WE.5

Zahnräder des Krieges


Leuchtturmobjekt


Kriegsgewinnler

Kriegsopfer

Diese unscheinbare kleine Uhr stammt aus der Bieler Manufaktur Recta. Was zeigt sie uns ausser der Zeit? Sie ist ein Beispiel für eine wenig beleuchtete Facette der Bieler Wirtschaft: die Rüstungsindustrie.

Recta stellt die Uhr 1940 für die deutsche Wehrmacht her. Dieser Handel ist kein Einzelfall: Die Bieler Uhrenindustrie beliefert viele Jahre Armeen auf der ganzen Welt. Uhren sind typische Dual-Use-Produkte: Im zivilen Bereich dienen sie der Zeitmessung, im militärischen Einsatz der exakten Terminierung der Explosion von Bomben. In die gleiche Kategorie gehören auch andere Bieler Industriegüter wie Kompasse, Zeitschalter, Kugellager und Präzisionsmaschinen zur Metallbearbeitung. Die Verlockung ist gross, mit dem Krieg ein Geschäft zu machen.

Auch die Fabrikation von Zündern für Granaten beschert gewissen Uhrenfirmen während des Ersten Weltkriegs lukrative Gewinne. In dieser Zeit gehen solche Präzisionsprodukte aus der Uhrenindustrie noch zu beiden Kriegsparteien. Im Zweiten Weltkrieg beliefern die Bieler Unternehmen nur Nazideutschland. Recta ist eine von mehreren Schweizer Uhrenfirmen, die so für Munitionsnachschub für Hitlers Eroberungs- und Vernichtungspläne sorgen.

Die Leidtragenden des Krieges sind vor allem im Ausland, wobei Bezüge zur Region Biel bestehen. Bertha Fuchser und ihre Tochter in Lyss verlieren im Ersten Weltkrieg ihren Ehemann und Vater an der Front in Belgien, die Bielerin Clara Pintschuk wird als Jüdin in Polen von den Nationalsozialisten ermordet.

Hersteller/-inMüller & Vaucher manufacture d’horlogerie / Recta
GegenstandArmanduhr Recta Type F 37
Datierung1942–1944
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Das schwarze Zifferblatt sowie das Radium auf dem Zifferblatt und Zeiger weisen auf den militärischen Charakter der Armbanduhr hin. Beides soll die Lesbarkeit der Zeit im Dunkeln ermöglichen. Das Oberkommando des Heeres (OKH) Nazideutschlands bestellt 1942 bei der Bieler Uhrenmanufaktur Recta 300’000 solcher Militäruhren. Die schlichten, aber präzisen sowie – dank des verschraubten Gehäuses und einem Stossdämpfer fürs Uhrwerk – soliden Bieler Armbanduhren entsprechen den Bedürfnissen der Wehrmacht.

Mit dem Grossauftrag belohnt Nazideutschland zudem Recta für anhaltende Zünder-Lieferungen. England und die USA üben gleichzeitig Druck auf den Bieler Fabrikanten aus, die Produktion von Munition für Nazideutschland einzustellen oder zumindest zu drosseln. Im September 1942 kommt Recta auf die Liste der von den alliierten Kriegsparteien sanktionierten Firmen.

Hersteller/-inGFF Integrative Kommunikation (Biel)
GegenstandInfographik: Exporte der Schweizer Uhrenindustrie
Datierung2025
Eigentümer/-inQuellen
Daten: Eidgenössische Zollverwaltung
Fotografie: Munitionsproduktion bei Emonot (Sorvilier), 1916 (Mémoires d’ici (Saint-Imier) / Musée du Tour Automatique et d’Histoire de Moutier)
Hersteller/-inKirby, Beard & C.° L.°, Paris (Auftraggeber)
GegenstandWerbung Omega-Taschenuhren für militärische Nutzung
Datierung1917
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Die Werbung der Bieler Uhrenmanufaktur Omega in der französischen Zeitschrift «L’Illustration» vom Dezember 1917 weist auf den militärischen Nutzen der Bieler Uhren hin. Spezialfunktionen wie Telemeter für die Artillerie oder Chronographen für die Kampfflugzeuge sind auf die Bedürfnisse des neuartigen Krieges ausgerichtet. Im Ersten Weltkrieg zählen für den Sieg weniger strategische Entscheide. Vielmehr kommt es auf den technologischen Vorsprung und Nachschub von Industrieprodukten an. Im Bereich der Zeitmessung stellt die Schweiz damals die technologische Avant-Garde dar, womit sich auch für Bieler Unternehmer ein lukratives Geschäftsfeld öffnet.

Hersteller/-inRolex
GegenstandArmbanduhr als Halbsavonette
DatierungUm 1914
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Die Halbsavonette-Uhr von Rolex markiert den Übergang von der Taschen- zur Armbanduhr. Ihr Gehäuse mit aufklappbarem Deckel entspricht dem einer Taschenuhr und schützt vor Staub und Stössen. Durch ein kleines Glasfenster sind Minuten- und Stundenzeiger sichtbar, für das Ablesen der Sekunden muss der Deckel jedoch geöffnet werden.

