1.4.1

Die politischen Auswüchse der Hygiene

Körperpflege ist lange Zeit eine öffentliche Angelegenheit. Bis weit ins 20. Jahrhundert sind die allermeisten Wohnungen nicht mit einem Badezimmer oder einer Nasszelle ausgestattet. Zur Verrichtung der Körperhygiene geht man auch noch im 19. und 20. Jahrhundert ins Badehaus. Dort benutzt man gegen Entgelt Badewannen und Brausebäder, im Laufe der Zeit kommen Saunas und Schwimmbäder dazu. Auch die heutigen Wellnessanlagen gehen auf die Tradition der Badehäuser zurück.

Die öffentlichen Bäder erfüllen im 19. und 20. Jahrhundert immer noch eine medizinische und eine soziale Funktion. Unter dem Stichwort «Sozialhygiene» kommt sogar noch eine politische Dimension hinzu. Gemäss den Vertreterinnen und Vertretern der Sozialhygiene in Frankreich und Deutschland soll durch regelmässige Körperhygiene, gesunde Ernährung und Sport ein gesunder Körper aufgebaut werden – und damit im übertragenen Sinn auch ein starker «Volkskörper», also ein starker Staat. Das Konzept der Sozialhygiene fliesst in viele politische Strömungen der Geschichte ein. Es findet sich im Militarismus, in der Rassentheorie, in der Eugenik, aber auch in der sozialistischen Arbeiterbewegung. 

Hersteller/-in / Künstler/-inEduard Lanz
GegenstandReproduktion
TitelKüche einer sogenannten «Zerfallswohnung» in der Bieler Altstadt
Datierung1922–1927
MaterialPapier
TechnikFotografie
Eigentümer/-inArchives de la construction moderne EPFL, Lausanne

Für die Ausstellung «Die Stadtanlage in Vergangenheit und Zukunft» (1927) führt der Bieler Architekt Eduard Lanz eine Untersuchung zu den Wohnverhältnissen der Unterschicht in Biel durch. Er hält die miserablen räumlichen und hygienischen Zustände in vielen Wohnungen fotografisch fest. Vor allem Arbeiterfamilien leben ohne fliessendes Wasser. Im Schnitt stehen hier pro Person vier Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Weil in Biel zu dieser Zeit eine akute Wohnungsnot herrscht, steigen auch die Mieten solcher «Zerfallswohnungen». 1913 zahlt man für eine Dreizimmerwohnung 400 Franken pro Jahr. Bereits 1924 muss man dafür das Doppelte aufwenden.

Hersteller/-in / Künstler/-inEduard Lanz
GegenstandReproduktion
TitelKüche im Modellhaus der Genossenschaftssiedlung Mösli I
Datierung1927
MaterialFotografie
Eigentümer/-inArchives de la construction moderne EPFL, Lausanne

Ab den 1930er-Jahren verbessert sich dank den neuerbauten Genossenschaftssiedlungen die Wohnsituation vieler Arbeiterfamilien. Der Umzug in eine der lichtdurchfluteten Wohnungen mit fliessendem Wasser in Bad, Küche und Waschküche bedeutet in hygienischer Hinsicht einen Quantensprung im Leben der Menschen. Auch die Grünflächen vor den Häusern sollen ein gesundes Wohnen ermöglichen. Besonders während dem sogenannten Munizipalsozialismus des «Roten Biel» (sozialdemokratische Mehrheit in Biel von 1921 bis 1946) werden viele Genossenschaftsbauten errichtet. Diese Epoche legt die Basis für den noch heute sehr hohen Anteil an Genossenschaftswohnungen in Biel.

GegenstandKörperpflegemöbel
TitelBidet
DatierungUm 1900
MaterialHolz, Email
TechnikSchreinerarbeiten, Emailarbeiten
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Dank dem Deckel kann man das Waschbecken für die Intimpflege diskret als Hocker tarnen. Übrigens: Der Begriff Bidet stammt aus dem Französischen, wo er eigentlich für «kleines Pferd» steht.

Hersteller/-in / Künstler/-inKaldewei
GegenstandBadeofen
DatierungUm 1930
MaterialMetall
TechnikIndustrielle Fertigung
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Dieser historische Badeofen ähnelt in seiner Funktionsweise dem System der Warmwasseraufbereitung durch einen Boiler. Dank des holzbefeuerten Badeofens kann man warm duschen und heizt zugleich das Badezimmer, in dem der Ofen steht. Es braucht einzig einen Rauchabzug gegen aussen. Die um 1900 auf den Markt kommenden Badeöfen sind ein absolutes Luxusprodukt. Dieses Exemplar stammt aus einem Privathaus in der Region Biel.

