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Dieses Fernrohr, ein wichtiges Hilfsmittel für Seefahrer und Entdecker, gehört einst François-Emile Neuhaus (1794–1871). Es begleitet den Vertreter des Bieler Bürgertums auf seinen Fahrten in die damaligen niederländischen Kolonien Java und Sumatra. Neuhaus ist Truppenbefehlshaber in der dort herrschenden Kolonialarmee. Seine Aufgabe als Oberst besteht darin, Aufstände von Einheimischen niederzuschlagen und so das ausbeuterische Kolonialsystem aufrechtzuerhalten. Ein System, das 1860 im Roman «Max Havelaar» des niederländischen Schriftstellers Eduard Douwes Dekker angeprangert wird.

Militärische Dienste in ausländischen Armeen haben in der Bieler Oberschicht eine lange Tradition. Sie verschaffen dieser hohe Einkünfte, ein weitreichendes Netzwerk und Prestige. Davon profitiert auch Georg Friedrich Heilmann (1785–1862), als er von seiner Dienstzeit für den absolutistischen König Ferdinand II in Süditalien zurückkehrt. Insbesondere sein angefertigtes Panorama der Bucht von Neapel und die antiken Fundstücke der Ausgrabungen in Nola bestaunt man in Biel.

Die Schweiz hat keine Kolonien und keine Könige. Beziehungen zu Kolonialmächten und Königen hingegen schon. Es ist Zeit, das Fernrohr darauf zu richten.

Hersteller/-inJ. H. Nohr
GegenstandFernrohr
Datierung1829–1844
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Die Inschrift auf dem Fernrohr deutet auf den militärischen und kolonialen Charakter dieses Gegenstandes: F.E. Neuhaus Campagne de 1829 à 1839 Java, 1840 à 1844 à Sumatra. Auf dem persönlichen Fernrohr des Bieler Söldners François-Emile Neuhaus sind Zeitraum und Orte seines 15-jährigen Einsatzes auf Java und Sumatra (heute Indonesien) aufgeführt. Der Bieler Offizier steht im Dienste der niederländischen Monarchie. In einem Schlüsselmoment der Kolonialgeschichte trägt er zur Ausweitung der europäischen Kolonialherrschaft in Südostasien bei.

Neben François-Emile Neuhaus finden sich in den Registern der niederländischen Kolonialarmee KNIL die Namen von ca. 30 weiteren Bielern, die jedoch in tieferem Rang dienen.

Hersteller/-inKoninklijk Nederlandsch-Indisch Leger (KNIL)
GegenstandMilitärische Landkarte [Faksimile]
TitelEtappen-Kaart van de Bezitting Sumatra‘ s Westküst
DatierungUm 1840
MaterialAquarellierte Tusche
Eigentümer/-inStadtarchiv Biel

Die Landkarte zeigt einen Abschnitt der Westküste Sumatras um 1840. Erstellt ist sie von der kolonialen niederländischen Armee. Hervorgehoben sind neben einzelnen topographischen Beschaffenheiten (Gewässer und Berge) vor allem Siedlungen, Verbindungsstrasse und militärische Anlagen. 

Bei der militärischen Landkarte handelt es sich um das persönliche Exemplar von François-Émile Neuhaus (seine Unterschrift figuriert unten rechts). Der Bieler ist ab 1840 auf Sumatra stationiert (Residentur Padangse Bovenlanden). Er hat zu diesem Zeitpunkt die Befehlsgewalt über rund 725 Soldaten, die auf Forts im ganzen hügeligen Hinterland der Westküste Sumatras stationiert sind. 1841 kommt es in der Region zu einem einheimischen Aufstand, der jedoch durch die niederländischen Truppen unter dem Befehl von Neuhaus niedergeschlagen wird.