Im Ersten Weltkrieg erweisen sich Taschenuhren als unpraktisch, da Soldaten im Gefecht die Hände frei brauchen. Armbanduhren bieten hier klare Vorteile, erforderten jedoch kleinere Uhrwerke. Rolex konnte dabei auf seine Erfahrung mit Damenuhren zurückgreifen. Nach Kriegsende setzten sich Armbanduhren auch bei Männern durch. Der Krieg beschleunigte so nicht nur den technologischen Fortschritt, sondern prägte auch Kultur und Mode der Zeitmessung.

Hersteller/-inLéon Lévy & Frères, Biel/Bienne
GegenstandMilitärische Armbanduhr Wizard
Datierung1915
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Der Bieler Uhrenproduzent Lévy entwickelt die Armbanduhr für die Bedürfnisse des Ersten Weltkriegs. Das Gitter schützt das Glas vor Einschlägen, gewährt dennoch Einblick auf die Zeiger und das Ziffernblatt.

Die Stundenangaben sowie die Zeiger auf dem Ziffernblatt leuchten im Dunkeln dank der Radium-Farbe. Auch dies entspricht einem Bedürfnis des Ersten Weltkriegs, der sich rasch in einen Stellungskrieg wandelt. In Biel spezialisieren sich daher verschiedene Ateliers auf die Radiumbemalungen. Radiumzifferblätter- und Zeiger setzen sich in Folge auch bei zivilen Uhren durch. Der Rohstoff zur Gewinnung des chemischen Elementes Radium stammt hauptsächlich aus Minen der des damaligen Belgisch-Kongo.

1963 verbietet die Schweiz die Verwendung von Radium in der Uhrenindustrie, da die gesundheitsschädigende Wirkung des chemischen Elementes erwiesen ist.

Die Schutzvorrichtung für die hier ausgestellte Uhr verunmöglicht eine Ausstrahlung des Radiums in der Umgebung.

Hersteller/-inMüller & Vaucher manufacture d’horlogerie / Recta
GegenstandPrototyp Recta-Kompass
Datierung1915
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Der Bieler Uhrenhersteller Müller & Vaucher diversifiziert seine Produktion im Zuge des Ersten Weltkriegs. Unter anderem steigt er in die Kompassproduktion ein. Unter dem Markennamen Recta wird der Bieler Betrieb im Laufe der Jahre zum globalen Leader in der Kompassherstellung.

Der erste Kompass von Recta ähnelt noch stark einer Taschenuhr, zumindest was die Form, das Gehäuse, Zeiger sowie Aufhänger mit Krone betrifft.

Das neue Produkt aus der Fabrik im Pasquart-Quartier ist der hohen Nachfrage nach Kompassen im Krieg geschuldet. Da der Kompass auch im zivilen Bereich Verwendung findet, handelt es sich um ein klassisches «Dual-Use-Produkt».

Hersteller/-inAlpina Union Horlogère
GegenstandWerbekarte
Datierung1912
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-inEmil Rothmann, Union Horlogère Berlin
GegenstandBetriebsinterne Korrespondenz zur Germanisierung einer Taschenuhr [Faksimile]
Datierung1915
Eigentümer/-inCentre jurassien d’archives et de recherches économiques (CEJARE)

Die Bieler Uhrenmarke Alpina gehört zu der 1883 in Biel gegründeten «Union Horlogère». Die Holdingstruktur umfasst Produktionsstätten in Frankreich und der Schweiz. Eine Alpina-Uhr ist somit ein Produkt internationaler Zusammenarbeit.

Dies entspricht jedoch während des Ersten Weltkriegs nicht mehr dem nationalistischen Zeitgeist. Ein Deutscher Kunde wünscht deshalb 1915 die französischen Elemente seiner Uhr (Deckel) ersetzen zu lassen. Die Ateliers in Biel bieten leisten bei der «Germanisierung» der Uhr Unterstützung.

Hersteller/-inAlpina Union Horlogère
GegenstandTaschenuhr
Datierung1915
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-inGFF Integrative Kommunikation GmbH, Biel/Bienne
GegenstandFinanzielle Situation eines Bieler Uhrenherstellers
Datierung2025
Eigentümer/-inQuellen
Daten: Archivbestand Recta (Stadtarchiv Biel)
Fotografie: Rohwerkatelier bei Recta Biel um 1945 (NMB Neues Museum Biel)
Hersteller/-inAlpina Union Horlogère
GegenstandWehrmachtsuhr
DatierungUm 1940
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

In dieser Militäruhr der Wehrmacht aus der Zeit des 2. Weltkriegs steckt ein in Biel hergestelltes Alpina-Uhrwerk 595. Neben der Alpina Union Horlogère produzieren etliche weitere Bieler Manufakturen Armbanduhren für den Kriegsbedarf. Während beispielsweise Omega die Royal British Air Force (britische Luftwaffe) ausstattet, gehört die Société d’Horlogerie La Générale mit ihrer Marke Helvetia zu den Hauptlieferanten der deutschen Luftwaffe.

