3.2.1 FR

Biel und sein See: Es ist kompliziert

Holzgegenstände, Knochen, Textilien, Hauspfähle, pflanzliche Reste wie Körner, Samen und Früchte: Von der Luft abgeschlossen bleiben im nassen Seegrund viele organische Funde über mehrere Jahrtausende erhalten. Sie stammen aus den jungsteinzeitlichen Pfahlbauerdörfern. Zusammen mit den Funden aus Stein und Keramik erzählen sie vom Leben am Bielersee vor 4600 bis 6300 Jahren.

Damals liegen die flachen Uferbereiche – auch Strandplatten genannt – wegen des tiefen Seespiegels zeitweise trocken. Ein Teil der damaligen Bauerngemeinschaften beschliesst, genau dort Dörfer zu errichten. Diese Seeufersiedlungen sind aber meist nicht sehr langlebig. Oft werden sie bereits nach zehn bis 20 Jahren wieder verlassen. Die klimatisch bedingten Schwankungen des Seespiegels sind sicher mit ein Grund dafür.

Dennoch liegen die Vorteile des Seeufers auf der Hand: Das Bauland ist unbewaldet, und die Hauspfähle lassen sich mühelos in den weichen Boden treiben. Mit dem Einbaum können Waren, Nahrung und Rohmaterialien einfach über den See transportiert werden. Zudem ist man hier mit grösseren Handelsnetzen weit über die Region hinaus verbunden.

Darüber hinaus ist das Nahrungsangebot hier sehr vielfältig: Diese Bauerngruppen ernähren sich vor allem von Getreide und Hülsenfrüchten, die sie auf kleinen Feldern im Landesinneren anbauen. Ihren Speiseplan ergänzen sie durch Fischfang, Jagd und Sammeln. So können sie auch Ernteausfälle ausgleichen.

Und wer weiss: Vielleicht gefällt es den Menschen auch einfach, so nahe am Wasser zu wohnen.

GegenstandWebmesser oder Strickholz
FundortSutz-Lattrigen
DatierungJungsteinzeit, 3596–3566 v. Chr.
MaterialHolz
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Dieser Fund ist nicht einfach zu deuten. Ist es ein Webmesser, mit dem der Schussfaden zwischen die senkrechten Kettfäden gewoben wird? Oder hilft es als Strickholz beim Knüpfen eines Fischernetzes, wobei die Breite des Brettchens die Maschenweite bestimmt?

Das Strickholz hilft beim Knüpfen von gleichmässigen Netzmaschen. Nach: A. Seligo, Die Fanggeräte der deutschen Binnenfischerei (Berlin 1914).

GegenstandFällaxt
FundortTwann
DatierungJungsteinzeit, 39.–38. Jahrhundert v. Chr.
MaterialEschenholz, Stein (Serpentinit)
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

In der Jungsteinzeit ist unsere Region noch stark bewaldet. Für den Hausbau und für die noch kleinen Ackerflächen muss zuerst Wald gerodet werden. Die Untersuchung der Hauspfähle zeigt, dass die damaligen Menschen den Wald bewusst bewirtschaften: In Sutz-Lattrigen werden Jahrzehnte nach der Dorfgründung für den Bau neuer Häuser jene regelmässig wachsenden Jungeichen verwendet, die auf den ehemaligen Rodungsflächen gewachsen sind.

GegenstandFurchenstock
FundortLüscherz
DatierungJungsteinzeit, 32. Jahrhundert v. Chr.
MaterialBuchenholz
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Der Getreideanbau ist sehr zeitaufwändig und bedeutet harte Knochenarbeit. Vor dem Aussäen muss der Boden aufgelockert und von Wurzeln und Steinen befreit werden. Zudem müssen Furchen für das Saatgut gezogen werden. Mit seinen abgewinkelten Partien zwischen Ast und Stamm eignet sich dieses Werkzeug bestens als Furchenstock oder Erdhacke.

GegenstandSichel
FundortVinelz
DatierungJungsteinzeit, Ende 28. und 27. Jahrhundert v. Chr.
MaterialBuchenholz
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Im Sommer steht die Getreideernte an. Verschiedene Erntemesser kommen im Laufe der Jungsteinzeit zum Einsatz. Bei diesem grossen Erntemesser sind die Klingeneinsätze aus Feuerstein herausgefallen. Mit dem gebogenen Ende wird ein Getreidebüschel eingeholt und mit der freien Hand festgehalten. Zum Schneiden dreht man das Handgelenk leicht ab.

GegenstandMesser
FundortSutz-Lattrigen
DatierungJungsteinzeit, 32.–31. Jahrhundert v. Chr.
MaterialHolz, Feuerstein, Birkenteer
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Dieses weit verbreitete, handliche Messermodell ist vielseitig einsetzbar. Es kommt einhändig auch bei der Ernte zum Einsatz. Das Messer wird dabei in der Handfläche mit vier Fingern fixiert. Mit dem freien Daumen drückt man ein paar Halme gegen die Feuersteinklinge und schneidet sie direkt unterhalb der Ähre ab.

GegenstandTasse
FundortVinelz
DatierungJungsteinzeit, 28. Jahrhundert v. Chr.
MaterialAhornholz
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern
GegenstandLöffel
FundortVinelz
DatierungJungsteinzeit, Ende 28.–27. Jahrhundert v. Chr.
MaterialBuchenholz
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern
GegenstandPfeilfragment
FundortLüscherz
DatierungJungsteinzeit, 32. Jahrhundert v. Chr.
MaterialSchneeballholz, Knochen, Birkenteer
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Nicht nur Feuerstein kommt in der Frühgeschichte für Pfeilspitzen zum Einsatz, sondern auch Tierknochen. Mit einer Wicklung aus Pflanzenfasern und mit Hilfe von Birkenteer ist diese Knochenspitze so am Pfeilschaft befestigt, dass ein kleiner Widerhaken entsteht.