Hersteller/-in / Künstler/-inPaerli & Cie. El.
GegenstandReproduktion
TitelWerbung für sanitäre Anlagen
DatierungUm 1900
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inH. Mäder – Schweikert
GegenstandReproduktion
TitelCentralbad H. Mäder – Schweikert
Datierung1913
MaterialMaterial: Papier
Technik: Fotografie
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Das Centralbad an der Kanalgasse ist für viele Bielerinnen und Bieler lange Zeit der einzige Ort, wo sie sich mit warmem Wasser waschen oder duschen können. Die Inhaber des Centralbades bauen im Laufe der Zeit ihr Angebot für die Körperhygiene aus: Massage, Pedicure und Sauna. Auch in den 1950er und 1960er-Jahren wohnen Arbeitsmigranten aus Südeuropa, noch häufig in Wohnungen ohne Duschen. Für sie ist das Centralbad der einzige Ort zur Körperhygiene und ein zentraler sozialer Treffpunkt nach der Arbeit oder am Sonntag.

GegenstandReproduktion
TitelCentralbad Biel
Datierungum 1960
MaterialPapier
TechnikFotografie
Eigentümer/-inPeter Fasnacht
Hersteller/-in / Künstler/-inLeonardo Bezzola
GegenstandReproduktion
TitelSchwimmbad-, Sauna-, Bäder- und Duschbereich im Bieler Kongresshaus
Datierung1966
TechnikFotografie
Eigentümer/-inStadtarchiv Biel

Mit dem 1966 eröffneten Kongresshaus erhält Biel nach vielen nicht verwirklichten Projekten sein erstes Hallenbad. Der Bau enthält mehrere Schwimmbecken, einen Sauna-, Bäder- und Duschbereich. Damit erfüllt er die Bedürfnisse nach sportlicher Betätigung und Körperhygiene.

GegenstandSozialdemokratische Partei Biel
GegenstandBroschüre
TitelBiel gestern heute und morgen [Auszug Kapitel zu Hygiene und Sport]
Datierung1960
MaterialPapier
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Die Broschüre der SP Biel skizziert eine Vision für das Biel von morgen. Infrastrukturbauten nehmen dabei eine bedeutende Rolle ein. Die Partei setzt sich für den Bau eines Hallenbades ein, damit die Bevölkerung das ganze Jahr dem Schwimmsport nachgehen könne. Die Broschüre lobt auch den Ausbau der Sportinfrastruktur an der Eidgenössische Sportschule Magglingen (ESSM). Die Trainingsstätte der heutigen Schweizer Leistungssportlerinnen und -sportler hat einen militärischen Ursprung. Der Bau der ESSM begann während des 2. Weltkrieges unter der Leitung der „Zentralstelle für Vorunterricht, Turn-, Sport- und Schiesswesen“. Der Broschüre der SP zeugt von der Schnittstelle zwischen Sozialhygiene, Sport und Körperkult und Militärwesen.

Hersteller/-in / Künstler/-inRobert Risler
GegenstandFilm
TitelRote Jugend im roten Biel [Ausschnitt]
Datierung1933
Eigentümer/-inSchweizerisches Sozialarchiv, Zürich
GegenstandSpielzeug
TitelSpielzeugmodell einer Wasseranlage für ein Badezimmer
DatierungUm 1960
MaterialMetall, Email
TechnikSpenglerarbeit, Stanzarbeit, Emailarbeit
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel

Das Spielzeug stammt aus dem Spielwarenladen Schöni in Biel.

Das Schwimmen und Baden im See und in Flüssen ist lange Zeit verpönt. Aus Angst vor dem «gierigen Schlund» des Sees und wegen strenger Sittlichkeit erfrischen sich die Menschen über Jahrhunderte nicht im Wasser. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstehen erste Badeanstalten: Es sind einfache hölzerne Bauwerke, die streng nach Geschlechtern getrennt sind.

In Biel wird 1825 das erste Frauenbad eröffnet. Um den Anstand zu wahren, hält ein Jahr später ein Reglement fest, dass sich Männer und Knaben mit Schürzen oder Badehosen zu bekleiden haben und sich dem Frauenbad nicht nähern dürfen. In den nächsten Jahrzehnten baden Bielerinnen und Bieler an unterschiedlichsten Stellen am Seeufer: Brände, Sturmschäden und die Juragewässerkorrektion erfordern immer wieder neue Bauten, bis der Stadtrat schliesslich 1892 eine auf Pfählen errichtete Badeanstalt bewilligt. Der 60 Meter lange und 30 Meter breite Bau ist erstmals geschlechterdurchmischt zugänglich: Die Stadtseite ist den Frauen, die Seeseite den Männern zugewiesen.

Sportliche Ertüchtigung und andere Freizeitvergnügen sind für die breite Bevölkerung erst möglich, als es im frühen 20. Jahrhundert mehr gesetzliche Feier- und Ferientage gibt. Die Eröffnung des Bieler Strandbads1932 wird enthusiastisch gefeiert. Endlich hat Biel ein modernes Bad, das den Ansprüchen an Sport und Musse genügt. Die verwendeten Schlagwörter und Parolen sind ganz im Sinne der damaligen Hygienebewegung: «Plätschern, Schwimmen, Spiel», «wohliges Ruhen bronzener Körper», «Ruderschlag emsiger Gondeln.»

Johann Peter Girard, Vue du Pasquart près de Bienne, Farblithografie, 1835 (Kunstsammlung der Stadt Biel)
Erste Badeanstalt für Frauen und Männer, um 1900 (NMB Neues Museum Biel)
GegenstandBadekleid
TitelHerrenbadekleid
Datierung1910–1920
MaterialBaumwolle
TechnikNäharbeit
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
TitelDamenbadekleid
Datierung1910–1930
MaterialBaumwolle, Filz
TechnikNäharbeit
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
GegenstandReproduktion
TitelStrandbad – Biel – Eröffnungsfest: 2./3. Juli 1932
Datierung1932
TechnikDruck
Hersteller/-in / Künstler/-in^E. And. Wiedmer
GegenstandReproduktion ab Glasnegativ
TitelKnabenschulklasse beim Baden im Bielersee
Datierung1910–1918
TechnikFotografie
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inPhotoglob Wehrli AG
GegenstandReproduktion ab Postkarte
TitelStrandbad Biel
Datierung1955
TechnikFotografie
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inErnst Kuhn Verlag
GegenstandReproduktion ab Postkarte
TitelDas Strandbad Biel im Sommer
Datierung1925 – 1931
TechnikFotografie
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inStadt Biel
GegenstandBillette
TitelEintrittsblock für das Strandbad Biel
Datierung1920–1940
MaterialKarton
TechnikDruck
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
GegenstandReproduktion und Zitat
TitelSchaumberg am Bielersee bei Twann / Zitat zur Nutzung des Strandbades Ende der 1960er Jahre
Datierung1971
TechnikFotografie

Quelle: Illustrierte Berner Enzyklopädie. Die Natur: Schönheit, Vielfalt, Gefährdung», Büchler Verlag und Berner Zeitung

Im Laufe der 1960er- und 1970er-Jahre gehen die Besucherzahlen des Strandbades zurück. 1971 werden lediglich 105’293 Eintritte verzeichnet – so viel wie 1961 allein im Monat August. Die Verschlechterung der Seewasserqualität durch Industrieverschmutzung und Phosphat trübt die Badefreude. Zudem spürt das Strandbad Biel die Folgen des aufkommenden Massentourismus. Steigende Löhne und tiefer Erdölpreis ermöglichen immer mehr Menschen ans Meer zu fahren bzw. fliegen.

Hersteller/-in / Künstler/-inCTS – Congrès, Tourisme et Sport SA
GegenstandTonspur
TitelDurchsage des Strandbads Biel zur Einhaltung der Hygieneregeln während der Covid-19-Pandemie
Datierung2020
TechnikDigitale Aufzeichnung
Eigentümer/-inCTS Congrès Tourisme et Sport SA
Hersteller/-in / Künstler/-inBatilo Tennisschläger Fabrik
GegenstandRudermaschine
TitelRudergerät für das Training im Trockenen
DatierungUm 1930
MaterialHolz, Eisenguss
TechnikTischlerarbeit
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inSeeclub Biel
GegenstandRuder
TitelRuder des Seeclub Biel
MaterialHolz, Farbe
TechnikMaschinenarbeit Holz
Eigentümer/-inSeeclub Biel

Entdecken Sie die Ruder unter dem Treppenaufgang!