Hersteller/-inAlpina Union Horlogère
GegenstandKriegsmarinechronograph
DatierungUm 1914
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Dieser Chronograph kam auf einem U-Boot der deutschen Kriegsmarine zum Einsatz. Chronographen (Stoppuhren) sind essenzielle Instrumente für die Kriegsführung unter Wasser aber auch in der Luft und bei der Artillerie. Mit diesen Präzisionsinstrumenten lassen sich Position, Ziel und Abschüsse genau berechnen.

Das Logo mit dem Dreieck auf dem Zifferblatt sowie das Uhrwerk weisen auf die Bieler Herkunft hin

Hersteller/-inUnbekannt
GegenstandZeitzünder S/30 für Flakgranaten der Wehrmacht
Datierung1939–1945
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Mechanische Zeitzünder wie dieser bilden das Uhrwerk einer Artilleriegranate: Sie lassen das Geschoss zum eingestellten Zeitpunkt explodieren. Technisch funktionieren sie ähnlich wie eine Uhr mit Federmechanismus. Während des Zweiten Weltkriegs liefert die Schweiz fertige Zünder im Wert von 256 Millionen Franken an die Achsenmächte Deutschland, Italien und Rumänien, dazu Bauteile für die dortige Produktion. Die Bieler Manufaktur Recta liefert monatlich rund 200’000 Werkplatten und 75’000 Brücken an Dixi (Le Locle) und Junghans (Schramberg) und ist auch in Emil Bührles Munitionsproduktion eingebunden. An die Alliierten geht nur eine geringe Menge, da die Schweizer Uhrenindustrie ein Wissenstransfer an die Konkurrenz im globalen Uhrenmarkt vermeiden will.

Weitere Bieler Firmen beteiligen sich ebenfalls am Munitionsnachschub der Achsenmächte, doch viele Quellen werden nach 1945 vernichtet.

Schnittmodell eines deutschen Uhrwerkzünders Modell S/30 einer Flakgranate der Wehrmacht aus dem Zweiten Weltkrieg. Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, Dresden.
Hersteller/-inMüller & Vaucher manufacture d’horlogerie / Recta
GegenstandPhotoclip
Datierung1948–1960
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Der Photoclip ist ein von Recta patentiertes Produkt, das sich ab den 1920er-Jahren in der Fotografie weltweit durchsetzt. Der eingebaute Hemmungsträger (sog. Porte-échappement) ermöglicht die autonome mechanische Auslösung der Fotografie. Kurz: es lässt sich ein «Selfie» machen, ohne selber abdrücken zu müssen.

Die Mechanik im Photoclip ähnelt derjenigen eines Zünders. Der Photoclip zeigt somit, wie nahe zivile und militärische Nutzung des Wissens und der Herstellung von mechanischen Präzisionsinstrumenten liegen.

Hersteller/-inMüller & Vaucher manufacture d’horlogerie / Recta
GegenstandKompass-Armeemodell
Datierung1940–1942
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Dank des seit dem Ersten Weltkrieg gewonnenen Wissens im Kompassbau und in Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee führt Recta im Zweiten Weltkrieg ein neues Modell ein. Der Kompass lässt sich mit einer Hand öffnen und bedienen; ausziehbarer Spiegel, Radium-Beschichtung und eine Gehäuse-Einbuchtung erleichtern das Ablesen und präzise Anvisieren von Zielen. Eine Schnur dient als Senklot und Marschrichtungsmarkierung, Flüssigkeit dämpft die Nadelschwingung. Das stossresistente Gehäuse schützt das Instrument. Zwischen 1942 und 1944 steigt der Verkauf auf knapp 21’000 Stück pro Jahr. Nach dem Krieg sinken die Zahlen, erholen sich aber bis Mitte der 1950er-Jahre. Der Kompass etabliert sich zudem im zivilen Bereich für Alpinismus, Orientierungslauf und Pfadfinder.

GegenstandStatutory Rules and Orders 1943 No. 1290: Trading with the enemy. Specified Persons [Faksimile]
Datierung1943
Eigentümer/-inSchweizerisches Bundesarchiv

Die britische sowie die US-amerikanische Regierung führen Listen mit Unternehmen, die mit Nazi-Deutschland geschäftliche Beziehungen pflegen. Den aufgeführten Firmen drohen Sanktionen wie Verkaufsverbote in den Ländern des britischen Commonwealth oder den USA. Mehrere Bieler Firmen sind wiederholt aufgeführt, darunter Recta. Andere in den Quellen auffindbare Bieler Lieferanten der deutschen Armee geraten jedoch nicht ins Visier der amerikanischen und britischen Behörden.

Dank intensivem Lobbying wird Recta im Januar 1944 von der Liste der mit Nazi-Deutschland handelnden Firmen gestrichen. Die Produktion wird jedoch nicht eingestellt, sondern lediglich reduziert. Gleichzeitig verschlechtert sich die Lage für Nazi-Deutschland militärisch und finanziell.

Hersteller/-inHenri Hauser AG
GegenstandFotografie Innenansicht Produktionshalle Hauser Maschinen, Biel
Datierung1942
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-inHenri Hauser AG
GegenstandProduktekatalog der Henri Hauser AG
DatierungUm 1950
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Die 1898 gegründete Bieler Firma avanciert zu einem global renommierten Präzisionsmaschinenfabrikant im Bereich von Schleif-, Fräs- und Bohrmaschinen. Der Fabrikkomplex auf der Höhe der Schüss-Hauptschleusen zeugt noch heute vom Firmenwachstum, insbesondere in den Jahren rund um den Zweiten Weltkrieg.

Hersteller/-inHenri Hauser AG
GegenstandExportbewilligungsanfrage für Rüstungsgütern [Faksimile]
Datierung17.10.1939
Eigentümer/-inSchweizerisches Bundesarchiv

Der Kriegsausausbruch am 1. September 1939 kurbelt die Exporte von Rüstungsgütern aus der Schweiz nochmals kräftig an. Neben Uhren oder Komponenten wie Zünder, sind insbesondere Präzisionsmaschinen sehr gefragte Industriegüter. Zu Beginn des Kriegs geht bei Henri Hauser AG in Biel eine umfangreiche Bestellung aus Deutschland ein. Der Bieler Fabrikant ersucht die Oberzolldirektion um die Freigabe des Exports ohne Zollgebühren. Die Schweizer Behörden entsprechen seinem Anliegen.

Der Brief betont, dass die Maschinen für «Rüstungszwecke» und nicht für die «Uhrenindustrie» bestimmt sind – da die Schweizer Uhrenindustrie aus Konkurrenzschutz Exportbeschränkungen für Maschinen zur Herstellung von Uhrenbestandteilen durchgesetzt hat. Daraus resultieren erhebliche Spannungen zwischen der Maschinen- und der Uhrenindustrie. Das Hauptproblem liegt im «Dual-Use-Charakter» der Präzisionsmaschinen aus der Schweiz: Häufig lassen sich diese sowohl für die Herstellung von Uhrenkomponenten sowie andere Präzisionsgüter, nicht zuletzt Rüstungsgütern, benutzen.

Hersteller/-inText: Charlotte Butty
Produktion: Vincent Dousse
Stimmen: Iris Becher, Kaspar Locher
GegenstandHörstation zum Leben von Bertha Fuchser
Datierung2025
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
GegenstandPortraitfotografie von Wilhelm Brennenstuhl in Uniform der Armee des Deutschen Kaiserreiches
Datierung1915
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-inWilhelm Brennenstuhl
GegenstandBrief von Wilhelm Brennenstuhl an Bertha Fuchser von der Front
Datierung8. Juni 1915
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
GegenstandFotografien: Einheiten der französischen Armee in Biel (Zentalplatz und heutiger Neumarktplatz)
Datierung1940 (Juni)
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Im Juni 1940 kommt die Bieler Bevölkerung direkt in Kontakt mit dem Kriegsgeschehen. Am 17. Juni muss das 45. Armeekorps Frankreichs vor der Übermacht der deutschen Einheiten kapitulieren. Über 40’000 Armeeangehörige überqueren die Schweizer Grenze. Die flüchtende Armee besteht neben Franzosen auch aus einem Regiment aus den französischen Kolonien Nord-Afrikas (heute Algerien und Marokko), sowie einer Division polnischer Soldaten.

Die Region Seeland nimmt insgesamt 4050 Armeeangehörige auf der Flucht auf, wobei polnische Staatsangehörige die Hälfte ausmachen.

GegenstandFotografien: Kontakte von Bieler/-innen mit polnischen Armeeangehörigen
DatierungUm 1940
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Trotz der Bemühungen der Behörden, Einheimische und Flüchtlinge zu trennen, kommt es zu verschiedenen Kontakten.

Die Fotos mit den polnischen Soldaten und Offizieren stammen aus dem Nachlass der Bieler Familie Neuhaus.

GegenstandFotografien: Internierungslager Büren a. A.
DatierungUm 1940
Eigentümer/-inMemReg

Der Bundesrat lässt im Juni 1940 unweit von Biel auf einem Feld an der Aare vor Büren ein Aufnahmelager errichten. Es soll längerfristig Platz für 6’000 Personen bieten. Im Juni ziehen 1’500 internierte französische und polnische Soldaten in die von Stacheldraht und Wachtürmen umgebenen Baracken ein. In Anordnungen des Bundes wird die Anlage als «Concentrationslager» bezeichnet. In der Region spricht man vom «Häftli».

In den folgenden Kriegsjahren werden im Lager Büren jüdische Flüchtlinge, italienische Widerstandskämpfer sowie sowjetische Deserteure untergebracht. Die hygienischen Bedingungen, das Sicherheitsregime sowie die Zwangsarbeit führen zu Diskussionen über den Umgang der Schweizer Behörden mit den Flüchtlingen.

Heute erinnert vor Ort fast nichts mehr vom ehemals grössten Internierungs- und Flüchtlingslager der Schweiz.

Hersteller/-inNeue Berner Zeitung
GegenstandDie Londoner City nach einem Deutschen Luftangriff, Zeitungsartikel [Faksimile]
Datierung1941
Eigentümer/-inArchiv der Stadtkanzlei, Biel

Nach dem Sieg über Frankreich beabsichtigt, Nazideutschland England zur Kapitulation zu zwingen. Die deutsche Luftwaffe setzt dazu wiederholt zu Luftangriffen über englische Städte an. Die Bilder zerstörter Innenstädte erreichen die Schweiz, wie dieser Zeitungsausschnitt in der «Neuen Berner Zeitung» vom 17.01.1941, der sich in den Akten des Bieler Gemeinderates befindet, belegt. Die Stadt Biel wäre einem Luftangriff völlig wehrlos ausgesetzt, weshalb die Erfahrung des Luftkrieges um England den Bau von Luftabwehrpositionen in Biel auslöst. Überreste dieser Stellungen sind heute in Biel noch zu sehen, beispielsweise im Beaumontquartier.

Hersteller/-inText: Charlotte Butty
Produktion: Vincent Dousse
Stimmen: Iris Becher, Kaspar Locher
TitelHörstation zum Leben von Clara Pintschuk
Datierung2025
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
GegenstandFoto vom Stickereiatelier Nelly Estoppey mit Clara Pintschuk (links)
DatierungUm 1920
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel / Journal du Jura
Hersteller/-inClara Pintschuk
GegenstandBrief von Clara Pintschuk aus dem Ghetto Białystok an Suzy Pintschuk in Biel [Faksimile]
Datierung28.12.1942
Eigentümer/-inSchweizerisches Bundesarchiv
Hersteller/-inClara Pintschuk
GegenstandServierbrett mit Stickerei
DatierungUm 1920
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Cette petite montre discrète sort des ateliers de la manufacture biennoise Recta. Mais que révèle-t-elle, au-delà de l’heure qu’elle indique ? Elle met en lumière un pan souvent ignoré de l’économie biennoise : son implication dans l’industrie de l’armement.

En 1940, Recta produit ce modèle pour l’armée allemande. Ce contrat n’est pas un cas isolé : durant de nombreuses années, l’horlogerie biennoise a fourni des armées dans le monde entier. Les montres incarnent typiquement un produit à double usage : dans la sphère civile, elles mesurent le temps ; dans un contexte militaire, elles permettent de synchroniser avec précision l’explosion de bombes. D’autres biens industriels fabriqués à Bienne – boussoles, minuteries, roulements à billes, machines de précision pour l’usinage des métaux – relèvent du même registre. La guerre offre un terrain rentable pour les affaires.

La fabrication de détonateurs d’obus permet également à certaines entreprises horlogères de réaliser des bénéfices lucratifs pendant la Première Guerre mondiale. À cette époque, ces produits de précision issus de l’industrie horlogère sont encore destinés aux deux belligérants. Pendant la Seconde Guerre mondiale, les entreprises biennoises ne fournissent que l’Allemagne nazie. Recta est l’une des nombreuses entreprises horlogères suisses qui assurent ainsi le ravitaillement en munitions servant aux plans de conquête et d’extermination d’Hitler.

Les victimes de ces guerres se trouvent pour la plupart à l’étranger. Néanmoins, des liens étroits unissent ces événements à la région biennoise. À Lyss, Bertha Fuchser et sa fille perdent leur mari et père sur le front belge durant la Première Guerre mondiale. Clara Pintschuk, Biennoise de confession juive, sera quant à elle assassinée par les nazis en Pologne.

Producteur/productriceMüller & Vaucher manufacture d’horlogerie / Recta
ObjetMontre bracelet Recta Type F 37
Datation1942–1944
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Le cadran noir, tout comme le radium appliqué sur le cadran et les aiguilles, témoignent du caractère militaire de cette montre-bracelet, conçue pour rester lisible dans l’obscurité. En 1942, le Haut Commandement de l’armée de terre (OKH) de l’Allemagne nazie en commande 300’000 exemplaires à la manufacture horlogère biennoise Recta. Sobres mais précises, robustes grâce à leur boîtier vissé et à un dispositif antichoc pour le mouvement, ces montres répondent aux exigences de la Wehrmacht.

En outre, l’Allemagne nazie récompense Recta pour ses livraisons régulières de détonateurs. Au même moment, le Royaume-Uni et les États-Unis font pression sur le fabricant biennois afin qu’il cesse, ou du moins réduise, la production de munitions destinées à l’Allemagne nazie. En septembre 1942, Recta est inscrite sur la liste des entreprises sanctionnées par les puissances alliées.

Producteur/productriceGFF Integrative Kommunikation GmbH, Biel/Bienne
ObjetInfographie sur l’exportation de l’industrie horlogère suisse
Datation2025
PropriétaireSources
Données:
Administration fédérale des douanes
Photographie: Photographie :Production de munition chez Emonot (Sorvilier), 1916 (Mémoires d’ici (Saint-Imier) / Musée du Tour Automatique et d’Histoire de Moutier)
Producteur/productriceKirby, Beard & Cie L., Paris (commanditaire)
ObjetPublicité pour les montres de poche Omega à usage militaire
Datation1917
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

En décembre 1917, la manufacture horlogère biennoise Omega publie dans le magazine français « L’Illustration » une publicité qui met en avant l’usage militaire de ses montres. Des fonctions spécifiques, comme le télémètre pour l’artillerie ou le chronographe pour les avions de combat, répondent aux exigences de ce nouveau type de guerre. Pendant la Première Guerre mondiale, la victoire repose moins sur les choix stratégiques que sur l’avance technologique et l’approvisionnement en produits industriels. Dans le domaine de la mesure du temps, la Suisse est alors à la pointe de l’innovation, offrant aux entrepreneurs biennois l’accès à un marché lucratif.

Producteur/productriceRolex
ObjetMontre demi-savonnette
DatationVers 1914
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

La montre à boîtier demi-savonnette de Rolex marque la transition entre montre de poche et montre-bracelet. Son boîtier, muni d’un couvercle à ouverture, reprend la forme de la montre de poche. Celui-ci protège le mécanisme des chocs et de la poussière. Les index horaires sont gravés sur le boîtier métallique. En revanche, pour lire les secondes, il faut ouvrir le couvercle.

Durant la Première Guerre mondiale, il est peu pratique de sortir une montre de poche pour consulter l’heure en plein combat. Les montres-bracelets nécessitent toutefois des mouvements bien plus petits que ceux des montres de poche. Pour concevoir des modèles adaptés aux soldats, Rolex s’appuie sur sa longue expérience dans la fabrication de petites montres destinées à la clientèle féminine. Après la guerre, la montre-bracelet s’impose également auprès de la gent masculine, faisant du conflit non seulement un moteur de progrès technologique, mais aussi un facteur de transformation des habitudes culturelles en matière de mesure du temps.

Producteur/productriceLéon Lévy & Frères, Biel/Bienne
ObjetMontre-bracelet militaire Wizard
Datation1915
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Lévy, fabricant horloger biennois, développe la montre-bracelet en réponse aux besoins de la Première Guerre mondiale. La grille protège le verre des chocs tout en laissant apparaître les aiguilles et le cadran.

Les indications horaires et les aiguilles du cadran brillent dans l’obscurité grâce à la peinture au radium. Cela répond également à une exigence du conflit, qui se transforme rapidement en guerre de position. À Bienne, plusieurs ateliers se spécialisent donc dans la peinture au radium. Les cadrans et aiguilles lumineux s’imposent par la suite également dans les montres civiles. La matière première pour obtenir le radium est principalement extraite des minerais du Congo belge.

En 1963, la Suisse interdit l’usage du radium dans l’horlogerie, car les effets nocifs de cet élément chimique sont désormais connus.

Le dispositif de protection de la montre exposée empêche toute irradiation du radium dans l’environnement.

Producteur/productriceMüller & Vaucher manufacture d’horlogerie / Recta
ObjetPrototype de boussole Recta
Datation1915
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Au cours de la Première Guerre mondiale, le fabricant horloger biennois Müller & Vaucher diversifie sa production, en se lançant notamment dans la fabrication de boussoles. Sous la marque Recta, l’entreprise biennoise s’impose au fil des ans comme un leader mondial dans ce domaine.

La première boussole Recta rappelle encore fortement une montre de poche, tant par sa forme, son boîtier, ses aiguilles que par son anneau et sa couronne.

Ce nouveau produit, fabriqué dans l’usine du quartier du Pasquart, répond à la forte demande de boussoles pendant la guerre. Également très répandu dans la sphère civile, cet objet constitue un exemple classique de produit à double usage (« dual-use »).

Producteur/productriceAlpina Union Horlogère
ObjetCarte publicitaire
Datation1912
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productriceEmil Rothmann, Union Horlogère Berlin
ObjetCorrespondance interne relative à la germanisation d’une montre de poche [fac-similé]
Datation1915
PropriétaireCentre jurassien d’archives et de recherches économiques (CEJARE)

La marque horlogère biennoise Alpina fait partie de l’« Union Horlogère », fondée à Bienne en 1883. Sa structure de holding comprend des sites de production en Suisse et en France. Une montre Alpina est donc le fruit d’une collaboration internationale.

Pendant la Première Guerre mondiale, ce fonctionnement ne correspond plus à l’esprit nationaliste de l’époque. Ainsi, en 1915, un client allemand souhaite faire remplacer les éléments français de sa montre (le couvercle). Les ateliers biennois participent à cette «germanisation» du produit.

Producteur/productriceAlpina Union Horlogère
ObjetMontre de poche
Datation1915
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productriceGFF Integrative Kommunikation GmbH, Biel/Bienne
ObjetSituation financière d’une entreprise horlogère biennoise
Datation2025
PropriétaireSources
Données: Fond Recta (Archives municipales Bienne)
Photographie: Atelier d’ébauches chez Recta Bienne, vers 1945 (NMB Nouveau Musée Bienne)
Producteur/productriceAlpina Union Horlogère
ObjetMontre de la Wehrmacht
DatationVers 1940
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Cette montre militaire de la Wehrmacht, datant de la Seconde Guerre mondiale, renferme un mouvement Alpina 595 fabriqué à Bienne. Outre Alpina Union Horlogère, de nombreuses autres manufactures biennoises produisent des montres-bracelets destinées à l’armée. Ainsi, tandis qu’Omega équipe la Royal Air Force britannique, la Société d’Horlogerie La Générale, avec sa marque Helvetia, se positionne comme l’un des principaux fournisseurs de la Luftwaffe allemande.

Producteur/productriceAlpina Union Horlogère
ObjetChronographe de la marine de guerre allemande
DatationVers 1914
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Ce chronographe était utilisé à bord d’un sous-marin de la marine de guerre allemande. Les chronographes (ou chronomètres‑stoppes) sont des instruments essentiels dans le domaine de la guerre sous-marine, mais aussi de l’aviation ou l’artillerie. Grâce à ces instruments de précision, il est possible de calculer avec exactitude la position, la visée et les tirs.

Le logo en forme de triangle sur le cadran, ainsi que le mouvement, témoignent de son origine biennoise.

Producteur/productriceInconnu
ObjetDétonateur temporel S/30 pour obus antiaériens de la Wehrmacht
Datation1939–1945
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Les détonateurs à retard mécaniques, comme celui-ci, constituent le cœur d’un obus d’artillerie, déclenchant l’explosion au moment précis prévu. Leur fonctionnement rappelle celui d’une montre à ressort. Durant la Seconde Guerre mondiale, la Suisse fournit des détonateurs complets – ainsi que des composants pour la production locale – aux puissances de l’Axe (Allemagne, Italie et Roumanie) pour une valeur totale de 256 millions de francs. La manufacture de Bienne, Recta, livre chaque mois des milliers de pièces à Dixi (Le Locle) et Junghans (Schramberg), et contribue également à la production de munitions pour Emil Bührle. Seule une faible quantité atteint les Alliés, l’industrie horlogère suisse souhaitant préserver son savoir-faire sur le marché mondial.

D’autres entreprises biennoises participent aussi à l’approvisionnement en munitions des puissances de l’Axe, mais de nombreuses sources ont été détruites après 1945.

Modèle en coupe d’un détonateur allemand de type S/30 provenant d’un obus antiaérien de la Wehrmacht datant de la Seconde Guerre mondiale. Musée d’histoire militaire de la Bundeswehr, Dresde.
Producteur/productriceMüller & Vaucher manufacture d’horlogerie / Recta
ObjetPhotoclip
Datation1948–1960
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Le Photoclip, breveté par Recta, connaît un succès mondial dans la photographie dès les années 1920. Son mécanisme intégré, le porte-échappement, permet de déclencher l’appareil de manière autonome, offrant ainsi la possibilité de réaliser un « selfie » sans appuyer soi-même sur le déclencheur.

La mécanique du Photoclip s’apparente à celle d’un détonateur, illustrant de façon saisissante la proximité entre les applications civiles et militaires des instruments mécaniques de précision.

Producteur/productriceMüller & Vaucher manufacture d’horlogerie / Recta
ObjetBoussole de type militaire
Datation1940–1942
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Forte de l’expérience accumulée depuis la Première Guerre mondiale, Recta lance un nouveau modèle de compas en collaboration avec l’armée suisse. Celui-ci s’ouvre et se manie d’une seule main ; son miroir rétractable, son revêtement au radium et l’encoche dans le boîtier facilitent la lecture et le pointage précis. Une cordelette sert de fil à plomb et de repère de direction, tandis que le liquide amortit les oscillations de l’aiguille. Son boîtier résistant aux chocs protège l’instrument. Entre 1942 et 1944, près de 21’000 exemplaires sont vendus par année. Après la guerre, les ventes diminuent avant de se redresser au milieu des années 1950. Le compas s’impose également dans le domaine civil, pour l’alpinisme, l’orientation et le scoutisme.

ObjetStatutory Rules and Orders 1943 No. 1290: Trading with the enemy. Specified Persons [fac-similé]
Datation1943
PropriétaireArchives fédérales suisses

Durant la guerre, le gouvernement britannique ainsi que le gouvernement américain dressent des listes d’entreprises entretenant des relations commerciales avec l’Allemagne nazie. Ces dernières risquent alors des sanctions, telles que des interdictions de vente dans les pays du Commonwealth britannique ou aux États-Unis. Plusieurs entreprises de Bienne figurent à plusieurs reprises sur ces listes, notamment Recta.

D’autres fournisseurs biennois de l’armée allemande mentionnés dans les sources ne sont en revanche pas visés par les autorités américaines et britanniques.

Producteur/productriceHenri Hauser AG
ObjetPhotographie de l’intérieur de l’atelier de production de Hauser Maschinen à Bienne
Datation1942
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productriceHenri Hauser AG
ObjetCatalogue des produits de Henri Hauser SA
DatationVers 1950
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Fondée en 1898, l’entreprise biennoise devient un fabricant de machines-outils de précision à la renommée mondiale. Le vaste complexe industriel édifié près des écluses principales de la Suze témoigne encore aujourd’hui de son essor, en particulier autour de la Seconde Guerre mondiale.

Producteur/productriceHenri Hauser AG
ObjetDemande d’autorisation d’exportation de matériel de guerre [fac-similé]
Datation17.10.1939
PropriétaireArchives fédérales suisses

Le déclenchement de la guerre, le 1er septembre 1939, donne un nouvel élan aux exportations de matériel militaire depuis la Suisse. Outre les montres ou des composants comme les détonateurs, ce sont surtout les machines de précision qui figurent parmi les biens industriels les plus recherchés. Au début du conflit, la société Henri Hauser AG, à Bienne, reçoit une importante commande en provenance d’Allemagne. Le fabricant biennois sollicite alors auprès de la Direction générale des douanes l’autorisation d’exporter ces machines sans droits de douane. Les autorités suisses accèdent à sa demande.

Dans sa lettre, il est précisé que les machines sont destinées à des « fins militaires » et non à l’« industrie horlogère» – cette dernière ayant obtenu, afin de se protéger de la concurrence, l’instauration de restrictions à l’exportation des machines servant à fabriquer des composants de montres. De là naissent de vives tensions entre l’industrie des machines et celle de l’horlogerie. Le problème central réside dans le « caractère dual » des machines de précision suisses : elles peuvent aussi bien servir à la production de pièces d’horlogerie qu’à celle d’autres biens de précision – en particulier d’armement.

Producteur/productriceTexte: Vincent Dousse, Charlotte Butty
Production: Vincent Dousse
Voix: Vincent Dousse, Léo Martinetti 
ObjetStation audio sur la vie de Bertha Fuchser
Datation2025
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
ObjetPhotographie de Wilhelm Brennenstuhl en uniforme de l’armée de l’Empire allemand
Datation1915
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productriceWilhelm Brennenstuhl
ObjetLettre de Wilhelm Brennenstuhl à Bertha Fuchser depuis le front
Datation8 juin 1915
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
ObjetPhotographies des unités de l’armée française à Bienne (place Centrale et l’actuelle place du Nouveau-marché)
Datation1940 (juin)
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

En juin 1940, les habitant·e·s de Bienne sont directement confronté·e·s à la guerre. Le 17 juin, le 45ᵉ corps d’armée français doit capituler face à la supériorité des forces allemandes. Plus de 40’000 militaires traversent la frontière suisse. L’armée en fuite comprend des soldats français, ainsi que des troupes originaires des colonies nord-africaines (actuels Maroc et Algérie) et une division de soldats polonais.

La région du Seeland accueille au total 4050 réfugiés militaires, dont la moitié sont de nationalité polonaise.

ObjetPhotographies: contacts des habitant·e·s de Bienne avec des membres de l’armée polonaise
DatationVers 1940
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Bien que les autorités s’efforcent de tenir la population locale à distance des réfugiés, des rencontres ont lieu malgré tout.

Ces photos des soldats et officiers polonais proviennent du fonds de la famille Neuhaus.

ObjetPhotographies: camp d’internement de Büren a. A.
DatationVers 1940
PropriétaireMemReg

En juin 1940, le Conseil fédéral fait ériger un camp d’internement destiné à accueillir à long terme 6’000 personnes près de Bienne, sur un champ bordant l’Aar, à Büren. Dès le mois de juin, 1’500 soldats français et polonais internés sont transférés dans les baraquements entourés de fil de fer barbelé et de tours de garde. Dans les ordonnances fédérales, le camp est désigné comme un « camps de concentration », tandis que les habitant·e·s de la région le surnomment le « Häftli ».

Au fil des années de guerre, le camp de Büren héberge également des réfugié·e·s juif·ve·s, des résistants italiens et des déserteurs soviétiques. Les conditions sanitaires, le régime de sécurité strict et le recours au travail forcé suscitent de vifs débats sur la manière dont les autorités suisses traitent les réfugié·e·s.

Aujourd’hui, il ne reste presque rien sur le site de ce qui fut le plus grand camp d’internement et de réfugié·e·s de Suisse.

Producteur/productriceNeue Berner Zeitung
ObjetLa City de Londres après un raid aérien allemand, article de journal [fac-similé]
Datation1941
PropriétaireArchives de la chancellerie municipale de Bienne

Suite à la victoire sur la France, l’Allemagne nazie cherche à contraindre l’Angleterre à capituler. Pour y parvenir, la Luftwaffe multiplie les bombardements sur les villes anglaises. Les images de centres-villes dévastés parviennent jusqu’en Suisse, comme en témoigne un extrait du « Neue Berner Zeitung  » du 17 janvier 1941, conservé dans les archives du Conseil communal de Bienne. Cette dernière, totalement sans défense face à l’éventualité d’une attaque aérienne, réagit en faisant construire des positions de défense antiaérienne. Les vestiges de ces installations sont encore visibles aujourd’hui, notamment dans le quartier de Beaumont.

Producteur/productriceTexte: Vincent Dousse, Charlotte Butty
Production: Vincent Dousse
Voix: Vincent Dousse
TitreStation audio sur la vie de Clara Pintschuk
Datation2025
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
ObjetPhoto de l’atelier de broderie Nelly Estoppey avec Clara Pintschuk (à gauche)
DatationVers 1920
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne / Journal du Jura
Producteur/productriceClara Pintschuk
ObjetLettre de Clara Pintschuk depuis le ghetto de Białystok à Suzy Pintschuk à Bienne [fac-similé]
Datation28.12.1942
PropriétaireArchives fédérales suisses
Producteur/productriceClara Pintschuk
ObjetPlateau avec broderie
DatationVers 1920
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Rouages de guerre


Objet Phare


Profiteurs·es de guerre

Victimes de guerre