GegenstandBogenfragment
FundortNidau
DatierungJungsteinzeit, 32.–28. Jahrhundert v. Chr.
MaterialEibenholz
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Auch in der Jungsteinzeit gehen die Menschen noch immer auf die Jagd und ergänzen so ihre auf Landwirtschaft basierende Ernährung. Die Tierknochen in den Pfahlbausiedlungen zeigen jedoch, dass die Jagd über die Jahrhunderte bis zur Bronzezeit stark an Bedeutung verliert.

GegenstandBogenfragment
FundortLüscherz
DatierungJungsteinzeit, 28. Jahrhundert v. Chr.
MaterialEibenholz
Eigentümer/-inBernisches Historisches Museum

Das Ende dieses Bogens ist löffelförmig geschnitzt, um die Schlaufe der Bogensehne aufnehmen zu können.

GegenstandSpielzeugeinbaum
FundortVinelz
DatierungJungsteinzeit, 28./27. Jahrhundert v. Chr.
MaterialErle
Eigentümer/-inBernisches Historisches Museum

Das einfachste und schnellste Fortbewegungs- und Transportmittel zwischen den Pfahlbaudörfern ist der Einbaum – ein Boot, das aus einem einzigen Baumstamm hergestellt ist. Gut möglich, dass vor gut 4700 Jahren Kinder mit diesem Holzschiffchen am Ufer vor Vinelz spielen.

GegenstandRindenbehälter
FundortTwann
DatierungJungsteinzeit, 37. Jahrhundert v. Chr.
MaterialBaumrinde
Eigentümer/-inArchäologischer Dienst des Kantons Bern

Baumrinde gewinnt man am einfachsten im Frühjahr, wenn der Baum im Saft steht. Dann lässt sie sich am besten ablösen. Der Behälter besteht aus einem rechteckigen Wandstück und einem kreisförmigen Boden. In den Rand des Bodens ist ein dünner Ast eingeflochten, an den das Wandelement mit Baumbast festgenäht ist.

Hersteller/-in / Künstler/-inBenoît Clarys
GegenstandLebensbild
TitelMarché de Sutz
Datierung2018
MaterialPapier
TechnikAquarell

Mit einem Einbau sind Reisende über den See gekommen, lassen sich verpflegen und bieten ihre Waren an. Genügen die Kupferperlen als Bezahlung für diesen einzigartigen Dolch aus exotischem, honigfarbenem Feuerstein?

Lebensbilder wie dieses von einem jungsteinzeitlichen Pfahlbaudorf in der Bucht von Sutz-Lattrigen um 2700 v. Chr. sind nur möglich dank der fantastischen Erhaltung organischer Objekte im feuchten Seegrund.

Liegt Biel am See? Spontan beantworten wohl die meisten Leute diese Frage mit Ja, denn die Stadt wird sofort mit dem Bielersee in Verbindung gebracht. Historisch betrachtet liegt die Stadt jedoch nicht am See. Jedenfalls hat der See lange nicht denselben Stellenwert wie heute und ist nicht gleichermassen identitätsstiftend.

Mittelalterliche und neuzeitliche Stadtansichten lassen erkennen, dass die Bieler Altstadt weit weg vom See liegt – ganz anders als Nidau. Durch die erste Juragewässerkorrektur im 19. Jahrhundert senkt sich der Seespiegel. Damit wird die Distanz zwischen Altstadt und Seeufer noch grösser. Zeitgleich beginnt der Bau der grossen Verkehrsachsen Biel–Neuenburg und Biel–Sonceboz. Die neuen Strassen und Eisenbahntrasses bilden zusätzlich einen Keil zwischen Stadt und See. Auch der Bahndamm, der dem Zug den Aufstieg in die Bieler Rebberge und in den Jura erleichtert, ist ein Hindernis. Der Blick der selbsternannten «Zukunftsstadt Biel» ist nicht Richtung See gewandt. Im Zeitalter der grossen Infrastrukturprojekte und des Aufbruchs in die Moderne regt sich dagegen kaum Widerstand. Auch im 20. Jahrhundert plant man im selben Geiste weiter und siedelt zwischen dem See und dem neuen Bahnhof eine Industriezone an.

Erst mit der Deindustrialisierung der 1970er-Jahre und den dadurch entstandenen Brachen entlang des Seeufers fällt der Blick wieder auf den See. Eine Initialzündung für die neue Ausrichtung ist die Expo.02 mit der in den See ragenden Arteplage und Millionen Besuchenden. Inzwischen sind der See und sein Ufer fester Bestandteil der Bieler Identität: Die umkämpften und letztlich gescheiterten Projekte rund um den Autobahnanschluss Westast und die geplante Überbauung AGGLOlac in der jüngsten Zeit beweisen das. Keine Frage: Der See wird auch künftig im Zentrum der Diskussionen zur Zukunft der Stadt stehen.


Topographische Zeitreise im Bereich zwischen dem Bielersee und Biel 1844–2018, Swisstopo
Hersteller/-in / Künstler/-inHandicap.02, Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband SBV Blindenschule Zollikofen, Touch-Model
GegenstandModell
TitelModell Arteplage Biel mit Blindenschrift
Datierung2002
MaterialHolz, Metall, Kunststoff
TechnikModellbau
Eigentümer/-inPrivatbesitz
Expo.02 Arteplage Biel
GegenstandReproduktion
TitelÜbersicht der Seegegend von Biel, Neuenburg und Murten
Datierung1848
MaterialPapier
TechnikHolzstich
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Auf der historischen Darstellung lässt sich klar erkennen, dass die Stadt Biel (im Vordergrund) im Gegensatz zu Nidau nicht am See lag.

GegenstandReproduktion ab Postkarte
TitelBiel. Blick auf den See und die Alpen
Datierung1913
MaterialPapier
TechnikDruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Rauchende Fabrikkamine sind um die Jahrhundertwende auch Postkartensujets. Viele damalige Betrachterinnen und Betrachter sehen darin keinen Gegensatz zur Schweizer Naturlandschaft, sondern positive Symbole für die Moderne wie auch beim Dampfschiff im Vordergrund.
Hinter der damaligen Badeanstalt von Biel ist die 1911/1914 erstellte Carbidfabrik (elektro-chemische Industrie) von Nidau erkennbar. Für die Gewinnung von Carbid beziehungsweise Ethin braucht es sehr viel Strom: Die auf rund 2300 Grad Celsius aufgeheizten Schmelz-Reduktionsöfen brauchen pro Tonne Calciumcarbid um die 3000 KWh. Der Strombedarf und die damit verbundenen hohen Kosten erklären die Lage der Fabrik am Wasser und in der Nähe zu den Transportachsen der Eisenbahn. Der Strom stammt vom Wasser, das benötigte Koks (kohlenstoffhaltiger Brennstoff) kommt per Eisenbahn.

Um die Jahrhundertwende und zu Beginn des 20. Jahrhundert siedeln sich folgende industrielle Betriebe am Nidauer Seeufer an:
– Präzisionszieherei Montandon (später Teil der Vereinigten Drahtwerke Biel)
– Chemiefabrik von Heyden AG (Radebeul b. Dresden), Herstellung von künstlichem Süssstoff (Saccharin), ab 1899/1900
– Reparaturwerkstätte der Vereinigten Kander- und Hagneck-Werke AG, ab 1908 (später BKW)
– Konstruktions- und Reparaturwerkstätte sowie Zähler-, Eich- und Reparaturwerkstätte, ab 1910 (später Alpha AG)
– Messingwalzwerk und -Rohrzug Konrad Krebs, ab 1911 (später Metallwerke Nidau AG, Usine métallurgique Nidau)
– Sand- und Kiesverwertung AG, ab 1915
– Uhrengehäusefabrik Egliweg, ab 1917
– Progressia SA Cadrans métalliques (Bestandteile Uhrenindustrie), ab 1947/48
– Sägerei und Holzimpägnierung Spychiger, ab 1919
– Velofabrik Zesar A.-G, ab 1929

In Biel sind insbesondere folgende Industriebetriebe in Seenähe erwähnenswert:
– Ziegelei bei der Zihl
– Städtischer Schlachthof, ab 1873
– Montagewerk General Motors (Automobilfabrikation), ab 1935

Hersteller/-in / Künstler/-inYves André
GegenstandReproduktion
TitelExpo.02: Blick auf die Arteplage vom Bieler Strandboden aus
Datierung2002
TechnikFotografie
Eigentümer/-in Yves André

2002 findet die 6. Landesaustellung in der Drei-Seen-Region statt. Organisatoren sind die Kantone Bern, Freiburg, Neuenburg, Waadt und Jura. Biel ist neben Neuenburg, Yverdon-les-Bains und Murten einer der Austragungsorte. Der Kanton Jura ist mit einer mobilen Station (sogenannte Arteplage mobile) vertreten. Die drei Türme und die Passerelle über die Seebucht werden zum Symbol für die Expo.02 in Biel. Während 159 Tagen besuchen fast 3 Millionen die Bieler Arteplage, die unter dem Motto Macht und Freiheit steht. Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz entdecken die Stadt Biel neu. Bielerinnen und Bieler überdenken das Verhältnis ihrer Stadt zum See neu. Nach der Schliessung der Landesausstellung entstehen verschiedene Entwürfe zur Neugestaltung des Seebereiches.

Durch die Expo.02 richtet sich der Blick der Bielerinnen und Bieler wieder stärker Richtung See. Der Seebereich rückt in den Fokus der Stadtentwicklung.

Hersteller/-in / Künstler/-inBiel notre amour
GegenstandReproduktion
TitelA5 Biel-Bienne Westast-INFO
Datierung2018
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

2014 genehmigt der Bundesrat das Ausführungsprojekt für den Autobahnanschluss Biels im Seeuferbereich, den sogenannten Westast. Seit den 1960er-Jahren ist diese letzte Lücke im Schweizer Nationalstrassennetz in Planung. Gegen das Projekt regt sich kurz vor der Ausführung Widerstand in der Bevölkerung. Dies auch, weil die Angst besteht, dass die Stadt durch die Autobahn vom See abgeschnitten werde. Diverse Komitees und Vereine machen gegen das Autobahnprojekt mobil. Stadtwanderungen auf dem Gelände der geplanten Autobahn sowie Demonstrationen werden organisiert. Ein Alternativprojekt in der Form eines Tunnels unter dem Seeufer (mit Verzicht auf neue Autobahnanschlüsse) lässt die Stimmung gegen den Westast endgültig kippen. Im Januar 2021 zieht der Bundesrat das Ausführungsprojekt trotz jahrzehntelanger und millionenteurer Planung zurück. Es ist das erste Mal, dass ein Autobahnprojekt in der Schweiz gänzlich verhindert wird. Die Bieler Westastdebatte löst ein breites mediales Echo aus. Man spricht vom «Wunder von Biel», und das Bieler Modell macht Schule in anderen Städten, wo sich ebenfalls Widerstand gegen Strassenprojekte regt.

Der Widerstand gegen den Westast steht nicht bloss für den Zeitgeist der grünen Wende zu Beginn der 2020er-Jahren, sondern auch für die Neuausrichtung Biels Richtung See, spätestens mit der Expo.02 begonnen hat.

Hersteller/-in / Künstler/-inAlfred Neuhaus
GegenstandReproduktion
TitelStadtplan Biel 1:5000, 1870, 1883, 1888
Datierung1888–1890
MaterialLeinwand, Papier
TechnikDruckgrafik
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Postkarte Seeuferansicht mit Strasse und Eisenbahntrasse bei Vingelz, um 1910

Auf dem Stadtplan ist bereits erbaute und geplante Transportinfrastruktur zwischen der Stadt und dem See zu erkennen. Diese prägt das Verhältnis von Biel zum See noch heute. Der Ausbau der Eisenbahn in den 1860er- und 1870er-Jahren macht den Anfang: Seit dem Bau der Linie Neuenstadt–Biel (1860) und derjenigen von Biel nach Sanceboz-Tavannes/Saint-Imier (1874) ist die Verbindung der Stadt zum See getrennt. Der Bahndamm der Linie in den Berner Jura blockiert fortan auch die Sicht von der Stadt zum See. Im Zeitalter des Eisenbahnbaus haben wirtschaftliche Interessen und Ingenieurüberlegungen Vorrang.

Hersteller/-in / Künstler/-inGemeinderat der Stadt Biel; Schweizerische Bundesbahnen SBB
GegenstandReproduktion
TitelVerbindungsgeleiseanlage des Schlachthauses der Stadt Biel, Situationsplan 1:500
Datierung1928
MaterialPapier
TechnikKartografie
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Hersteller/-in / Künstler/-inMärklin Gebr. & Cie. G.m.b.H., Buchhandlung E. Kuhn
GegenstandModelleisenbahn, Postkarten Geleiseanlagen des Bahnhofs Biel
Datierung1923–1940
MaterialMetall, Papier
TechnikIndustrielle Fertigung, Druck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inGeneral Motors Suisse SA
GegenstandPostkarte
TitelEin Besuch bei der General Motors in Biel
DatierungUm 1950
MaterialKarton
TechnikFotografie
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

1934/1935 errichtet der amerikanische Autobauer General Motors im Bereich zwischen Bahnhof und See ein Montagewerk. Die Fabrik wird in der Folge sukzessive ausgebaut. Die Ansiedlung von General Motors geschieht in den Jahren grösster Wirtschaftskrise, als Biel gegen 5000 Arbeitslose (25% Arbeitslosenquote) zählt. Auch deshalb stimmen die Bieler Stimmberechtigten dem Bau der Fabrik auf Gemeindeboden zu: mit 5088 gegen 151 Stimmen. General Motors nimmt so eine der letzten freien Parzellen des durch die Juragewässerkorrektur gewonnen Landes ein. Der restliche Seeuferbereich bildet bereits eine geschlossene Industrie- und Transportinfrastrukturzone.

Hersteller/-in / Künstler/-inGeneral Motors Suisse SA, Yatming
GegenstandWerbe-Broschüre, Modellauto
TitelChevrolet Bel-Air Nomad, Kombimodell
Datierung1960–1965
MaterialPapier, Buntmetall, Kunststoff
TechnikFotografie, Druck, industrielle Verarbeitung
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
GegenstandPostkarte
TitelFlugaufnahme Biel Bereich See / Bahnhof
Datierung1969
MaterialPapier
TechnikFotografie, Druck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inStadt Biel, Martin Heller
GegenstandBroschüre
TitelLeben und Wohnen in Biel
Datierung2002
MaterialPapier
TechnikDruck
Eigentümer/-inStadtarchiv Biel, Bestand Expo.02
Hersteller/-in / Künstler/-inExpo.02
GegenstandBriefmarke, Aufkleber, Luftansicht Arteplage Bienne
TitelErinnerungsdokumente Expo.02
Datierung2002
MaterialPapier, Kunstoff
TechnikDruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Hersteller/-in / Künstler/-inCortepress, Mobimo AG
GegenstandReproduktionen
TitelBiel Bienne vom 23./24. Dezember 2019, Visualisierungen Agglolac
Datierung2019
MaterialPapier
TechnikDruck

2021 entzweit die Frage der Gestaltung des Seeufers erneut die Bevölkerung in Biel und Nidau. Das Projekt AGGLOlac sieht vor, die verbleibenden Industriebrachen am See, auf denen temporär die Expo.02 steht, zu überbauen. Nach dem Willen der privaten Investoren und des Gemeinderats von Biel und Nidau sollen 800 Wohnungen errichtet sowie das Ufer neu gestaltet werden. Das Investitionsvolumen beträgt eine halbe Milliarde Franken. Die private Immobilienfirma wirbt mit Visualisierungen eines neuen Seequartiers mit Kanälen, Segelschiffen und Wohnblöcken am Wasser. Man spricht vom Bieler «Klein Venedig».

Visualisierung Hafenanlage und Wohnhäuser Projekt AGGLOLac Mobimo AG, 2019

Nach dem Autobahnprojekt scheitert jedoch auch diese Neugestaltung des Seeuferbereiches am Widerstand in der Bevölkerung. Die Debatte rund um AGGLOlac zeugt davon, dass das Seeufer mittlerweile zu einem, wenn nicht gar zu dem identitätsstiftenden Ort Biels geworden ist. Einige begrüssen die Denkpause bei der Gestaltung der letzten bebaubaren Parzellen am See, andere beklagen «neuartige Verhinderungskultur», die nicht zur Geschichte der «Zukunftsstadt» Biel passe.