Hersteller/-in / Künstler/-inSociété Nautique Etoile Bienne, Schricker Hermann
GegenstandGruppenbild
TitelMitglieder des Runderclubs Société Nautique Etoile Bienne
Datierung1903
MaterialFotografie
TechnikFotografisches Verfahren
Eigentümer/-inNMB Neues Museum Biel
Hersteller/-in / Künstler/-inSeeclub Biel
GegenstandReproduktionen
TitelAktivitäten des Seeclubs Biel
Datierung1886–1904
TechnikFotografie
Eigentümer/-inSeeclub Biel
Producteur/productrice / artisteSeeclub Biel
ObjetPhotographies
TitreActivités de la société nautique Seeclub Biel
Datation1886–1904
TechniquePhotographie
PropriétaireSeeclub Biel

Les répercussions politiques de l’hygiène

Producteur/productrice / artisteSeeclub Biel
ObjetAvirons
TitreAvirons de la société nautique Seeclub Biel
MatièreBois, peinture
TechniqueTravail à la machine en bois
PropriétaireSeeclub Biel

Découvrez les avirons sous la montée d’escalier! !

Producteur/productrice / artisteSociété Nautique Etoile Bienne, Schricker Hermann
ObjetPhoto de groupe
TitreMembres de la Société Nautique Étoile Bienne
Datation1903
MatièrePapier
TechniqueProcédure photographique
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productrice / artisteBatilo Tennisschläger Fabrik
ObjetRameur
TitreRameur d’entraînement
DatationVers 1930
MatièreBois, fonte
TechniqueTravail de menuiserie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productrice / artisteVille de Bienne
ObjetTickets
TitreCarnet de tickets pour la plage de Bienne
Datation1920–1940
MatièreCarton
TechniqueImpression
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productrice / artisteErnst Kuhn Verlag
ObjetReproduction à partir d’une carte postale
TitreLa Plage de Bienne en été
Datation1925 – 1931
TechnikPhotographie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Se baigner, nager dans un lac ou une rivière, était mal vu par le passé: les gens évitaient de se plonger dans l’eau par peur du «monstre d’eau douce» et parce que c’était contraire aux mœurs. Les premiers établissements de bains remontent au début du 19e siècle: il s’agissait de simples cabanes en bois dans des espaces strictement séparés par genre.

À Bienne, le premier bain des dames ouvre en 1825. Afin de préserver la décence, un règlement édicté un an plus tard précise que les hommes et les garçons doivent porter des tabliers ou des costumes de bain et ne pas s’approcher de l’espace réservé aux femmes. Au cours des décennies qui suivirent, les Biennoises et les Biennois ont très souvent changé d’emplacements: des incendies, des tempêtes ainsi que la correction des eaux du Jura imposaient régulièrement de nouvelles constructions. Le Conseil de ville donna finalement son aval en 1892 à l’aménagement d’un établissement de bains sur pilotis. Longue de 60 mètres sur 30 mètres de large, cette construction, pour la première fois mixte, fut accessible aux femmes côté ville et aux hommes côté lac.

Ce n’est pourtant qu’au début du 20e siècle qu’une large part de la population commença réellement à profiter d’activités sportives et de loisirs au bord du lac. L’obtention des congés payés et d’un plus grand nombre de jours fériés y a sans aucun doute contribué. En 1932, l’inauguration de la plage de Bienne fut accueillie avec enthousiasme: la ville s’était enfin dotée d’une plage moderne, à même de satisfaire les attentes en matière de sports et de loisirs. Les slogans et les paroles prononcées à cette occasion étaient pleinement dans l’esprit du mouvement hygiéniste de l’époque. Il y était question du bonheur de barboter, nager, jouer, du repos bienfaisant de corps bronzés, de joyeux coups d’aviron…

Johann Peter Girard, Vue du Pasquart près de Bienne, Lithographie en couleurs, 1835 (Collection des arts visuels de la Ville de Bienne)
Premiers bains publics mixtes, vers 1900 (NMB Nouveau Musée Bienne)
ObjetMaillot de bain
TitreMaillot de bain homme
Datation1910–1920
MatièreCoton
TechniqueOuvrage de couture à la machine
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
TitreMaillot de bain femme
Datation1910–1930
MatièreCoton, feutre
TechniqueOuvrage de couture à la machine
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
ObjetReproduction
TitreFête d’inauguration de la plage de Bienne 2/3 juillet 1932
Datation1932
TechniqueImpression
Producteur/productrice / artisteE. And. Wiedmer
ObjetReproduction à partir d’un négatif sur verre
TitreBaignades d’une classe de garçons dans le lac de Bienne
Datation1910–1918
TechniquePhotographie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
Producteur/productrice / artistePhotoglob Wehrli AG
ObjetReproduction à partir d’une carte postale
TitrePlage de Bienne
Datation1955
TechniquePhotographie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
ObjetReproduction et citation
TitreMontagne de mousse au bord du lac de Bienne vers Douanne / Citation au sujet de l’utilisation de la plage de Bienne dans les années 1960
Datation1971
TechniquePhotographie

Source: Illustrierte Berner Enzyklopädie. Die Natur: Schönheit, Vielfalt, Gefährdung» [Encyclopédie bernoise illustrée. La nature: beauté, diversité, périls], Verlag Büchler und Berner Zeitung.

Au cours des années 1960 et 1970, le nombre de visiteurs de la plage diminue. En 1971, seules 105’293 entrées sont enregistrées – soit autant qu’en 1961 pour le seul mois d’août. La dégradation de la qualité de l’eau du lac due à la pollution industrielle et aux phosphates ternit le plaisir de la baignade. De plus, la plage de Bienne subit les conséquences de l’émergence du tourisme de masse; l’augmentation des salaires et la baisse du prix du pétrole permettent à un nombre croissant de personnes de se rendre à la mer, respectivement de prendre l’avion.

Producteur/productrice / artisteCTS – Congrès, Tourisme et Sport SA
ObjetArchive sonore
TitreAnnonce de la plage de Bienne sur le respect des règles d’hygiène pendant la pandémie de Covid-19
Datation2020
TechnikEnregistrement numérique
PropriétaireCTS Congrès Tourisme et Sport SA

L’hygiène corporelle fut longtemps une affaire publique: alors que le 20e siècle était déjà bien entamé, la plupart des appartements ne disposaient encore d’aucun cabinet de toilette ou salle de bain. Aux 19e et 20e siècles, les bains publics étaient les lieux dédiés à l’hygiène personnelle. Des baignoires et des bains-douches y étaient mis à disposition contre paiement, complétés au fil du temps par des saunas et des piscines. Les centres de bien-être d’aujourd’hui sont également issus de la tradition des bains publics.

Ces derniers remplissaient aussi encore une fonction médicale et sociale aux 19e et 20e siècles. Une dimension politique s’y ajouta dans le cadre du mouvement hygiéniste. En France et en Allemagne, ses adeptes considéraient qu’une hygiène corporelle régulière, une alimentation saine et le sport permettaient de développer un corps sain et ainsi, au sens figuré, un corpus populi fort, c’est-à-dire un État fort. Le concept de l’hygiène sociale se retrouve dans de nombreux courants politiques historiques, dont le militarisme, la théorie des races, l’eugénisme, mais également dans le mouvement ouvrier socialiste.

Producteur/productrice / artisteEduard Lanz
ObjetReproduction
TitreCuisine d’une bâtisse décrépite dans la vieille ville de Bienne
Datation1922–1927
MatièrePapier
TechniquePhotographie
PropriétaireArchives de la construction moderne EPFL, Lausanne

L’architecte biennois Eduard Lanz avait effectué une enquête sur les conditions de logement des classes défavorisées à Bienne en vue de l’exposition «Die Stadtanlage in Vergangenheit und Zukunft» («L’aménagement urbain d’hier et de demain») en 1927. Ses photos montrent les conditions misérables de nombreux logements en matière d’espace et d’hygiène. Les appartements sans eau courante étaient principalement occupés par les familles ouvrières. En moyenne, une personne disposait de quatre mètres carrés. Comme Bienne connaissait une grave crise du logement à l’époque, même les loyers de tels «taudis» augmentaient. En 1913, un trois pièces coûtait 400 francs par an. À partir de 1924, il fallait déjà payer le double.

Producteur/productrice / artisteEduard Lanz
ObjetReproduction
TitreCuisine dans une maison modèle Möösli I
Datation1927
MatièrePhotographie
PropriétaireArchives de la construction moderne EPFL, Lausanne

Grâce à la construction de nouveaux lotissements coopératifs, la situation du logement s’est améliorée pour de nombreuses familles ouvrières à partir des années 1930. Déménager dans un appartement lumineux avec eau courante à la cuisine, à la salle de bains – buanderie représentait une véritable avancée en matière d’hygiène dans la vie quotidienne. Les espaces verts devant les maisons devaient également assurer des conditions plus salubres. Beaucoup de coopératives d’habitation furent notamment construites pendant les années dites de «Bienne la rouge», avec une majorité sociale-démocrate au Conseil municipal de 1921 à 1946. Cette période explique la proportion toujours très élevée de coopératives d’habitation à Bienne.

ObjetMeuble de soins corporels
TitreBidet
DatationVers 1900
MatièreBois, émail
TechniqueMenuiserie, émaillage
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Grâce au couvercle, le bidet servant à la toilette intime pouvait adopter la forme discrète d’un tabouret. À propos: le terme vient de l’ancien français bidet qui voulait dire petit cheval.

Producteur/productrice / artisteKaldewei
ObjetChauffe-eau
DatationVers 1930
MatièreMétal
TechniqueFabrication industrielle
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Le principe de fonctionnement de ce chauffe-eau historique est comparable à celui d’un chauffe-eau actuel. Alimenté au bois, le chauffe-bain permettait de prendre une douche chaude tout en chauffant la pièce où il se trouvait. Il nécessitait uniquement un conduit d’évacuation de la fumée vers l’extérieur. Commercialisés vers 1900, les chauffe-bains incarnaient alors le luxe absolu. Cet exemplaire provient d’une maison privée de la région de Bienne.

Producteur/productrice / artistePaerli & Cie. El.
ObjetReproduction
TitrePublicité pour des équipements sanitaires
DatationVers 1900
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne
ObjetReproductions
TitreBains publics „Centralbad Biel“
DatationVers 1960
[label-matière]Papier (carte postale)
TechniquePhotographie
PropriétairePeter Fasnacht
Producteur/productrice / artisteLeonardo Bezzola
ObjetReproductions
TitreEspace piscine, sauna, bains et douches au Palais des Congrès de Bienne
Datation1966
TechniquePhotographie
PropriétaireArchives municipales Bienne

Inaugurée en 1966, le Palais des Congrès dote enfin Bienne de sa première piscine couverte après l’abandon de nombreux projets. Elle comporenait plusieurs bassins ainsi qu’un espace sauna, bains et douches, ce qui lui a permis de répondre aux besoins en hygiène corporelle d’une part et d’activité physique d’autre part.

ObjetPartis socialiste Bienne
ObjetBrochure
TitreBienne – Hier aujourd’hui et demain [Extrait du chapitre sur l’hygiène et le sport]
Datation1960
MatièrePapier
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

La brochure du PS Bienne esquisse une vision de la Bienne de demain. La construction d’infrastructures y occupait une place importante. Le parti s’engageait notamment pour la construction d’une piscine couverte, afin que la population puisse en profiter toute l’année. La brochure vante aussi le développement des infrastructures sportives de la Haute école fédérale de sport de Macolin HEFSM. Le centre d’entraînement des sportives et des sportifs de l’élite suisse actuelle a des origines militaires. La construction de la HEFSM avait débuté pendant la Seconde Guerre mondiale sous la direction de l’Office Central pour l’Instruction Préparatoire, la Gymnastique, le Sport et le Tir. La brochure du PS témoigne des liens étroits entre hygiène sociale, sport, culte du corps et affaires militaires.

Producteur/productrice / artisteRobert Risler
ObjetFilm
TitreRote Jugend im roten Biel [Jeunesse rouge dans la Bienne rouge] [extrait]
Datation1933
PropriétaireArchives Sociales Suisses, Zurich
ObjetJouet
TitreModèle réduit d’une installation sanitaire pour une salle de bains
DatationVers 1960
MatièreMétal, émail
Techniquetravail de plombier-zingueur, atelier de découpage, émaillage
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Il provient du magasin de jouets Schöni à Bienne.

Producteur/productrice / artisteH. Mäder – Schweikert
ObjetReproduction
TitreBains publics „Centralbad H. Mäder – Schweikert“
Datation1913
MatièrePapier
[label-technik]Photographie
PropriétaireNMB Nouveau Musée Bienne

Pour de nombreux Biennoises et Biennois, les anciens bains publics de la rue du Canal ont longtemps été la seule opportunité de se laver ou de prendre une douche avec de l’eau chaude. Au fil des ans, les propriétaires ont élargi l’offre dédiée à l’hygiène corporelle : massages, pédicure et sauna. Dans les années 1950 et 1960, des travailleurs émigrés d’Europe méridionale vivaient encore souvent dans des appartements sans salle d’eau. Pour ces personnes, les bains publics étaient à la fois le seul lieu pour l’hygiène corporelle et un endroit où se réunir après le travail ou le dimanche.