GegenstandMilitärische Auszeichnungen von François-Émile Neuhaus
Datierung1821–1854
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Das Prestige von François-Emile Neuhaus ruht in seiner Militärkarriere. Davon zeugen die vielen Medaillen, mit denen er im Laufe seiner Militärlaufbahn ausgezeichnet wird. Die Karriere als Söldner beginnt er mit 17 mit dem Eintritt in französische Grande Armée und Feldzügen in Russland. Mit 19 erfolgt der Beitritt zum Berner Regiment der königlichen holländischen Armee, das ihn 1829 mit 35 Jahren in die Kolonien Südostasiens bringen wird. Nach 31 Jahren Dienst in ausländischen Armeen kehrt er mit 48 nach Biel zurück.

Hersteller/-inKönigreich der Vereinigten Niederlande
GegenstandHolländische Münzen aus dem Nachlass von François-Émile Neuhaus
DatierungUndatiert
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Für Offiziere wie François-Emile Neuhaus ist der Söldnerdienst zwar mit Risiken verbunden, aber eine lukrative Einnahmequelle. Bei der Entlassung aus dem Kolonialdienst 1843 erhält Neuhaus vom holländischen Königshaus eine jährliche Rente von 2’800 Gulden. Das entspricht etwa dem Fünfzehnfachen Jahreslohn eines Maurers in der Schweiz zu dieser Zeit. Hinzu kommen noch Pensionen von der Französischen Armee. Das Geld fliesst unter anderem in den Bau der Familienvilla oberhalb des Bieler Rebbergs (sog. Beaumontgut, Teil des Bezirksspitals Biel) und dient als Kapitalbasis für die kommenden Generationen.

François-Emile Neuhaus steht in der aufs Mittelalter zurückgehenden Tradition der Söldnerwirtschaft. In diesem lukrativen Geschäft verdienen in der Schweiz viele mit: die Obrigkeit bzw. die Kantone und die Mittelsmänner, die für die Rekrutierung vor Ort sorgen.

GegenstandVisitenkarte von François-Émile Neuhaus
DatierungUm 1850
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

François-Emile Neuhaus verheimlicht seine Tätigkeit als Befehlshaber in einer Kolonialarmee keineswegs. Auch nach seinem Austritt aus der KNIL 1843 stellt Neuhaus seinen militärischen Rang in den Vordergrund. Damit sind Prestige und hoher Status verbunden. Entsprechend malen auch die Nachrufe auf den Tod des «Colonel Neuhaus» ein sehr positives Bild. Die Folgen seines Handelns für die Menschen auf Java und Sumatra sind hingegen kein Thema. Dies zeugt vom Überlegenheitsgefühl im Bieler Bürgertum und in der breiten Gesellschaft gegenüber nichtwestlichen Völkern.

Hersteller/-inAufbau Verlag Berlin
Künstler/-inEduard Douwes Dekker
TitelMax Havelaar oder die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft
Datierung1948
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Der Roman «Max Havelaar», 1860 vom Niederländer Eduard Douwes Dekker unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlicht, kritisiert die Missstände des niederländischen Kolonialsystems in Südostasien scharf. Dekker, der selbst in der niederländischen Kolonialarmee gedient hatte, prangert darin die Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung auf den Plantagen an. Dieses System der Zwangsbewirtschaftung wurde nach dem Javakrieg (1825–1830) eingeführt, an dem François-Émile Neuhaus als Oberst beteiligt ist. Durch seine Tätigkeit als Söldner trägt er wesentlich zur Etablierung und Festigung eines kolonialen Herrschaftssystems bei, dessen Bedingung en denen der Sklaverei ähneln.

Im Roman «Max Havelaar» wird erstmals die koloniale Ausbeutung offen kritisiert und entfaltet ein grosses Echo im Westen. Er wird in dutzende Sprachen übersetzt und immer wieder neu aufgelegt. Der Roman ist schliesslich Namensgeber für die Stiftung Max Havelaar. Auch die Max-Havelaar-Stiftung, die sich für fairen globalen Handel einsetzt, geht auf den Roman von Dekker zurück.