Hersteller/-in / Künstler/-inStadt Biel
GegenstandTourismus-Prospekt
TitelBiel Bielersee und Jurahöhen
DatierungUm 1930
MaterialPapier
TechnikDruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
GegenstandPostkarten
TitelPostkarten mit Ansichten des Bieler Seeufers
Datierung1898–1916
MaterialPapier
TechnikDruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inStadt Biel
GegenstandTourismus-Prospekte
TitelBiel – Bienne
Datierung1950–1960
MaterialPapier
TechnikDruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inHess
GegenstandModellbus
TitelLinie 4 Verkehrbetriebe Biel
Datierung1990–2010
MaterialKunststoff
TechnikIndustrielle Production
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inVerein Westast so nicht!
GegenstandTrillerpfeife, Bierdeckel, Fotografie, Visualisierungen Westast
TitelGegenstände Kampagne «Westast so nicht!»
Datierung2016–2018
MaterialKunststoff, Papier
TechnikIndustrielle Fertigung, Fotografie, Druck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Der 2015 gegründete Verein «Westast so nicht!» ist das Aushängeschild der Kampagne gegen den Westast. Neben den diversen Führungen und Visualisierungen zur geplanten Baustelle bzw. dem Verlauf der Autobahn, erhält der Verein mit dem im November 2017 veröffentlichten Alternativprojekt «Westast so besser!», breites mediales und politisches Echo. Das Alternativprojekt sieht u.a. anstelle der zwei oberirdischen Autobahnanschlüsse einen Tunnel entlang des Bieler Seeufers vor. Der Verein nimmt gleich wie Befürworter des ursprünglichen Ausführungsprojektes am sogenannten Dialogprozess (2019–2020) teil und existiert noch heute.

GegenstandVerein « Biel notre amour »
TitelAufnäher
Datierung2018
MaterialStoff
TechnikIndustrielle Produktion
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Biel notre Amour ist einer der neu gegründeten Vereine im Zusammenhang mit der Kampagne gegen das geplante A5-Westast-Autobahnprojekt. Nach dessen Aufgabe löst sich 2021 der Verein auf.

Bienne est-elle au bord du lac? Spontanément, la plupart des gens répondraient par l’affirmative à cette question puisque la ville est immédiatement associée à son lac. D’un point de vue historique pourtant, Bienne n’est pas au bord du lac. Ou du moins, le lac n’a longtemps pas eu l’importance ni le caractère identitaire que nous lui prêtons aujourd’hui.

Des gravures de l’époque médiévale et moderne dépeignent une vieille ville de Bienne érigée très en retrait du lac, à l’intérieur des terres – contrairement à Nidau. Au 19e siècle, la première correction des eaux du Jura a fait baisser le niveau du lac. La distance entre la vieille ville et le bord du lac a de ce fait encore augmenté. Au même moment débutait la construction des grands axes de transport Bienne–Neuchâtel et Bienne–Sonceboz. Les nouvelles routes, ainsi que la voie ferrée, ont creusé un clivage supplémentaire entre la ville et son lac. Le remblai réalisé pour faciliter l’ascension du train sur les pentes du Jura forme également un obstacle visuel de taille. «Bienne ville d’avenir», comme elle s’est autoproclamée, ne tournait son regard ni vers le passé, ni côté lac. Cela ne suscitait guère de résistance à l’époque des grands projets d’infrastructures et de l’entrée de plein pied dans les temps modernes. Les planifications se sont poursuivies dans ce même esprit au 20e siècle, avec la création notamment d’une zone industrielle entre le lac et la nouvelle gare.

Il fallut attendre la désindustrialisation des années 1970, qui laissa de nombreuses friches sur les rives du lac, pour que les regards se tournent à nouveau vers lui. Expo.02, avec son arteplage s’avançant sur l’eau et ses millions de visiteurs, fut l’étincelle initiale d’une réorientation. Depuis, le lac et ses rives sont indissociables de l’identité biennoise: la bataille acharnée et, finalement, les échecs consécutifs du projet de raccordement autoroutier par l’axe Ouest puis du projet de développement urbain AGGLOlac, en sont la preuve. Cela ne fait donc aucun doute: le lac demeurera au centre des discussions quant à l’avenir de la ville.


Voyage topographique dans le temps dans la région située entre le lac de Bienne et Bienne 1844-2018, Swisstopo
Producteur/productrice / artisteHandicap.02, Fédération suisse des aveugles et malvoyants (FSA), Blindenschule Zollikofen, Touch-Model
Objet Maquette
TitreMaquette de l’arteplage de Bienne avec écriture Braille
Datation2002
MatièreBois, métal, plastique
TechniqueConstruction de maquette
PropriétaireCollection privée
Expo.02 Arteplage Bienne
ObjetReproduction
TitreÜbersicht der Seegegend von Biel, Neuenburg und Murten [Vue sur la région du lac de Bienne, Neuchâtel et Morat]
Datation1848
MatièrePapier
TechniqueGravure sur bois
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Sur cette gravure historique, on voit très bien que la ville de Bienne (au premier plan) n’est pas au bord du lac, contrairement à Nidau.

ObjetReproduction à partir d’une carte postale
TitreBienne. Vue sur le lac et les alpes
Datation1913
MatièrePapier
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Au début du 20e siècle, les cheminées d’usine crachant de la fumée étaient aussi des sujets de cartes postales. À cette époque, la plupart des gens n’y voyaient aucune contradiction à l’égard des paysages naturels du pays mais au contraire des symboles positifs de la modernité, comme pour le bateau à vapeur au premier plan.
Derrière les bains publics biennois de l’époque, on reconnaît l’usine de carbure (industrie électrochimique) de Nidau, construite en 1911/14. L’extraction de carbure ou d’éthyne nécessitait beaucoup d’électricité: chauffés à environ 2300 degrés Celsius, les fours de fusion-réduction consommaient environ 3000 KWh par tonne de carbure de calcium. Les besoins en électricité, ainsi que les coûts élevés qui en découlent, expliquent la situation de l’usine au bord de l’eau et à proximité des axes de transport ferroviaire. L’électricité provient de l’eau, le coke nécessaire (combustible carboné) était acheminé par le train.

Vers la fin du 19e siècle et au début du 20e, les entreprises industrielles suivantes s’étaient installées sur les rives du lac de Nidau:
– Atelier d’étirage de précision Montandon (qui fera plus tard partie des Tréfileries Réunies Bienne)
– Usine chimique von Heyden AG (Radebeul b. Dresden), fabrication d’édulcorant artificiel (saccharine), à partir de 1899/1900
– Atelier de réparation de l’entreprise Vereinigte Kander- und Hagneck-Werke AG à partir de 1908 (devenue ensuite BKW)
– Ateliers de construction et de réparation ainsi que de compteurs, d’étalonnage et de réparation à partir de 1910 (Alpha AG par la suite)
– Laminoir et tubes en laiton Konrad Krebs à partir de 1911 (Metallwerke Nidau AG, Usine métallurgique Nidau par la suite)
– Sand- und Kiesverwertung AG à partir de 1915
– Fabrique de boîtes de montres Egliweg à partir de 1917
– Progressia SA Cadrans métalliques (composants pour l’industrie horlogère) à partir de 1947/48
– Scierie et imprégnation de bois Spychiger à partir de 1919
– Fabrique de vélos Zesar AG à partir de 1929

À Bienne, les entreprises industrielles suivantes établies à proximité du lac méritent une mention particulière:
– Briqueterie au bord de la Thielle
– Abattoirs municipaux à partir de 1873
– Usine de montage General Motors (constructeur automobile) à partir de 1935

Producteur/productrice / artisteYves André
ObjetReproduction
TitreExpo.02 : vue sur l’arteplage depuis la plage de Bienne
Datation2002
TechniquePhotographie
PropriétaireYves André

En 2002, la 6e exposition nationale s’est déroulée dans la région des Trois-Lacs. Les organisateurs étaient les cantons de Berne, Fribourg, Neuchâtel, Vaud et Jura. Bienne, Neuchâtel, Yverdon-les-Bains et Morat étaient les villes-arteplages. Le canton du Jura était représenté par une arteplage mobile. Les trois tours et la passerelle surplombant la baie du lac sont devenues le symbole biennois de l’Expo.02. Pendant 159 jours, l’arteplage de Bienne, placée sous la devise Pouvoir et Liberté, a accueilli près de 3 millions de visiteurs. Ces personnes venues de tout le pays ont redécouvert la ville de Bienne, tandis que les Biennoises et les Biennois ont pu repenser les liens entre leur ville et le lac. Divers projets de réaménagement des bords du lac ont été élaborés à l’issue de l’exposition nationale.

Le regard des Biennoises et des Biennois s’est de nouveau davantage tourné vers le lac dans le contexte de l’Expo.02. Toute cette zone s’est ainsi trouvée au centre des réflexions sur le développement urbain.

Producteur/productrice / artisteBiel notre amour
ObjetReproduction
TitreA5 Biel-Bienne Axe ouest – INFOS
Datation2018
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

En 2014, le Conseil fédéral a approuvé le projet d’exécution de la jonction autoroutière de Bienne dans la zone des rives du lac, dite axe ouest. Cette dernière lacune dans le réseau des routes nationales était planifiée depuis les années 1960. La population s’est toutefois opposée au projet peu avant sa réalisation, notamment en raison de la crainte de voir la ville coupée du lac par l’autoroute. Divers comités et associations se sont mobilisés contre le projet autoroutier. Des randonnées urbaines sur le site prévu pour l’autoroute ainsi que des manifestations ont été organisées. Un projet alternatif sous la forme d’un tunnel sous les rives du lac, en renonçant à de nouvelles jonctions autoroutières, a définitivement fait basculer les opinons contre l’axe ouest. En janvier 2021, le Conseil fédéral a retiré le projet d’exécution, malgré des planifications qui s’étaient étendues sur des décennies et avaient coûté plusieurs millions. C’est la première fois qu’un projet autoroutier est totalement abandonné en Suisse. Le débat sur l’axe ouest à Bienne a rencontré un large écho médiatique. On a parlé du «miracle de Bienne» et le modèle biennois a fait école dans d’autres villes où des résistances émergeaient également contre des projets routiers.

L’opposition à l’axe ouest ne reflète pas uniquement le virage vert qui s’est dessiné au début des années 2020 mais également la réorientation de Bienne en direction du lac, laquelle avait débuté au plus tard avec l’Expo.02.

Producteur/productrice / artisteAlfred Neuhaus
ObjetReproduction
TitrePlan de la ville de Bienne 1:5000, 1870, 1883, 1888
Datation1888–1890
MatièreToile, papier
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Postkarte Seeuferansicht mit Strasse und Eisenbahntrasse bei Vingelz, um 1910

Des infrastructures de transport déjà construites et planifiées entre la ville et le lac sont visibles sur le plan de la ville de 1888. Elles marquent encore aujourd’hui la relation de Bienne avec son lac. L’extension du chemin de fer dans les années 1860 et 1870 en constitue le point de départ: depuis la construction de la ligne Neuchâtel-Bienne en 1860 et celle de Bienne à Sonceboz-Tavannes/Saint-Imier en 1874, la ville est coupée de son lac. Le remblai de la ligne en direction du Jura bernois bloque également la vue de la ville vers le lac. À l’ère de la construction des voies ferrées, les intérêts économiques et les considérations d’ingénierie primaient.

Producteur/productrice / artisteConseil municipal Ville de Bienne; Chemins de fer fédéraux suisses CFF
ObjetReproduction
TitreVerbindungsgeleiseanlage des Schlachthauses der Stadt Biel, Situationsplan 1:500 [Voies de raccordement des abattoirs communaux de la Ville de Bienne, plan de situation 1:500]
Datation1928
MatièrePapier
TechniqueCartographie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Producteur/productrice / artisteMärklin Gebr. & Cie. G.m.b.H., librairie E. Kuhn
ObjetTrain miniature, cartes postales gare de Bienne
Datation1923–1940
MatièreMétal, papier
TechniqueProduction industrielle, impression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productrice / artisteGeneral Motors Suisse SA
ObjetCarte postale
TitreUne visite à la General Motors à Bienne
DatationVers 1950
MatièreCarton
TechniquePhotographie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

En 1934/1935, le constructeur automobile américain General Motors a créé une usine de montage dans la zone située entre la gare et le lac. Par la suite, elle fut progressivement agrandie. L’implantation de General Motors est intervenue en pleine crise économique alors que Bienne comptait près de 5000 chômeurs, avec un taux de chômage de 25%. C’est notamment la raison pour laquelle les électeurs biennois avaient massivement plébiscité la construction de l’usine sur un terrain appartenant à la commune, par 5088 voix contre 151. General Motors occupait ainsi l’une des dernières parcelles de terres gagnées suite à la correction des eaux du Jura. Pour le reste, les rives du lac formaient déjà une zone entièrement occupée par des infrastructures de transport et des activités industrielles.

Producteur/productrice / artisteGeneral Motors Suisse SA, Yatming
ObjetBrochure publicitaire, voiture miniature
TitreChevrolet Bel-Air Nomad
Datation1960–1965
MatièrePapier, métal coloré, plastique
TechniquePhotographie, impression, fabrication industrielle
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
ObjetCarte postale
TitreVue aérienne de Bienne entre le lac et la gare
Datation1969
MatièrePapier
TechniquePhotographie, impression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productrice / artisteVille de Bienne, Martin Heller
ObjetBrochure
TitreVivre et habiter à Bienne
Datation2002
MatièrePapier
TechniqueImpression
PropriétaireArchives municipales Bienne, Fonds Expo.02
Producteur/productrice / artisteExpo.02
ObjetTrimbre, autocollant, vue aérienne de l’artéplage de Bienne
TitreDocuments souvenirs de l’Expo.02
Datation2002
MatièrePapier, plastique
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Producteur/productrice / artisteCortepress, Mobimo S.A.
ObjetReproductions
TitreBiel Bienne du 23/24 décembre 2019, visualisations Agglolac
Datation2019
MatièrePapier
TechniqueImpression

En 2021, la question de l’aménagement des rives du lacs divise une nouvelle fois les populations de Bienne et de Nidau. Le projet AGGLOlac prévoit de construire sur la friche industrielle du bords du lac, à l’ancien emplacement temporaire de l’Expo.02. D’après les vœux d’investisseurs privés et des municipalités de Bienne et de Nidau, 800 appartement ainsi qu’un nouvel aménagement des rives doivent être réalisés. Les investisseurs prévoient un demi-milliard de francs. L’entreprise immobilière promeut la vision d’un quartier au bord du lac où se côtoient canaux, bateaux et immeubles au bord de l’eau. Le projet est surnommé la «petite Venise» biennoise.

Visualisation d’un port de plaisance et d’immeubles du projet AGGLOLac, Mobimo S.A., 2019

Après l’échec du projet de contournement autoroutier, cette proposition a elle aussi été annulée suite à des résistances de la part de la population. Les débats au sujet d’AGGLOlac montrent que les rives du lac sont désormais un – si ce n’est le – lieu d’identification par excellence de Bienne. La pause réflexive imposée pour repenser l’aménagement de la dernière parcelle constructible au bords du lac est saluée par certains, tandis que d’autres dénoncent une « culture de l’empêchement » qui entre en conflit avec la désignation de «Ville du futur» volontiers endossée par Bienne.

Objets en bois, os, textiles, pilotis, macrorestes végétaux tels que céréales, graines et fruits: à l’abri de l’air, de nombreux vestiges organiques ont été conservés dans le fond humide du lac pendant des millénaires. Ils proviennent des villages sur pilotis du Néolithique. En plus d’objets en pierre et en céramique, ils nous parlent de la vie au bord du lac de Bienne il y a 4600 à 6300 ans.

À cette époque, les berges peu profondes, également appelées plates-formes littorales, étaient parfois à sec en raison du bas niveau du lac. Une partie des communautés paysannes de l’époque a choisi ces lieux pour ériger des villages. Ils étaient néanmoins éphémères et furent souvent abandonnés au bout d’à peine dix à vingt ans. Les variations du niveau du lac, influencées par les changements climatiques, l’expliquent sans doute en partie.

Pourtant, les avantages qu’offrent les rives du lac sont évidents: le terrain est déboisé et les pieux destinés aux maisons s’enfoncent aisément dans le sol meuble. Des pirogues permettaient de transporter facilement des marchandises, de la nourriture et des matières premières à travers le lac. Ces populations étaient en outre reliées à des réseaux commerciaux dépassant largement le périmètre régional.

De plus l’alimentation est ici très variée: ces groupes de cultivatrices et cultivateurs se nourrissaient principalement de céréales et de légumineuses qu’ils plantaient sur de petits champs à l’intérieur des terres. Elle était complétée par la pêche, la chasse et la cueillette. Cela leur permettait également de compenser les mauvaises récoltes.

Et qui sait: peut-être ces gens se plaisaient-ils tout simplement au bord de l’eau?

ObjetLame de tisserand ou jauge à filet de pêche
Lieu de découverteSutz-Lattrigen
DatationNéolithique, 3596–3566 av. J.-C.
MatièreBois
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

Cette découverte est difficile à interpréter. S’agit-il d’une lame de tisserand, servant à tisser le fil de trame entre les fils de chaîne verticaux? Ou était-ce un outil servant à nouer les filets de pêche, la largeur de la planchette permettant de déterminer l’ampleur des mailles?

La lame de tisserand aide à nouer des mailles de filet régulières. D’après: A. Seligo, Die Fanggeräte der deutschen Binnenfischerei (Berlin 1914).

ObjetHache
Lieu de découverteTwann
DatationNéolithique, 39e – 38e siècle av. J.-C.
MatièreBois de frêne, pierre (serpentinite)
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

Au Néolithique, notre région était encore presque entièrement recouverte de forêts. Il fallait donc d’abord déboiser pour construire des maisons et créer de petites zones cultivables. L’analyse des pilotis des maisons prouve que les populations de l’époque exploitaient sciemment la forêt : plusieurs décennies après la création du village de Sutz-Lattrigen, les jeunes chênes qui repoussaient de manière régulière sur les surfaces précédemment défrichées servaient à la construction de nouvelles maisons.

ObjetBâton à fouir
Lieu de découverteLüscherz
DatationNéolithique, 32e siècle av. J.-C.
MatièreBois de hêtre
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

Cultiver des céréales nécessite beaucoup de temps et d’efforts. Avant de semer, il faut ameublir le sol et le débarrasser des racines et des pierres. De plus, des sillons doivent être tracés. Grâce à sa forme naturellement coudée composée de la branche et du tronc d’un arbre, cet outil était parfait pour casser les mottes et creuser des sillons.

ObjetFaucille
Lieu de découverteVinelz
DatationNéolithique, Fin 28e – 27e siècle av. J.-C.
MatièreBois de hêtre
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

L’été est la saison des moissons. Différents outils étaient utilisés au cours du Néolithique à cet effet. La lame de cette faucille a perdu ses lames en silex. L’extrémité recourbée permettait d’attraper une gerbe de céréales et de la tenir avec la main libre. Pour couper, il suffisait d’un léger mouvement de rotation du poignet.

ObjetCouteau
Lieu de découverteSutz-Lattrigen
DatationNéolithique, 32e – 31e siècle av. J.-C.
MatièreBois, silex, brai de bouleau
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

Largement répandu, ce modèle de couteau est maniable et polyvalent. Il était également utilisé d’une seule main pour les récoltes, en le bloquant dans la paume de la main avec quatre doigts. Le pouce resté libre permettait d’appuyer quelques brins contre la lame de silex et de les trancher juste au-dessous de l’épi.

ObjetTasse
Lieu de découverteVinelz
DatationNéolithique, 28e siècle av. J.-C.
MatièreBois d’érable
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

ObjetCuillère
Lieu de découverteVinelz
DatationNéolithique, Fin 28e – 27e siècle av. J.-C.
MatièreBois de hêtre
PropriétaireService archéologique du canton de Berne
ObjetFragment de flèche
Lieu de découverteLüscherz
DatationNéolithique, 32e av. J.-C.
MatièreBois de viorne, os, brai de bouleau
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

En plus du silex, des os d’animaux étaient également utilisés au cours de la Préhistoire pour fabriquer des pointes de flèches. Ces pointes en os étaient fixées sur la hampe à l’aide de fibres végétales enroulées, collées avec du brai de bouleau, de sorte à former un petit ardillon.

ObjetFragment d’arc
Lieu de découverteNidau
DatationNéolithique, 32e – 28e av. J.-C.
MatièreBois d’if
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

Au Néolithique, la chasse complétait encore l’alimentation issue de l’agriculture. Les ossements d’animaux retrouvés dans les villages lacustres montrent cependant qu’elle a nettement perdu de son importance au fil des siècles jusqu’à l’âge du Bronze.

ObjetFragment d’arc
Lieu de découverteLüscherz
DatationNéolithique, 28e av. J.-C.
MatièreBois d’if
PropriétaireMusée d’Histoire de Berne

Das Ende dieses Bogens ist löffelförmig geschnitzt, um die Schlaufe der Bogensehne aL’extrémité de cet arc est sculptée en forme de cuillère pour recevoir la boucle de la corde.

ObjetPirogue miniature
Lieu de découverteVinelz
DatationNéolithique, 28e/27e av. J.-C.
MatièreBois d’aulne
PropriétaireMusée d’Histoire de Berne

Das einfachste und schnellste Fortbewegungs- und Transportmittel zwischen den Pfahlbaudörfern ist der Einbaum – ein Boot, das aus einem einzigen Baumstamm hergestellt ist. Gut möglich, dass vor gut 4700 Jahren Kinder mit diesem Holzschiffchen am Ufer vor Vinelz spielen.

ObjetRécipient en écorce
Lieu de découverteTwann
DatationNéolithique, 37e av. J.-C.
MatièreÉcorce
PropriétaireService archéologique du canton de Berne

L’écorce est plus facile à récupérer au printemps, quand la sève remonte dans l’arbre. Elle se détache alors aisément. Le récipient est composé d’un élément de paroi rectangulaire et d’un fond circulaire. Une fine branche a été tressée dans le bord du fond circulaire et la paroi y a été cousue avec du raphia d’arbre.

Producteur/productrice / artisteBenoît Clarys
ObjetScène de vie
TitreMarché de Sutz
Datation2018
MatièrePapier
TechniqueAquarelle

Après avoir traversé le lac en pirogue, des voyageurs se restaurent et proposent leurs marchandises. Des perles de cuivre suffisaient-elles en échange de cette dague unique, en silex exotique de couleur miel?

Des scènes de la vie quotidienne d’un village lacustre du Néolithique dans la baie de Sutz-Lattrigen, vers 2700 av. J.-C., ne peuvent être reconstituées que grâce à l’état de conservation fantastique d’objets organiques dans le fond humide du lac.

Producteur/productrice / artisteVille de Bienne
ObjetDépliant touristique
TitreBiel Bielersee und Jurahöhen [Bienne Lac de Bienne et les hauts du Jura]
DatationVers 1930
MatièrePapier
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
ObjetCartes postales
TitreCartes postales avec vue sur le bord du lac à Bienne
Datation1898–1916
MatièrePapier
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productrice / artisteVille de Bienne
ObjetDépliants touristiques
TitreBiel – Bienne
Datation1950–1960
MatièrePapier
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne