origine, en établissant des liens entre les écrits historiques et les découvertes archéologiques. Elle retrace également l’histoire des langues par la mise en évidence de fragments linguistiques d’époques antérieures que l’on retrouve dans les noms de lieux.
Le paysage linguistique du Seeland est marqué par l’intégration de l’actuel Plateau suisse dans l’Empire romain vers l’an 15 av. J.-C. Le latin s’est rapidement répandu parmi les populations intégrées au sein de la nouvelle culture gallo-romaine. Des dialectes romans se sont progressivement développés, dont sont issues diverses formes de dialectes en Suisse romande. Ces patois furent supplantés par le français dès le 18e siècle.
La propagation de la langue allemande par les Alamans, lesquels ont occupé le Plateau en provenance du sud de l’Allemagne à partir du 6e siècle, a constitué un autre tournant décisif. Les langues romanes ont cédé du terrain et l’alémanique est parvenu jusqu’à l’Aar vers la fin du 8e siècle. La région était dès lors bilingue, même s’il n’existait pas encore de ligne de démarcation linguistique précise.
Entre le 9e et le 13e siècle, la région au sud du lac de Bienne devint majoritairement germanophone, suivie par celle de la rive nord puis, au 16e siècle, également par la ville de Morat. Il faudra cependant attendre le 18e siècle pour assister à la consolidation de la frontière linguistique actuelle dans la région des Trois-Lacs.
| Objet | Couche linguistique alamane |
| Datation | Haut Moyen Age |
Les toponymes les plus récents remontent souvent à des défrichements, des travaux des champs ou des noms de lieux-dits et sont encore aisément compréhensibles des germanophones de la région. C’est ainsi qu’une ancienne désignation de lieu-dit, ze den Studun («vers les plantes vivaces») s’est transformée au cours du Moyen Age centrale pour donner son nom actuel au village de Studen.


| Objet | Traité d’alliance entre Bienne et Berne (fac-similé) |
| Datation | 1279 |
| Matière | Parchemin, cire |
| Propriétaire | Archives d’Etat du canton de Berne |
«Nous, Richard, chevalier, maire de Bienne, ainsi que le Conseil et la commune du même lieu annonçons solennellement nous être unis et alliés, selon une conception unanime, par un serment prêté en personne avec ceux de Berne, c’est-à-dire le bourgmestre, le Conseil et la commune dudit lieu, de ce jour d’aujourd’hui jusqu’à Noël prochain et à partir de Noël pour le terme de cinq ans.»
Ainsi débutait le texte de la combourgeoisie entre Berne et la ville encore récente de Bienne. Les deux cités étaient germanophones, mais les documents politiques et ecclésiastiques étaient encore souvent rédigés en latin. Les noms de personnes et de lieux étaient alors latinisés: Richardus, de Biello, de Berno.
Le sceau le plus ancien de la ville de Bienne représente sans doute l’un des seigneurs exerçant la charge de maire sur son territoire. Cette représentation a apparemment été reprise ultérieurement dans les haches croisées des armoiries biennoises. Récemment, ce symbole a donné lieu à des interprétations erronées du nom de la ville comme potentiellement dérivé du mot allemand «Beil» qui signifie hache.
| Objet | Copie d’un acte de propriété de l’abbaye de Bellelay (fac-similé) |
| Datation | 1413/14 |
| Propriétaire | Archives de l’Ancien Evêché de Bâle, Porrentruy |
Afin de déterminer l’origine des noms de lieu, la recherche linguistique s’appuie sur les plus anciennes mentions écrites d’un lieu. Bien souvent, celles-ci sont encore relativement proches des versions modernes. Le nom de Bienne est mentionné pour la première fois dans cette transcription d’un acte datant de 1142. Il relève les biens appartenant à l’abbaye de Bellelay récemment fondée. Apparemment, ceux-ci comprenaient également des vignobles situés près de Bienne, vineas aput Belnam (11e ligne depuis le bas). Cette forme du nom est encore très proche de l’origine celtique belena, c’est-à-dire «puissante», probablement en référence à la source qui jaillit au-dessus de la vieille ville.
| Objet | Couche linguistique romane |
| Datation | Haut Moyen Age, 5e-8e siècles ap. J.-C. |
Le nom de Morenges (Mörigen en allemand) est probablement apparu entre le 5e et le 8e siècle apr. J.-C.. Les Romains donnaient volontiers à leurs villages le nom de la première personne qui s’y était établie. Pour ce faire, l’on ajoutait la terminaison -ingos à son nom, ce qui signifiait «chez les gens de …». En ce qui concerne Morenges, la forme romaine était peut-être Mauringos, «chez les gens de Maurus».



| Objet | Garniture de ceinture en trois parties |
| Lieu de découverte | Kallnach, Bergweg |
| Datation | 7e siècle ap. J.-C. |
| Matière | Fer damasquiné d’argent |
| Propriétaire | Service archéologique du canton de Berne |
Cette garniture de ceinture ornée d’argent qui provient d’une sépulture masculine de Kallnach est constituée de trois parties. Trois ferrures ornées de fils et de plaques d’argent sont fixées sur la ceinture en cuir, deux de forme trapézoïdale à l’avant, l’une carrée dans le dos.
Contrairement aux boucles de ceinture des costumes féminins, celles des hommes ne sont pas des marqueurs culturels.
| Objet | Boucle de ceinture avec ferrures |
| Lieu de découverte | Kallnach, Bergweg |
| Datation | 7e siècle ap. J.-C. |
| Matière | Fer damasquiné d’argent |
| Propriétaire | Service archéologique du canton de Berne |
La grande boucle de ceinture ornée d’argent provient de la tombe d’une femme de la nécropole de Kallnach datant du haut Moyen Age. Elle est typique du costume roman du 7e siècle. Les autres vestiges funéraires, le mode de construction des tombes ainsi que la position des corps témoignent d’une population qui continuait d’entretenir les traditions gallo-romaines dans l’ouest du Plateau suisse.
Ces grandes boucles de ceinture n’existaient plus à l’est de Soleure: cette région était habitée par des Alamanes portant des ceintures étroites avec des boucles simples, agrémentées de riches pendants de ceinture et de disques décoratifs en bronze.
| Objet | Gobelet à devise |
| Lieu de découverte | Studen-Petinesca |
| Datation | Epoque romaine, 3e siècle ap. J.-C. |
| Matière | Terre cuite |
| Propriétaire | Service archéologique du canton de Berne |
Le gobelet noir avec des rehauts blancs provient d’une habitation en pierre situées dans le quartier des artisans de la petite ville romaine de Petinesca. Il porte l’inscription FRATRI, «au frère», en lettres capitales. Les sources écrites antiques nous indiquent les membres d’associations professionnelles se désignaient ainsi à l’époque romaine. La maison servait peut-être de lieu de réunion d’une telle association. Les membres n’avaient probablement aucune peine à lire l’inscription figurant sur le gobelet.
| Objet | Couche linguistique romaine |
| Lieu de découverte | Epoque romaine |
L’une des formes gallo-romaines les plus fréquentes se retrouve dans les noms de lieu qui se terminent aujourd’hui par «-ach» en allemand et «-ier» en français. Cerlier (Erlach en allemand) en est un très bon exemple.
Cette terminaison est dérivée du suffixe gallo-romain -acum qui indique la possession. Le nom du propriétaire initial d’un domaine (praedium) est ainsi désigné. Dans le cas de Cerlier, la recherche linguistique suppose que la forme originelle était Cyrilliacum, «domaine de Cyrillius».



| Objet | Tuile avec graffito |
| Lieu de découverte | Studen-Petinesca |
| Datation | Epoque romaine |
| Matière | Terre cuite |
| Propriétaire | Collection Schmid, Diessbach b. Büren |
Quelqu’un a gravé le début de l’alphabet latin dans l’argile encore tendre de cette tuile. Les lettres A et D sont encore lisibles sur le fragment retrouvé, C et D étant attachés. L’ouvrier qui façonnait ces tuiles employait apparemment ses pauses à des exercices d’écriture.
Le peuple s’exprimait dans une langue orale dite «latin vulgaire». Seule une minorité savait lire et écrire et les connaissances se limitaient généralement à l’essentiel.
| Objet | Inscription romaine dédiée au dieu Mars |
| Lieu de découverte | Frinvillier, Toise de Saint-Martin |
| Datation | Epoque romaine |
| Matière | Pierre calcaire |
| Propriétaire | NMB Nouveau Musée Bienne, collection Musée Schwab |
MARTI M MACCIUS SABINUS EX VISSU
«Marcus Maccius Sabinus a dédié [cette inscription] à Mars après un rêve.»
Suite au rattachement à l’Empire romain, la classe supérieure celte, puis le reste de la population locale, ont adopté la langue latine. Des marchands romains, des membres de l’armée et l’élite locale savaient lire et écrire – comme sans doute le commanditaire de cette inscription. On suppose qu’une partie du peuple comprenait également des inscriptions courtes et simples, écrites en lettres majuscules.
| Objet | Couche linguistique celtique |
| Datation | Age du Fer |
Les sources écrites celtiques sont relativement rares. De ce fait, nous ne possédons aujourd’hui que des connaissances très lacunaires de cette langue. Les noms de lieux, de cours d’eau ou d’autres éléments de paysage de l’époque ne sont pas faciles à identifier. L’origine celtique n’est probable que lorsqu’une origine alamane, romane ou latine a pu être exclue. C’est ainsi que le nom du cours d’eau «Suze» est rapporté à l’adjectif celte segusia, «l’impétueuse» – un qualificatif qui décrirait parfaitement une rivière dont la force hydraulique fut utilisée jusqu’à l’époque moderne.
| Objet | Animation: SIFON, Bienne |
| Titre | Epée de Korisios |
| Lieu de découverte | Dans la Thielle près de Port |
| Datation | Age du Fer, 180-50 av. J.-C. |
| Matière | Fer, forgé |
| Propriétaire | Musée d’histoire de Berne |
Avant l’arrivée des Romains, la population du Plateau suisse (Helvètes) parlait le celte. Il n’existait pas de frontière linguistique, tout au plus des dialectes légèrement différents. Les Celtes n’avaient pas non plus d’écriture spécifique. Lorsqu’ils voulaient consigner quelque chose par écrit, ils utilisaient généralement l’alphabet grec. Korisios, le propriétaire de cette épée en fer, avait ainsi fait graver son nom en caractères grecs sur la lame. L’estampille montre deux chèvres ou deux bouquetins qui se dressent sur leurs pattes arrière, en appui contre un arbre.
| Objet | Couche linguistique de l’Europe ancienne |
| Datation | Préhistorique |
La recherche linguistique suppose que l’on retrouve dans les noms des cours d’eau les fragments les plus précoces des anciennes langues européennes. C’est sans doute à l’une de celles-ci que remonte la racine indo-européenne*er-/*or- qui pourrait se traduire par «mettre en mouvement, couler». Cette racine a subsisté jusqu’à nos jours, à travers les différentes langues: Aror en celte, Araris, en latin, Aar, aujourd’hui.
Il n’est pas possible de dater avec précision ces anciennes langues européennes ni de déterminer les groupes de population qui les parlaient. Il est probable que ces groupes soient arrivés en Europe au Néolithique lors de migrations en provenance de l’Est.
| Objet | Pot |
| Lieu de découverte | Douanne, Gare |
| Datation | Néolithique, 3700-3550 av. J.-C. |
| Matière | Terre cuite |
| Propriétaire | Service archéologique du canton de Berne |
Dans chaque village néolithique prédomine une tradition céramique. En parallèle, il existe néanmoins de nombreux récipients influencés par des styles d’autres régions. Le fond plat et la surface rugueuse de ce pot à cuire sont représentatifs de la céramique de l’est de la Suisse actuelle. Ces éléments étrangers se mêlent au style local.
| Objet | Pot |
| Lieu de découverte | Douanne, Gare |
| Datation | Néolithique, 3643–3631 av. J.-C. |
| Matière | Terre cuite |
| Propriétaire | Service archéologique du canton de Berne |
Au cours du Néolithique, deux traditions coexistaient sur le Plateau suisse en matière de poterie. Celles-ci se croisaient entre les lacs de Bienne et de Zurich: à l’ouest, la tradition est influencée par le bassin méditerranéen alors qu’à l’est ce sont les impulsions d’Europe centrale qui dominent. Avec un fond rond et des mamelons vers la lèvre, le pot à cuire exposé est caractéristique du style local, d’influence occidentale, que l’on trouve sur les rives du lac de Bienne.
| Objet | Pot |
| Lieu de découverte | Douanne, Gare |
| Datation | Néolithique, 3702-3687 av. J.-C. |
| Matière | Terre cuite |
| Propriétaire | Service archéologique du canton de Berne |
Dans les villages lacustres, la diversité ne constitue pas une exception mais la règle. Des formes de récipients étrangères sont représentées en petit nombre, mais régulièrement. Le pot à fond plat et à épaulement souligné de paires de mamelons est caractéristique du style céramique de l’est de la France actuelle, dans les régions de Bourgogne et de Franche-Comté. L’argile locale prouve cependant que le récipient provient de la région du lac de Bienne.