Hersteller/-inLanificio Sava
GegenstandMilitäruniform des 4. Schweizerregiment des Königreichs Sizilien
Datierung1829
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Zwischen 1829 und 1845 steht der Bieler Friedrich Heilmann im Dienst des Königs Ferdinand II. beider Sizilien. An dessen Hof in Neapel trägt Heilmann die hier ausgestellte Uniform. Er führt den Grad des Hauptmanns. Der Bieler ist damit einer von 6’400 schweizerischen Söldnern – meist Soldaten – im Dienste des absolutistisch herrschenden Königs. Aufgabe der Schweizer Söldner ist es, das Königreich zu schützen – insbesondere vor sich abzeichnenden Revolutionsversuchen republikanischer und demokratischer Kräfte im Geiste des italienischen «Risorgimento» (italienische Einigung). Auch die Unzufriedenheit der von Zwangsabgaben belasteten Bauer:innen birgt das Potenzial von Aufständen.

Künstler/-inGeorg Friedrich Heilmann (1785–1862)
GegenstandReproduktion des «Panorama von Neapel und seiner Umgebung, aufgenommen vom Fort St. Elme»
Datierung1841
TechnikLithografie (355x3450mm), bestehend aus 6 auf Leinwand aufgebrachten Blättern
Eigentümer/-inPrivatsammlung

Heilmanns Söldnerdienst für Ferdinand II. in Neapel fällt in eine vergleichsweise friedliche Periode. Er widmet sich auf der Apennin-Halbinsel neben seinen militärischen Pflichten auch den Künsten. So schreibt er beispielsweise zwei unveröffentlichte Novellen. Vor allem beschäftigt er sich mit den bildenden Künsten. Besonders sein Werk «Panorama de Naples et de ses environs pris depuis le fort de St. Elme», das er 1841 fertigstellt, bleibt in Erinnerung.

Nach seiner Ankunft in Nola 1829 wird Heilmann aufmerksam auf Ausgrabungen im Gräberfeld der antiken Stadt. Grosse Aufmerksamkeit erregen etruskische und griechische Gefässe, manche von ihnen sehr gross mit figürlichen Darstellungen. Solche Gefässe werden von Liebhabern und Kennern erworben, um Museen und private Sammlungen in ganz Europa zu bereichern.

Kurzum sammelt er unter den Schweizer Offizieren Geld, um selber graben zu lassen und Fundstücke zu kaufen. Ziel ist eine Sammlung für die Stadt Bern – als Erinnerung an die Dienstzeit des Regiments und um das Interesse der Berner Mitbürger:innen an der Antike zu we­cken. 174 reich verzierte «Vasen» werden im Juni 1830 im Königlichen Museum in Neapel inventarisiert, mit einem Siegel ver­sehen und erreichen Bern im August des selben Jahres. Die hier ausgestellten griechischen Gefässe mit schwarzem Überzug und die übrigen Fundstücke in der Sammlung Museum Schwab tragen hingegen kein Siegel. Sie sind wohl 1844 bei Heilmanns Rückkehr als persönliche Souvenirs im Koffer nach Biel gelangt. War das Museum in Neapel darüber im Bilde? Oder lässt man die Militärs gewähren, da diese Funde als unwichtig gelten?


GegenstandAttische schwarzgefirniste Gefässe (Lekanis, Skyphos, Fussschale)
FundortNola (I)
Datierung5. Jahrhundert v. Chr.
MaterialKeramik
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandLekythos und Aryballos (Ölfläschchen)
FundortNola (I)
Datierung6./5. Jahrhundert v. Chr.
MaterialKeramik
Eigentümer/-inErbengemeinschaft Lanz

GegenstandBalsamarium
FundortNola (I)
Datierung3./2. Jahrhundert v. Chr.
MaterialKeramik
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandÖllämpchen
FundortNola (I)
DatierungIndet.
MaterialGebrannter Ton
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandApplike (Satyr?)
FundortNola (I)
Datierung5. Jahrhundert v. Chr.
MaterialGebrannter Ton
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandStatuetten (Opfernde Person und Adler)
FundortNola (I)
DatierungRömerzeit
MaterialBronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandAnhänger mit Widderprotomen
FundortNola (I)
Datierung8./7. Jahrhundert v. Chr.
MaterialBronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandArmring
FundortNola (I)
Datierung7. Jahrhundert v. Chr.
MaterialBronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandFinger- und Siegelringe
FundortNola (I)
DatierungRömerzeit
MaterialBronze
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandSchleuderbleie
FundortNola (I)
DatierungRömerzeit
MaterialBlei
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel, Sammlung Museum Schwab

GegenstandData Science Lab (DSL), Universität Bern (Levyn Bürki, Peter Dängeli, Sebastian Flick), in Zusammenarbeit mit Florian Eitel. Recherche
Recherche & Texte: Joris Widmer
TitelInteraktive Visualisierungsstation «Verflochtene Leben»
Datierung2025
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Cette longue-vue, outil précieux des navigateurs et des explorateurs, a appartenu à François-Emile Neuhaus (1794–1871). Elle accompagne ce représentant de la bourgeoisie biennoise lors de ses voyages à Java et Sumatra, alors colonies néerlandaises. Neuhaus y sert comme colonel au sein de l’armée coloniale. Sa mission consiste à réprimer les soulèvements des populations locales et à garantir ainsi le maintien d’un système colonial basé sur l’exploitation – un système que l’écrivain néerlandais Eduard Douwes Dekker (1820–1887) dénoncera en 1860 dans son roman Max Havelaar.

Le mercenariat s’inscrit dans une longue tradition au sein de l’élite sociale biennoise. Il lui assure des revenus confortables, un vaste réseau de relations et un certain prestige. Georg Friedrich Heilmann (1785–1862) tire lui aussi profit de cette situation lorsqu’il rentre de son service auprès du roi absolutiste Ferdinand II dans le sud de l’Italie. À Bienne, son panorama de la baie de Naples suscite l’admiration, tout comme les objets antiques qu’il rapporte des fouilles de Nola.

La Suisse ne possède ni colonies ni rois. Mais elle entretient bel et bien des liens étroits avec les puissances coloniales et les monarchies. Il est temps d’orienter la longue-vue de ce côté-là.

Producteur/productriceJ. H. Nohr
ObjetLongue-vue
Datation1829–1844
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

F.E. Neuhaus – Campagnes de 1829 à 1839 à Java, de 1840 à 1844 à Sumatra

Cette inscription souligne le caractère militaire et colonial de cette longue-vue, ayant appartenu au mercenaire biennois François-Emile Neuhaus. Y sont gravés les lieux et la durée de ses quinze années de service dans les colonies néerlandaises de Java et de Sumatra, aujourd’hui situées en Indonésie. L’officier biennois y sert la monarchie néerlandaise. Il participe à l’expansion de la domination européenne en Asie du Sud-Est, à un moment charnière de l’histoire coloniale.

Les registres des armées coloniales néerlandaises (KNIL) mentionnent près de trente autres Biennois, engagés aux côtés de François-Emile Neuhaus. Ceux-ci occupent toutefois des grades inférieurs.

Producteur/productriceKoninklijk Nederlandsch-Indisch Leger (KNIL)
ObjetCarte militaire [Facsimilé]
TitreEtappen-Kaart van de Bezitting Sumatra‘ s Westküst
DatationVers 1840
MatièreEncre aquarellée
PropriétaireArchives municipales Bienne

Cette carte représente un secteur de la côte ouest de Sumatra vers 1840. Elle a été produite par l’armée coloniale néerlandaise. Outre quelques éléments topographiques (cours d’eau, reliefs), elle met surtout en évidence les zones de peuplement, les axes de communication et les installations militaires.

Il s’agit ici de l’exemplaire personnel de François-Emile Neuhaus (sa signature figure en bas à droite). Originaire de Bienne, Neuhaus est stationné à partir de 1840 à Sumatra, dans la résidence coloniale de Padangse Bovenlanden. Il commande alors environ 725 soldats répartis dans plusieurs forts disséminés dans l’arrière-pays vallonné de la côte ouest. En 1841, un soulèvement local éclate dans la région — il sera réprimé par les troupes néerlandaises placées sous le commandement de Neuhaus.

ObjetDécorations militaires de François-Émile Neuhaus
Datation1821–1854
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Le prestige de François-Emile Neuhaus repose sur sa carrière militaire. Les nombreuses médailles qu’il reçoit au fil des années en témoignent. Il entame sa carrière de mercenaire à l’âge de 17 ans en rejoignant la Grande Armée napoléonienne, avec laquelle il participe aux campagnes de Russie. À 19 ans, il s’engage dans le régiment bernois de l’armée royale néerlandaise, qui l’envoie dans les colonies d’Asie du Sud-Est en 1829. Il a alors 35 ans. Après 32 années passées au service d’armées étrangères, il rentre à Bienne à l’âge de 49 ans.

Producteur/productriceRoyaume des Pays-Bas unis
ObjetPièces hollandaises provenant de la succession de François-Émile Neuhaus
DatationSans date
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Pour des officiers tels que François-Emile Neuhaus, le service de mercenaire, bien que risqué, s’avère une activité lucrative. À la fin de son service colonial, en 1843, Neuhaus reçoit de la monarchie néerlandaise une rente annuelle de 2’800 florins, soit environ quinze fois le salaire annuel d’un maçon en Suisse à cette époque. À celle-ci s’ajoutent encore des pensions de l’armée française. Cette fortune permet notamment l’édification d’une villa familiale au-dessus des vignes biennoises (domaine de Beaumont, aujourd’hui intégré à l’hôpital de district de Bienne) et constitue la base du capital transmis à sa descendance.

François-Emile Neuhaus s’inscrit ainsi dans une tradition de mercenariat qui remonte au Moyen Âge. En Suisse, nombreux sont ceux qui tirent profit de ce commerce rentable, que ce soient les autorités cantonales et locales ou encore les intermédiaires chargés du recrutement sur le terrain.

ObjetCarte de visite de François-Émile Neuhaus
DatationVers 1850
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

François-Emile Neuhaus ne cache nullement son rôle de commandant au sein de l’armée coloniale. Même après sa sortie du KNIL en 1843, il met en avant son grade militaire, symbole de prestige et d’influence. À sa mort, les nécrologies dressent un portrait élogieux du « Colonel Neuhaus ». En revanche, les conséquences de ses actions sur les populations de Java et de Sumatra ne sont pas abordées. Cela témoigne du sentiment de supériorité envers les peuples non occidentaux qui domine alors au sein de la bourgeoisie biennoise.

Producteur/productriceAufbau Verlag Berlin
ArtisteEduard Douwes Dekker
TitreMax Havelaar oder die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft
Datation1948
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Le roman Max Havelaar, publié en 1860 par le Néerlandais Eduard Douwes Dekker sous le pseudonyme Multatuli, dénonce les abus du système colonial néerlandais en Asie du Sud-Est. L’auteur, qui a lui-même servi dans l’armée coloniale néerlandaise, y critique l’exploitation des populations locales dans les plantations. Ce système de culture forcée a été instauré après la guerre de Java (1825–1830), à laquelle François-Emile Neuhaus a participé en tant que colonel. Par son activité de mercenaire, il a ainsi contribué à l’implantation et à la consolidation d’un système de domination coloniale, dont les conditions s’apparentent à celles l’esclavage.

Max Havelaar est l’une des premières œuvres littéraires occidentales à dénoncer l’exploitation coloniale. Le roman connaît un large retentissement en Europe et est traduit dans de nombreuses langues. Il donnera également son nom à la Fondation Max Havelaar, qui promeut le commerce équitable dans le secteur agricole.

Producteur/productriceLanificio Sava
ObjetUniforme militaire du 4ᵉ régiment suisse du royaume des Deux-Siciles
Datation1829
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Entre 1829 et 1845, le Biennois Friedrich Heilmann est au service du roi Ferdinand II des Deux-Siciles. Il porte alors l’uniforme présenté ici. Heilmann détient le grade de capitaine et fait partie des 6’400 mercenaires suisses, pour la plupart des soldats, engagés au service de ce roi absolutiste. Leur mission consiste à protéger le royaume, notamment contre les tentatives de révolution portées par les forces républicaines et démocratiques, dans l’esprit du « Risorgimento » italien (le mouvement pour l’unification de l’Italie). De plus, les impôts forcés attisent le mécontentement des paysan·ne·s, rendant une révolte toujours plus probable.

ArtisteGeorg Friedrich Heilmann (1785–1862)
ObjetReproduction du « Panorama des Naples et de ses environs pris depuis le fort de St. Elme »
Datation1841
TechniqueLithographie (355x3450mm), composée de 6 feuilles appliquées sur toile
PropriétaireCollection privée

Le séjour de Heilmann à Naples coïncide avec une période relativement paisible. Parallèlement à ses obligations militaires, il se consacre aux arts sur la péninsule des Apennins. Il écrit ainsi deux nouvelles inédites et s’intéresse particulièrement aux arts visuels. Son œuvre la plus marquante demeure sans doute « Panorama de Naples et de ses environs, pris depuis le fort de Saint-Elme », qu’il achève en 1841.

À son arrivée à Nola en 1829, Heilmann s’intéresse aux fouilles de la nécropole antique. Les vases étrusques et grecs, certains ornés de scènes figuratives, suscitent un vif intérêt. Amateurs et connaisseurs en font alors l’acquisition pour enrichir musées et collections privées à travers l’Europe.

Heilmann organise une collecte parmi les officiers suisses afin de financer des fouilles et d’acquérir les objets découverts. Son objectif est de constituer une collection pour la ville de Berne – en souvenir des années de service du régiment et pour éveiller l’intérêt de ses concitoyens bernois pour l’Antiquité. En juin 1830, 174 vases richement décorés sont inventoriés au Musée royal de Naples. Chacun reçoit un sceau avant d’être acheminé à Berne en août de la même année.

En revanche, les vases grecs à vernis noir ainsi que les autres objets de la collection du Musée Schwab exposés ne portent pas de sceau. Ils sont probablement arrivés à Bienne en 1844, au moment du retour de Heilmann. Ce dernier les aurait ramenés comme souvenirs personnels dans sa valise. Le musée de Naples en était-il informé? Laissait-on simplement les militaires emporter à leur guise ses découvertes jugées anodines?


ObjetRécipients attiques à vernis noir (Lekanis, Skyphos, coupe à pied)
Lieu de découverteNola (I)
Datation5ème siècle av. J.-C.
MatièreCéramique
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetLécythe et aryballe (flacons à huile)
Lieu de découverteNola (I)
Datation6ème/5ème siècle av. J.-C.
MatièreCéramique
PropriétaireCommunauté héréditaire Lanz

ObjetBalsamaire
Lieu de découverteNola (I)
Datation3ème/2ème siècle av. J.-C.
MatièreCéramique
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetLampe à huile
Lieu de découverteNola (I)
DatationIndet.
MatièreTerre cuite
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetApplique (Satyre?)
Lieu de découverteNola (I)
Datation5ème siècle av. J.-C.
MatièreTerre cuite
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetFigurines (personnage offrant et aigle)
Lieu de découverteNola (I)
DatationÉpoque romaine  
MatièreBronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetPendentif avec protomes de bélier
Lieu de découverteNola (I)
Datation8ème/7ème siècle av. J.-C.
MatièreBronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetBracelet
Lieu de découverteNola (I)
Datation7ème siècle av. J.-C.
MatièreBronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetBague et bagues à sceau
Lieu de découverteNola (I)
DatationÉpoque romaine
MatièreBronze
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

ObjetBalles de fronde
Lieu de découverteNola (I)
DatationÉpoque romaine
MatièrePlomb
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne, Collection Musée Schwab

Mercenaires


Objet Phare


Flux financier

Capital culturel

ObjetData Science Lab (DSL), Université de Berne (Levyn Bürki, Peter Dängeli, Sebastian Flick) en collaboration avec Florian Eitel
Recherche & Textes: Joris Widmer
TitreStation de visualisation interactive «Destins croisés»
Datation2025
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne